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Führerschein umtauschen: Erste Frist läuft ab – wer jetzt dringend handeln sollte

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Von: Nadja Austel

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Es ist so weit: Die ersten Führerscheine müssen gegen die neuen EU-Führerscheine umgetauscht werden. Doch nicht für jeden gilt die gleiche Frist.

Frankfurt – Führerscheine sollen laut Bundesverkehrsministerium zukünftig innerhalb der EU ein einheitliches Muster erhalten, das insbesondere aktuelle Anforderungen an die Fälschungssicherheit erfüllt. Außerdem sollen alle Führerscheine in einer Datenbank erfasst werden, um Missbrauch mit den Dokumenten zu vermeiden.

Die im EU-Parlament beschlossenen Vorgaben sieht vor, dass bis zum 19. Januar 2033 alle vor dem 19. Januar 2013 ausgestellten Führerscheine gegen die neuen EU-Führerscheine umgetauscht werden sollen. Insgesamt circa 43 Millionen Führerscheine – davon etwa 15 Millionen Papier-Führerscheine und rund 28 Millionen Scheckkarten-Führerscheine – müssen in den kommenden Jahren umgetauscht werden, so der ADAC.

Warum gibt es den Führerschein-Umtausch überhaupt?

Führerschein-Umtausch: Wann muss wer die Fahrerlaubnis umtauschen?

Um eine Überlastung der Behörden und lange Wartezeiten zu vermeiden, gelten gestaffelte Fristen für den Führerschein-Umtausch. Je nach Geburtsjahr des Inhabers oder dem Ausstellungsjahr des Führerscheins greift die Umtauschpflicht zu einem bestimmten Stichtag. Ein freiwilliger vorzeitiger Umtausch des Führerscheindokuments ist jederzeit möglich, also auch vor dem in der Umtauschtabelle genannten Datum.

Bei Führerscheinen, die bis zum 31. Dezember 1998 ausgestellt wurden, ist für die Frist-Einteilung das Geburtsjahr des Inhabers ausschlaggebend:

Geburtsjahr des InhabersFrist
vor 1953Umtausch bis 19. Januar 2033
1953 bis 1958Umtausch bis 19. Juli 2022
1959 bis 1964Umtausch bis 19. Januar 2023
1965 bis 1970Umtausch bis 19. Januar 2024
1971 oder späterUmtausch bis 19. Januar 2025
Quelle: Bundesregierung.de

Für die Jahrgänge 1953 bis 1958 war ursprünglich die Frist zum 19. Januar 2022 vorgesehen. Doch in der Praxis bekamen unter Corona-Bedingungen viele Autofahrer keinen Termin bei den unterbesetzten Behörden. Diese haben die Frist daher bis zum 19. Juli 2022 verlängert.

Drei Generationen des Führerscheins: Der rosafarbene „Lappen“ hat ab dem 19. Januar 2033 endgültig ausgedient, ab dem 19. Januar diesen Jahres wird der einheitliche EU-Führerschein im Kreditkartenformat ausgestellt.  
Foto: dpa
Drei Generationen des Führerscheins: Der rosafarbene „Lappen“ hat ab dem 19. Januar 2033 endgültig ausgedient. Inzwischen wird nur noch der einheitliche EU-Führerschein im Kreditkartenformat ausgestellt. (Symbolbild) © dpa

Bei Führerscheinen, die ab dem 1. Januar 1999 ausgestellt wurden, ist hingegen das Ausstellungsjahr des Führerscheins relevant:

Ausstellungsjahr des FührerscheinsFrist
1999 bis 2001Umtausch bis 19. Januar 2026
2002 bis 2004Umtausch bis 19. Januar 2027
2005 bis 2007Umtausch bis 19. Januar 2028
2008Umtausch bis 19. Januar 2029
2009Umtausch bis 19. Januar 2030
2010Umtausch bis 19. Januar 2031
2011Umtausch bis 19. Januar 2032
2012 bis 18. Januar 2013Umtausch bis 19. Januar 2033
Quelle: Bundesregierung.de

Die einzige Ausnahme von dieser Einteilung sind laut Bundesverkehrsministerium Fahrerlaubnisinhaber, deren Geburtsjahr vor 1953 liegt. Sie müssen den Führerschein erst bis zum 19. Januar 2033 umtauschen, und zwar unabhängig vom Ausstellungsjahr des Führerscheins. Wenn also Frau Mustermann im Jahr 1952 (oder davor) geboren wurde, ihren Führerschein aber erst im Jahre 2003 erhalten hat, so gilt für die Umtausch-Frist bis 19. Januar 2033.

Wo findet der Führerschein-Umtausch statt?

Für den Umtausch des Führerscheindokuments ist die Führerscheinbehörde des aktuellen Wohnsitzes zuständig. Die Bundesregierung empfiehlt, sich frühzeitig über die coronabedingten Änderungen der Sprechzeiten zu informieren und die Termine im Voraus zu vereinbaren.

Wurde der alte Papierführerschein nicht von der Behörde des aktuellen Wohnsitzes ausgestellt, ist eine sogenannte Karteikartenabschrift der ursprünglich ausstellenden Behörde erforderlich, so die Bundesregierung. Diese lässt sich per Post, telefonisch oder auch online beantragen und an die aktuelle Führerscheinstelle schicken.*

Bei Verlust muss der Fahrzeugschein bei der Zulassungsstelle schnellstmöglich neu beantragt werden.
Autofahrer der Geburtsjahre von 1953 bis 1958 müssen sich von ihren alten Papierführerscheinen trennen. © Thomas Imo/Imago

Führerschein-Umtausch: Was wird dafür benötigt?

Für den Führerschein-Umtausch sind folgende Dokumente vorzulegen:

Kann man den alten Führerschein nach dem Umtausch behalten?

Für viele Inhaber:innen einer Fahrerlaubnis ist der alte Führerschein mit wertvollen Erinnerungen verknüpft. Nicht jeder gibt ihn daher gern aus der Hand. Der alte Führerschein darf aber laut Bundesregierung vom Inhaber behalten werden – er wird jedoch zuvor entwertet. Das heißt, er wird gestanzt. Daran ist zu erkennen, dass er keine Gültigkeit mehr besitzt.

Führerschein-Umtausch: Was passiert, wenn die Frist überschritten wird?

Laut Informationen des ADAC riskiert jeder, der die vorgesehene Umtausch-Frist verstreichen lässt und weiter mit seinem alten Pkw- oder Motorrad-Führerschein fährt, ein Verwarnungsgeld in Höhe von 10 Euro. Man begehe dabei keine Straftat – anders sei das bei Lkw- und Bus-Führerscheinen. Auch im Ausland könnten Pkw- und Motorradfahrer:innen Probleme bekommen, wenn sie nach Ablauf der Umtauschfrist weiter mit ihrem alten Führerschein unterwegs sind, so der ADAC. (na)

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