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Sorge vor hoher Nachzahlung: So wird die Nebenkostenabrechnung nicht zur bösen Überraschung

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Von: Fee Halberstadt

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Die Nebenkosten steigen an, weshalb viele mit Nachzahlungen rechnen müssen
Der Ukraine-Krieg sorgt für hohe Nachzahlungen für Nebenkosten in Mietwohnungen. (Symbolfoto) © Marijan Murat/dpa

Die Nebenkosten steigen und auf viele Mieterinnen und Mieter kommen hohe Nachzahlungen zu. Vorauszahlungen sind eine Möglichkeit, um eine böse Überraschung zu vermeiden.

Frankfurt – Der Ukraine-Konflikt macht sich in allen Alltagsbereichen bemerkbar. Neben Preissteigerungen für Lebensmittel, wie Butter, Fleisch und Speiseöl, sind auch die Gas- und Ölpreise innerhalb der letzten Monate in die Höhe geschossen. Laut dem Deutschen Mieterbund werden rund 90 Prozent der insgesamt 43 Millionen Wohnungen in Deutschland direkt oder indirekt mit Gas oder Heizöl beheizt. Eigentümer:innen von Häusern oder Wohnungen müssen sich jetzt unter anderem mit der Frage auseinandersetzen, wann sie am besten Heizöl nachkaufen – und auch die Mieterinnen und Mieter werden über die Nebenkosten von den steigenden Energiepreisen betroffen sein.

Wie der Bundesverband für Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) mitteilt, stieg beispielsweise der Gaspreis für Haushalte zum Jahresbeginn um 83 Prozent, von vormals 6,47 Cent pro Kilowattstunde auf jetzt 11,84 Cent pro Kilowattstunde. Auch die Kosten für Heizöl stiegen laut dem Vergleichsportal Verivox deutlich an: In der vergangenen Heizperiode von September bis April legten sie im Vorjahresvergleich um 75 Prozent zu. Da ein solcher Preisanstieg in der Regel nicht in den Nebenkosten berücksichtigt wird, könnten bei der Abrechnung saftige Nachzahlungen fällig werden: Die Stiftung Warentest bietet einen Online-Rechner, mit dem Verbraucher errechnen können, welche Nachzahlung in etwa auf sie zukommt.

Steigende Nebenkosten durch Ukraine-Krieg: Auf viele Mieter:innen kommt eine Nachzahlung zu

Um eine hohe Nachzahlung zu verhindern, können Mieter selbstständig die Vorauszahlungen erhöhen. Der Mieterbund rät jedoch zur Vorsicht: Sollten sich die Vorauszahlungen als zu hoch erweisen, kann es umständlich sein, das zu viel gezahlte Geld vom Vermieter zurückzuerhalten. Überschätzt sich ein Mieter und kann die höheren Vorauszahlungen wider Erwarten nicht zahlen, droht sogar eine Kündigung, wenn die ausstehenden Vorauszahlungen die Höhe einer Monatsmiete erreicht haben.

Mieter können alternativ eigene Rücklagen bilden, um die Nachforderungen zu begleichen. Der Mieterbund empfiehlt zudem, Nebenkostenabrechnungen immer genau zu prüfen. Diese seien häufig inkorrekt und nur schwer nachvollziehbar. Unterstützung zur Prüfung der Nebenkosten- und Heizkostenabrechnung gibt es beim Mieterverein.

Vorauszahlung statt Nachzahlung: Hohe Energiepreise sorgen für teure Nebenkosten

Der Vermieter darf die Vorauszahlungen nur erhöhen, nachdem eine Nebenkostenabrechnung gezeigt hat, dass mit den geleisteten Vorauszahlungen die Kosten nicht vollständig gedeckt werden konnten. Die neue Vorauszahlung errechnet sich dann aus dem Saldo der aktuellen Nebenkostenabrechnung, geteilt durch zwölf. Vermieter dürfen außerdem eine zu erwartende Steigerung der Energiekosten einkalkulieren und die Vorauszahlungen entsprechend erhöhen. Eine Erhöhung der Vorauszahlungen ist nur einmal pro Abrechnungsjahr zulässig.

Zeichnet sich ab, dass bei den Vorauszahlungen oder der Begleichung der Nebenkostenabrechnung finanzielle Schwierigkeiten drohen, rät der Mieterbund zu einem frühzeitigen Gespräch mit dem Vermieter oder der Vermieterin. Möglich ist beispielsweise, eine Ratenzahlung zu vereinbaren, um den Betrag der Nebenkostenabrechnung abzuzahlen. Zudem sollten sich Mieterinnen und Mieter über Unterstützungsgebote informieren, auch hier bietet der Mieterverein Unterstützung an.

Frist für Nebenkostenzahlung: Vorauszahlungen oder Sparen als Hilfe für die Nachzahlung

Allgemein gilt zur Zahlung der Nebenkostenabrechnung eine Frist von 30 Tagen. Mieterinnen und Mieter sollten die Rechnung in jedem Fall prüfen und etwaige Einwände frühestmöglich mit dem Vermietenden besprechen. Ob eine verspätete Zahlung ein Kündigungsgrund darstellt, ist laut Mieterbund noch nicht abschließend geklärt – Es gibt allerdings bereits Urteile, in denen in diese Richtung entschieden wurde. Mietende sollten in jedem Fall vorsorgen, indem sei Geld zurücklegen, die Vorauszahlungen erhöhen oder bei finanziellen Schwierigkeiten das Gespräch mit dem Vermieter suchen. (fh/dpa)

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