Lockerungen machen‘s möglich

Zum Friseur trotz Corona-Krise: Es gilt die Mundschutzpflicht - und es wird teurer

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Nach den Lockerungen dürfen Friseursalons wieder öffnen. Weil die Corona-Krise aber längst nicht bewältigt ist, gelten einige Vorgaben - etwa die Mundschutzpflicht.

  • Nach wochenlanger Pause öffnen Friseure in Deutschland wieder ihre Pforten
  • Aufgrund der Lockerungen in der Corona-Krise* ist der Gang zum Friseur wieder möglich
  • Allerdings gelten aufgrund der Corona-Pandemie einige Vorgaben

Frankfurt - Friseure dürften sich seit Montag (04.05.) die Haare raufen. Wenn tausende Menschen innerhalb kürzester Zeit mit ihrem selbst geschusterten Haarschnitt endlich wieder in die Friseursalons eilen dürfen, gilt für die Friseure nur eines: Schadensbegrenzung. 

Not macht bekanntlich erfinderisch. Als die Corona-Krise ihren Lauf nahm und die Friseure die Pforten schließen mussten, griffen viele Menschen in Deutschland eben selbst zur Schere. In manchem Fall vielleicht keine gute, aber hier und da eben doch notwendige Idee. In Zuge derLockerungen dürfen Friseure jetzt wieder öffnen - allerdings nicht, ohne einige Vorgaben einzuhalten. 

Zum Friseur trotz Corona: Mundschutzpflicht auch beim Haareschneiden

Der Friseur-Besuch wird anders sein. So ist aufgrund der Corona-Pandemie das Tragen eines Mundschutzes* Pflicht - sowohl für den Friseur als auch den Kunden. Muss man also jetzt seine Schutzmaske mit zum Haareschneiden nehmen? Ist empfehlenswert, aber kein Muss. So werden die Salons wohl selbst einen Mundschutz für Kunden bereitstellen. 

Seit Montag dürfen Friseursalons nach wochenlanger Corona-Pause wieder öffnen.

Jörg Müller, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks, rechnet nicht damit, dass es zu Problemen beim Schneiden führt. Notfalls werden die Schlaufen der Schutzmaske eben kurzzeitig vom Ohr genommen. Der Kunde könne den Mundschutz dann solange festhalten. 

Wegen Corona-Krise: Einige Dienstleistungen beim Friseur fallen weg

Zudem müssen sich Kunden darauf einstellen, einige Abstriche machen zu müssen. „Gesichtsnahe Dienstleistungen wie Augenbrauen- und Wimpernfärben, Rasieren und Bartpflege dürfen derzeit nicht ausgeführt werden“, heißt es in den arbeitsschutzrechtlichen Vorgaben der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienste und Wohlfahrtspflege. 

Auch das obligatorische Glas Wasser oder die Tasse Kaffee fällt weg. Immerhin: Die Zeitschrift, die man vermutlich nur beim Friseur und sonst nirgends liest, ist erlaubt. Diese Maßnahmen sollen die Infektionsgefahr mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 verringern. 

Weniger Leistung, höhere Preise: Der Besuch beim Friseur in Zeiten von Corona

Wer in Zeiten von Corona zum Friseur geht, muss mit einem Aufpreis rechnen. Grund dafür ist der zeitliche Mehraufwand durch die Schutzmaßnahmen sowie die Kosten für Mundschutz, Einmalhandschuhe und Desinfektionsmittel. Hinzu kommt, dass Friseure aufgrund der Abstandsregeln deutlich weniger Kunden gleichzeitig bedienen können. 

Mit welchen Kosten muss der Kunde also rechnen? Der Verband Deutscher Friseurunternehmen rechnet mit einem durchschnittlichen Preisanstieg von ein bis zwei Euro. Zu verschmerzen im Vergleich zum selbst rasierten Haarschnitt. 

Friseur trotz Corona: Haarewaschen wird zur Pflicht

Wer in der Vergangenheit auf das Haarewaschen beim Friseur verzichtet hat, um auch den letzten Euro zu sparen, muss jetzt in den sauren Apfel beißen. Das Haarewaschen wird zur Pflicht. Auf diese Weise sollen mögliche Viren in den Haaren abgetötet werden. 

Dabei reicht es nicht aus, wenn sich der Kunde vor dem Gang in den Friseursalon selbst die Haare wäscht. Auf dem Weg dorthin könnte man mit dem Coronavirus ebenfalls in Kontakt kommen, heißt es von offizieller Seite. 

Heißt für den Kunden: Mehr Zeit für den Friseur mitbringen und, na klar: mehr Geld. 

Kunde muss wegen Corona Kontaktdaten beim Friseur hinterlegen

Und was passiert, wenn der Kunde oder ein Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet wird*? Zu diesem Zweck werden von jedem Kunden die Kontaktdaten vom jeweiligen Friseursalon erfasst. Dazu zählen Adresse, Handynummer und E-Mail-Adresse. So können im Fall der Fälle eventuelle Infektionsketten nachvollzogen werden. 

Wer sich dem verweigert, muss wohl wieder selbst Hand an die Haare anlegen. Und wer will das schon?

Corona: Muss man einen Termin beim Friseur machen?

Trotz der Corona-Maßnahmen in Friseursalons ist mit einem großen Ansturm zu rechnen. „Es wird einfach einen Run geben“, ist sich auch Müller sicher. Zwar sind sogenannte „Walk-in-Friseure“ weiterhin erlaubt. Klüger ist es aktuell jedoch, einen Termin zu machen.  

Von Nico Scheck (mit dpa)

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