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Im Zeichen des Ukraine-Kriegs: Friedensnobelpreis geht nach Russland, Belarus und Ukraine

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Von: Patrick Huljina

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Vor dem Nobelpreis-Museum in Stockholm ist eine Ukraine-Flagge mit einer Aufforderung zum Frieden zu sehen.
Vor dem Nobelpreis-Museum in Stockholm ist eine Ukraine-Flagge mit einer Aufforderung zum Frieden zu sehen. © Steffen Trumpf/dpa

In Oslo wurden heute die Friedensnobelpreisträger 2022 bekannt gegeben. Die Auszeichnung steht in diesem Jahr ganz im Zeichen des Ukraine-Kriegs.

Update vom 7. Oktober, 11.05 Uhr: Der Friedensnobelpreis 2022 geht an den Menschenrechtsanwalt Ales Bjaljazki aus Belarus. Er ist derzeit in Belarus wegen des Vorwurfs des Steuerbetrugs inhaftiert. Berit Reiss-Andersen, die Vorsitzende des Komitees, forderte die Behörden in dem autoritär regierten Land auf, Bjaljazki freizulassen. „Wir hoffen inständig, dass das geschehen wird und dass er nach Oslo kommen kann, um seine Ehrung entgegenzunehmen“, sagte sie.

Darüber hinaus wurden die russische Menschenrechtsorganisation Memorial und die ukrainische Menschenrechtsorganisation Center for Civil Liberties ausgezeichnet. Das teilte das norwegische Nobelkomitee am Freitag in Oslo mit.

Die diesjährigen Preisträger repräsentierten die Zivilgesellschaft in ihren Heimatländern, sagte Reiss-Andersen bei der Preisbekanntgabe. Sie hätten einen „außergewöhnlichen Beitrag“ geleistet, um Kriegsverbrechen, Menschenrechtsverletzungen und Machtmissbrauch zu dokumentieren und setzten sich seit vielen Jahren für den Schutz der Grundrechte der Bürger und das Recht ein, Machthabende zu kritisieren.

Friedensnobelpreis 2022: Wettbüros sehen Selenskyj unter den Favoriten

Erstmeldung vom 7. Oktober: München/Oslo - Am Freitag (7. Oktober) wird in Oslo verkündet, wer in diesem Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wird. Das norwegische Nobelkomitee wird um 11 Uhr das Geheimnis lüften, wen es diesmal mit dem wichtigsten Friedenspreis der Erde ehren wird. Insgesamt 343 Kandidaten – 251 Persönlichkeiten und 92 Organisationen – sind in diesem Jahr nominiert worden. Die Namen werden traditionell 50 Jahre lang geheim gehalten.

Mit Blick auf den seit Februar andauernden Ukraine-Krieg rechnen Beobachter damit, dass ukrainische Akteure oder andere Widersacher des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet werden könnten. Die Wettbüros zählen unter anderem den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, das Online-Medium The Kyiv Independent und das ukrainische Volk an sich zu ihren Favoriten.

Laut Experten gehören auch der inhaftierte russische Kreml-Kritiker Alexej Nawalny und die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja zum engeren Favoritenkreis. Eine Auszeichnung der beiden wäre ein klares Signal gegen das Vorgehen von Putin beziehungsweise dem mit ihm verbündeten Präsidenten von Belarus, Alexander Lukaschenko. Deutsche wurden vorab nicht zu den Favoriten gerechnet. Letzter deutscher Preisträger war vor über 50 Jahren Ex-Kanzler Willy Brandt, der 1971 für seine Ostpolitik, die zur Entspannung im Kalten Krieg beigetragen hatte, ausgezeichnet wurde.

Friedensnobelpreis wird heute in Oslo vergeben: Nachfolger für Muratow und Ressa gesucht

Mit Dmitrij Muratow, dem Chefredakteur der kremlkritischen Zeitung Nowaja Gaseta, war bereits 2021 ein Putin-Gegner unter den Preisträgern. Neben ihm erhielt im vergangenen Jahr auch die Philippinerin Maria Ressa den Friedensnobelpreis. Die beiden Journalisten wurden für ihren mutigen Kampf für die Meinungsfreiheit ausgezeichnet.

Der Friedensnobelpreis wird als einziger der Nobelpreise nicht im schwedischen Stockholm, sondern in der norwegischen Hauptstadt Oslo verliehen. In diesem Jahr sind alle Nobelpreise erneut mit zehn Millionen schwedischen Kronen (knapp 920.000 Euro) pro Kategorie dotiert. Überreicht werden sie traditionell am 10. Dezember, dem Todestag von Preisstifter und Dynamit-Erfinder Alfred Nobel (1833-1896).

Im Laufe der Woche erhielt bereits die Französin Annie Ernaux den Nobelpreis für Literatur. Drei Molekülforscher wurden mit dem Chemie-Nobelpreis ausgezeichnet. Der Nobelpreis für Physik ging an drei Quantenforscher. Für seine Erkenntnisse zur menschlichen Evolution wurde der in Leipzig forschende Schwede Svante Pääbo mit dem Medizin-Nobelpreis ausgezeichnet(ph/dpa)

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