Schweinfurt

Freigelassener Verdächtiger im Mordfall Ramona wegen anderer Sache in Haft

76-Jähriger gilt für 23 Jahre zurückliegenden Mord als verdächtig.

In dem bis heute unaufgeklärten 23 Jahre zurückliegenden Fall Ramona ist der ursprünglich aus der Untersuchungshaft entlassene tatverdächtige 76-Jährige einem Medienbericht zufolge wieder festgenommen worden. Dies geschah aber nicht wegen des Mordfalls, sondern auf Antrag der Staatsanwaltschaft Schweinfurt wegen Verstoßes gegen Bewährungsauflagen in einer anderen Sache, wie der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) am Freitag berichtete.

Demnach soll der Mann 1999 in Schweinfurt wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern zu einer Haftstrafe verurteilt worden sein, für die nach seiner Freilassung bis heute Bewährungsauflagen gelten. Der mehrfach vorbestrafte Sexualtäter aus Sachsen war überraschend im Mordfall Ramona freigelassen worden, weil laut MDR die von der Polizei beschafften Beweise nicht vor Gericht verwertbar seien.

Verdeckte Ermittler hatten sich das Vertrauen des Tatverdächtigen erschlichen und ihm eine Falle gestellt. Sie wollten ihm jemanden vermitteln, der für ihn den Mord gestehen würde. Ziel der Täuschung war es dem Bericht zufolge, ihn zur Preisgabe von Täterwissen zu bringen. Ergebnis war die Festnahme des Manns im Januar 2019 in Erfurt. Die zehnjährige Ramona war im August 1996 in Jena getötet worden, die Sonderkommission Altfälle rollte den Fall wieder auf. (afp)

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