Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Die Raumstation ISS.
+
Die Raumstation ISS.

Weltraumschrott

Gefährliche Geschosse

  • Tanja Banner
    VonTanja Banner
    schließen

Kritik an Russland: Nach der Zerstörung eines Satelliten werden dessen Trümmer offenbar zur Gefahr für die Internationale Raumstation ISS.

Erst war es nur ein Alarm auf der Internationalen Raumstation ISS: Die Crew wurde angewiesen, sich in ihren Raumkapseln in Sicherheit bringen, da Weltraumschrott die Raumstation bedrohe. Später stellte sich heraus, dass ein russischer Anti-Satelliten-Test (ASAT), bei dem eine bodengestützte Rakete einen ausgedienten Satelliten abgeschossen hatte, mehrere tausend Trümmerteile verursacht hatte, die nun in einer Art „Wolke“ die Erde umkreisen.

Bei der US-Raumfahrtorganisation Nasa ist man darüber erbost: „Ich bin empört über diese unverantwortliche und destabilisierende Aktion“, erklärt Nasa-Chef Bill Nelson. Russland gefährde damit nicht nur die Astronaut:innen auf der ISS, sondern auch die eigenen Kosmonaut:innen sowie die chinesische Raumstation. „Diese Aktionen sind rücksichtslos und gefährlich.“ Auch Nato-Chef Jens Stoltenberg spricht von einer „rücksichtslosen Handlung“. Der Test sei auch „besorgniserregend“, weil er zeige, dass Russland neue Waffensysteme entwickle.

Einem Sprecher des US-Außenministeriums zufolge sollen mindestens 1500 Bruchstücke entstanden sein, die nachverfolgt werden können. Dazu kämen „viele tausend kleinere Teile, die nicht verfolgt werden können“, so der Sprecher. Der Astronom Jonathan McDowell geht davon aus, dass die meisten dieser Bruchstücke für fünf bis zehn Jahre im Erdorbit bleiben, bevor sie zur Erde fallen und in der Atmosphäre verglühen.

Vergleichbare Tests der USA

Zum ersten Mal flog die ISS am Montagmorgen durch die Wolke von Weltraumschrott, während die siebenköpfige Crew mit dem deutschen Astronauten Matthias Maurer in den Raumkapseln ausharrte, mit denen sie zur Raumstation gekommen war. Die Kapseln – eine „Crew Dragon“ von SpaceX und eine russische „Sojus“ – dienen in der Zeit, in der die Astronautinnen und Astronauten an Bord der ISS leben und arbeiten als Rückzugsort für Notfälle. Im schlimmsten Fall könnten die Raumfahrer:innen mit ihren Kapseln direkt zur Erde zurückkehren.

Zwar wurde die ISS von dem Weltraumschrott offenbar nicht getroffen, doch selbst kleinste Trümmerteilchen können im All gefährlich werden. Die Raumstation bewegt sich – genau wie Weltraumschrott – mit einer Geschwindigkeit von etwa 28 100 Kilometern pro Stunde um die Erde. Selbst kleinste Schrottteilchen werden bei dieser Geschwindigkeit zu gefährlichen Geschossen, die die dünne Hülle der Raumstation beschädigen können. Um eine künftige Gefahr für die Crew auszuschließen, will die Nasa die Bruchstücke weiter beobachten.

Es ist nicht das erste Mal, dass Russland einen Anti-Satelliten-Test durchführt. 2020 meldete das Space Command der USA zwei russische ASAT-Tests. Auch die USA haben in der Vergangenheit bereits solche Tests durchgeführt, genau wie China und Indien. Bei einem chinesischen Test im Jahr 2007 entstanden tausende Schrotteilchen, die teilweise immer noch die Erde umkreisen. Erst in der vergangenen Woche musste die ISS ihre Umlaufbahn verändern, um einem dieser gefährlichen Geschosse auszuweichen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare