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Gefürchtete kleine Blutsauger

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Zähes Biest: die Zecke, hier der Gemeine Holzbock.
Zähes Biest: die Zecke, hier der Gemeine Holzbock. © Imago

Es ist Zeckenzeit: Mit etwas Vorsicht sind Stiche vermeidbar. Manche Mythen über die Tiere halten sich seit langem.

Zecken sind derzeit wieder besonders aktiv. Da stellt sich die Frage: Was kann man tun, um nicht gestochen zu werden? Hier einige Tipps und Tricks:

Auf den Wegen bleiben: Wer auf befestigten Wegen bleibt und nicht durch höheres Gras läuft oder durchs Unterholz streift, hat die besten Chancen, sich keine Zecken einzufangen. Die Tiere lassen sich keineswegs aus den Bäumen herabfallen – ein weitverbreiteter Irrtum. Unsere einheimischen Zecken springen auch niemanden aktiv an. In Wahrheit machen es sich die kleinen Achtbeiner viel leichter: Sie warten in Gräsern, auf Ästen, Büschen und Sträuchern darauf, dass ein vorbeikommendes Tier oder ein Mensch sie abstreift. Wer also keine Äste, Sträucher, Büsche oder höheren Gräser berührt, fängt sich so auch keine Zecke ein. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es natürlich nie.

Regelmäßig absuchen: Auf jeden Fall sollte man sich beim Spazierengehen in der Natur regelmäßig (gegenseitig) nach Zecken absuchen. Vor allem im Fuß- und Beinbereich sollte man nachschauen. Wer eine umherlaufende Zecke findet, kann diese mit den Fingern entfernen. Aber Vorsicht: Die Achtbeiner können sich unwahrscheinlich gut festhalten. Also anschließend auch die Finger absuchen, ob sich die Zecke eventuell noch daran festhält. Man braucht keine Angst zu haben, dass die Tiere dabei zustechen, denn dazu sind sie so schnell nicht in der Lage. Im Gegenteil: Sie sind bei der Auswahl der Einstichstelle sehr wählerisch. Oft laufen sie stundenlang auf der Kleidung oder dem Körper umher, um eine geeignete Stelle zu finden. Bevorzugt stechen sie zu, wo es geschützt und ein bisschen schwitzig ist: Füße, Kniekehlen, Leistengegend, Bauchnabel, Achseln, Ellenbeugen, Hals, Ohren und Haaransatz. Dort lohnt es sich durchaus, auch noch ein zweites Mal nachzuschauen. Wer mit einem Hund in den Wald geht oder Katzen zu Hause hat, kennt die Prozedur des regelmäßigen Absuchens von seinen Vierbeinern.

Schutzmaßnahmen: Den besten Schutz bieten lange enganliegende Hosen sowie ein festes und geschlossenes Schuhwerk, das gerne etwas höher sein darf. Auf heller Kleidung lassen sich die dunklen, rotbraun bis schwarzen Tiere einfacher entdecken. Die Jungtiere (Nymphen) sind allerdings nur etwa so groß wie ein Stecknadelkopf. Wer will, kann zudem noch sich selbst, Kleidung und Schuhe mit Antizeckenpräparaten behandeln. Einen hundertprozentigen Schutz können aber auch diese Mittel nicht garantieren. Gegen die nicht kausal behandelbare Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die Zecken übertragen können, ist eine Impfung möglich. Borreliose ist mit Medikamenten behandelbar, muss aber erst als solche erkannt werden. Einen Hinweis kann die sogenannte Wanderröte geben, ein bis zu faustgroßer roter Fleck, der um die Einstichstelle in der Mitte oft ein helleres Zentrum aufweist. Wer grippeähnliche Symptome entwickelt, sollte vorsichtshalber den Arzt aufsuchen.

Zecken entfernen: Trotz aller Vorsicht kann es natürlich vorkommen, dass man sich eine Zecke eingefangen hat und sie sich festsaugt. Diese lässt sich mit einer spitzen Pinzette oder besser mit einer Zeckenzange entfernen, indem man sie so dicht wie möglich an der Einstichstelle in der Haut ergreift und langsam rauszieht. Wichtig ist, vollgesogene Zecken dabei nicht zu quetschen. Es gibt zudem spezielle Hilfsmittel, die einen immer enger werdenden Schlitz aufweisen. Mit deren Hilfe kann die Zecke – wieder möglichst dicht an der Haut – eingeklemmt und herausgezogen werden. Hausmittelchen sind absolut tabu: Also bloß keinen Klebstoff oder Öl auftragen. Da die Tiere so relativ langsam sterben, haben sie nämlich noch genügend Zeit, im Todeskampf Krankheitserreger zu übertragen. Zecken sind zäh. Auch müssen die Tiere nicht herausgedreht werden – ein ebenfalls weitverbreiteter Irrtum. Die Achtbeiner weisen keinerlei Gewinde auf. Ideal ist es, wenn die gesamte Zecke lebendig entfernt werden kann. Zu erkennen ist dies daran, dass sie nach dem Entfernen noch die Beine bewegt.

Wohin damit?: Ist die Zecke entfernt und lebt auch noch, so steht man zu Hause schnell vor einem Problem: Wohin mit dem Tier? Zecken sind sehr widerstandsfähige Überlebenskünstler. Man sollte sie auf keinen Fall in den Mülleimer werfen, denn daraus können sie wieder entkommen. Auch Wegspülen im Waschbecken oder in der Toilette ist keine gute Idee, da Zecken mehrere Wochen unter Wasser existieren können. Selbst in der Waschmaschine überleben sie 40-Grad-Wäschen und werden erst bei 60 bis 70 Grad Celsius sicher abgetötet. Auch 24 Stunden in einer Plastiktüte im Gefrierfach bei minus 8 Grad Celsius reichen nicht aus, um sie umzubringen, haben Forschende herausgefunden. Dazu sind demnach 24 Stunden bei minus 20 Grad Celsius nötig.

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