1. Startseite
  2. Panorama

Fünf

Erstellt:

Von: George Grodensky

Kommentare

24 Ideen für kleine Geschenke zu Weihnachten. Nummer 5:Klang gewordener Weihnachtspulli

Musik war in unserem Freundeskreis schon immer wichtig. Auch wenn wir im gesetzten Alter nicht mehr so oft vor die Tür gehen, versuchen wir doch am Puls des modernen Liedes zu bleiben. Nur schaffen wir das leider kaum noch gemeinsam, da ist der Alltag zu erdrückend. Ganz zu schweigen von der Corona-Seuche, die feuchtfröhliche Karaoke-Abende ins Reich der Legenden gedrückt hat. So hat sich in den vergangenen Jahren der Brauch eingeschlichen, dass wir uns gegenseitig eine selbst gebrannte CD zu Weihnachten schenken, ein klassisches Mixtape, einen Jahressampler mit guter Musik.

Damit schlagen wir gleich mehrere Fliegen mit einer Scheibe. Wir zeigen unseren Freunden, dass wir an sie denken, dass wir sie gerne genug haben, um uns Zeit abzuzwacken und etwas für sie zu basteln. Über die Feiertage und zwischen den Jahren hat man auch mal ein paar Tage Ruhe, der Musik zu lauschen. Zumindest sind Wandern oder Fahrrad fahren Ende Dezember nicht die erste Wahl bei den Freizeitbeschäftigungen. Lieber eine heiße CD einflößen gegen die Kälte der Welt. Altmodisch sind wir. Natürlich ginge auch ein Spotify-Link oder eine Youtube-Playlist. Oder ein Zettel mit Liedtiteln. Aber dann kann man es auch lassen. Es soll ja ein physisches Geschenk sein. Bunt verpackt. Wenigstens pressen wir es nicht auf Vinyl.

Gute Musik ist natürlich ein relativer Begriff. Für uns ist sie auch ein Rückblick aufs Jahr, auf die paar Momente, die wir doch gemeinsam verbracht haben. Das Festival, auf dem wir uns im August getroffen haben, steuert zwei bis drei Songs bei. Sie erklingen und sofort haben wir wieder den Sommerwind in den Haaren und das Bier auf der Zunge. Der Sampler gedenkt darüber hinaus den vielen geteilten Erlebnissen der Jahre zuvor. Die Tocos haben mal wieder was veröffentlicht, die haben uns schon in den 90ern in die Adoleszenz begleitet.

Vom Glück der kleinen Dinge

Die selbstgestrickten Socken in fröhlichen Farben, das liebevoll gekochte Menü, der handgeschriebene Brief an die weit entfernt wohnende Freundin oder die schon so lange aufgeschobene Mitgliedschaft im Verein, der sich um Bedürftige kümmert – im diesjährigen Adventskalender stellen wir Ideen vor, wie Sie mit kleinen Dingen oder beherzten Gesten Ihre Lieben oder auch andere Menschen zu Weihnachten beschenken können. FR

Auch Bernd Begemann schafft es fast immer auf den Weihnachtssampler. Der Mann ist unverwüstlich und schenkt der Clique stets besondere Konzerterlebnisse. „Weißt Du noch damals, als Bernd dreieinhalb Stunden gespielt hat und wir am Ende nur noch erschöpft in der Ecke sitzen konnten?“, rufen wir uns zu. Nie werden wir den Abend vergessen, als der charmante Entertainer sich lustig machte über die Spielstätte: „Cooky’s, mehr als nur ein Jugendzentrum.“ Je öfter er das säuselte, desto länger wurde das Gesicht des Chefs. Wahrscheinlich hat man ihn nach dem Konzert verprügelt. Hausverbot hat er allemal.

Natürlich geben wir mit so einem Mixtape auch an wie Bolle. Schaut her, was wir alles an toller Musik kennen! Rathmann, frische, neue, junge Band aus Marburg. Was, kennt ihr nicht? Zur Angeberei gesellt sich Neckerei. Auf jedem Sampler findet sich wieder ein Stück, von dem man weiß, dass es die anderen garantiert nicht ertragen können. Was wird es diesmal sein? Das Blondie-Cover von dem Typen mit dem Schnauzbart? Oder der australische Knödelbarde mit dem Banjo? Man sieht förmlich, wie die Gegenseite auflacht. „Jodeln! Wo findet er nur immer diese Leute?“

Unser Mixtape ist somit eine Mischung aus purer Weihnachtsfreude und schlechtem Geschmack, vergleichbar mit dem neuerdings so beliebten Brauch des „Ugly Christmas Sweater“. Warm, weihnachtlich und in Teilen scheußlich. Wir tragen ihn auf dem Herzen.

Auch interessant

Kommentare