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„Mega-Feuer“: Waldbrände zerstören hunderte Hektar Land in Frankreich

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Von: Lea-Sophie Mollus

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Ausufernde Waldbrände und kein Ende in Sicht: Durch anhaltende Trockenheit und starken Wind sind die massiven Feuer in Frankreich kaum unter Kontrolle zu bekommen.

Nîmes/Arles – In Südfrankreich kämpft die Feuerwehr gegen lodernde Waldbrände. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit sind in den Cevennen bereits rund 600 Hektar Naturfläche verbrannt – auch an etlichen anderen Stellen in Südfrankreich wüten heftige Brände. Starker Wind facht die Feuer weiter an.

Hunderte Feuerwehrleute sind im Süden von Frankreich im Einsatz, um gegen die ausufernden Waldbrände anzukommen. Der sogenannte Mistral-Wind – ein Wind, der die Vegetation stark austrocknet, somit anfälliger für Feuer macht und die Ausbreitung vergünstigt – verschlimmert die Situation weiter, wie Feuerwehrchef David Gaidet der französischen Zeitung La Provence berichtet.

Waldbrände im Süden von Frankreich: Momentan nicht klar, wie das Feuer gestoppt werden kann

In den Cevennen im französischen Zentralmassiv sind laut Angaben der Behörden in der Stadt Nîmes seit Freitag (8. Juli) 950 Feuerwehrleute mit 140 Löschfahrzeugen im Einsatz. Im Bereich Bordezac mussten bereits rund 100 Menschen ihre Wohnungen verlassen, die Bewohner anderer Ortschaften wurden aufgefordert, sich in ihren Häusern in Sicherheit zu bringen, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Auch in der Ortschaft Générac wüteten die Flammen. Bis zum Abend sind dort laut der französischen Nachrichtenagentur Agence France-Press (AFP) 150 Hektar Buschland und Pinienwald verbrannt.

Die Cevennen im französischen Zentralmassiv
Höhe1702 Meter
Höchster GipfelMont Lozère (1699 Meter)
Ursprungvor rund 350 Millionen Jahren

„Dieses Feuer ist ein Mega-Feuer“, sagt Feuerwehr-Sprecher Tanguy Sagères gegenüber der AFP. „Es ist eine äußerst ungünstige und sehr kritische Situation, weil der Wind nicht nachlässt und es auch morgen nicht ruhiger wird. Wir sehen im Moment nicht, wie wir dieses Feuer stoppen können.“

Feuerwehrleute versprühen Wasser, um einen Waldbrand in der Nähe von Besseges in Südfrankreich zu löschen.
Wegen anhaltender Trockenheit und starkem Wind kommt es in Südfrankreich zu verheerenden Waldbränden. © Sylvain Thomas/dpa

Frankreich: Mehrere Regionen im Süden von heftigen Waldbränden betroffen

Etwas weiter südlich, am Stadtrand von Arles, kämpften in der Nacht zu Freitag 120 Feuerwehrleute mit Löschfahrzeugen gegen die Flammen – auch ein Hubschrauber war im Einsatz, 350 weitere Einsatzkräfte wurden als Verstärkung angefordert. Acht Wohnhäuser, Lagerbestände von Firmen in einem Industriegebiet und Fahrzeuge mehrerer Autohändler sind den Flammen laut La Provence bereits zum Opfer gefallen.

So ausgetrocknet wie jetzt im Juli ist die Natur laut Gaidet sonst erst im August. Erschreckend ist zudem, dass neun von zehn Waldbränden durch die Fahrlässigkeit von Menschen ausgelöst werden, zum Beispiel durch weggeworfene Zigarettenkippen oder das Grillen in der Natur, so die dpa.

Auch in Brandenburg kommt es durch die Trockenheit zu Waldbränden. Wird Deutschland durch den Klimawandel zum Waldbrandland? Zudem bringt die Dürre auch weitere Probleme wie Wasserknappheit mit sich. In Italien ist die Situation schon jetzt sehr kritisch. (Lea-Sophie Mollus)

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