Viele Vermisste

Schwere Unwetter in Italien und Frankreich - Mehrere Tote

  • Rebecca Röhrich
    vonRebecca Röhrich
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Chaos und Zerstörung haben schwere Unwetter in Italien und Frankreich verursacht. Mindestens acht Menschen sind ums Leben gekommen, mehrere werden noch vermisst.

  • Schwere Unwetter haben im Süden von Frankreich viel Chaos angerichtet.
  • Zahlreiche Menschen werden vermisst, unter anderem zwei Feuerwehrleute
  • Der französische Premierminister kündigte einen Besuch im Katastrophengebiet an.

Update vom 05.10.2020, 10:48 Uhr: Nach den schweren Regen-Unwettern gehen in Norditalien die Aufräumarbeiten vielerorts weiter. Nach vorläufigen Zählungen fanden die Behörden im Nordwesten Italiens mindestens acht Todesopfer, darunter vermutlich mehrere Franzosen. Auch in Frankreich, Österreich und der Schweiz hatten Regenmassen und Sturm am Wochenende schwere Schäden angerichtet. Brücken wurden zerstört und Straßen überschwemmt.

Schwere Unwetter in Italien und Frankreich

In Ligurien, das an Frankreich grenzt, waren am Sonntag nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa an der Küste und an einem Fluss fünf Leichen angespült worden. Die Behörden in Sanremo äußerten laut italienischen Agenturberichten die Vermutung, dass es sich um Vermisste aus Frankreich handeln könnte. Die Identifizierung der Toten laufe noch.

Mehrere Tote bei Unwettern in Frankreich und Italien

Die Feuerwehr meldete zudem am Sonntagabend auf Twitter, man habe am Alpenpass Colle di Tenda die Leiche eines französischen Hirten gefunden, der vermisst worden war. Im nahen Ort Limone Piemonte in der italienischen Provinz Cuneo (Piemont) hatte das Unwetter seit Freitagabend besonders schlimm gewütet. Ebenfalls in der Region Piemont war bei Vercelli ein 36-jähriger Autofahrer auf einer kaputten Straße vom Flusswasser weggerissen worden und gestorben. Außerdem war ein 53-jähriger freiwilliger Feuerwehrmann aus der Gemeinde Arnad im Aostatal bei einer Rettungsaktion umgekommen.

Erstmeldung: Frankreich - Sintflutartige Regenfälle und Überschwemmungen haben in einigen Regionen von Frankreich eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Die Unwetter tobten vor allem im Süden des Landes. Nach Angaben der Feuerwehr gibt es nach derzeitigen Erkenntnissen acht Vermisste und drei mutmaßlich Vermisste. Mehrere Dörfer im Hinterland der Côte d‘Azur waren von der Außenwelt abgeschnitten. Premierminister Jean Castex kündigte einen Besuch des Katastrophengebiets an.

In der Gemeinde Saint-Martin-Vesubie im Süden Frankreichs hat das Unwetter besonders stark gewütet.

Unwetter im Süden von Frankreich: Viele Menschen vermisst – Feuerwehrleute von Fluten mitgerissen

Unter den Vermissten sind nach Feuerwehrangaben auch zwei Feuerwehrleute, deren Fahrzeug während eines Einsatzes von den Fluten mitgerissen wurde. Ein zunächst vermisster Polizist wurde wohlbehalten aufgefunden.

Außerdem werden in einem Dorf rund 50 Kilometer nördlich von Nizza zwei Bewohner vermisst, die sich vor dem steigenden Hochwasser auf das Dach ihres Hauses geflüchtet hatten - das Haus stürzte nach Behördenangaben ein und die zwei Menschen verschwanden in den Fluten.

Als gesichert gilt eine Vermisstenanzeige aber erst dann, wenn Zeugen das Verschwinden des Betroffenen gesehen haben. Im Falle der mutmaßlich Vermissten gibt es dagegen keine konkreten Angaben zum Verschwinden.

Starke Unwetter in Frankreich sorgen für Chaos: Erdrutsche drohen – Telefonnetz gestört

In dem Dorf Saint-Martin-Vésubie stürzte aufgrund der Unwetter eine Brücke ein. Ein Parlamentsabgeordneter vor Ort berichtete, die Tankstelle des Ortes sei von den Fluten mitgerissen und mehrere Häuser stark beschädigt worden. In der Region waren laut dem Netzbetreiber Enedis tausende Haushalte ohne Strom. Massive Störungen gab es auch im Telefonnetz.

An mehreren Orten drohten Erdrutsche, so dass auch am Samstag viele Straßen gesperrt blieben. Am rund zehn Kilometer von Bollène-la Vésubie entfernten Turini-Pass mussten mehrere Feuerwehrautos warten, bevor sie in das Katastrophengebiet weiterfahren konnten, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP beobachtete. Mehrere der Feuerwehrautos waren mit Booten beladen.

Frankreich: Premierminister Castex kündigt Besuch in der vom Unwetter betroffenen Region an

Der Premierminister von Frankreich, Jean Castex, kündigte an, die Region gemeinsam mit Innenminister Gérald Darmanin zu besuchen, sobald die Bedingungen dies ermöglichten. Der Staat stehe an der Seite der Betroffenen und Helfern, schrieb Castex im Online-Dienst Twitter.

Dutzende Menschen wurden nach Feuerwehrangaben vor den Überschwemmungen in Sicherheit gebracht. Ein Vertreter der Präfektur Alpes-Maritimes sprach von einer „noch nie dagewesenen Lage“, große Gebiete seien von Überschwemmungen betroffen und mehrere Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten.

Im Süden Frankreichs gibt es immer wieder verheerende Überschwemmungen. Bei schweren Unwettern im Herbst vergangenen Jahres kamen an der Côte d‘Azur 14 Menschen ums Leben. Und nach einem schweren Unwetter im Dezember 2019 waren tausende Haushalte in Frankreich ohne Strom und viele Regionen in Alarmbereitschaft. (slo mit AFP)

Rubriklistenbild: © VALERY HACHE/afp

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