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Frankreich: Historische Dürre mit Wasser-Rationierung – Was Reisende wissen müssen

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Von: Tanja Koch

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Waldbrände in Frankreich Carro La Couronne.
In Frankreich mussten Touristen und Einheimische wegen grassierender Waldbrände evakuiert werden. © Clement Mahoudeau/Imago

Brände, Wasser-Knappheit, ausgetrocknete Flüsse – in einigen Regionen Frankreichs müssen Reisende mit Einschränkungen aufgrund der Hitzewelle rechnen.

Paris – „Diese Trockenheit ist die schlimmste, die in unserem Land jemals verzeichnet wurde“, hat das Büro der französischen Premierministerin Elisabeth Borne mitgeteilt. Und sie könne noch zwei Wochen lang anhalten oder sich gar verschlimmern. Der Mangel an Regen werde durch aufeinander folgende Hitzewellen verschlimmert, die zum einen die Verdunstung verstärkten, aber auch den Bedarf an Wasser. Für die Landwirtschaft und die Umwelt sei dies eine „Katastrophe“. Doch indirekt ist auch der Tourismus betroffen. Denn in einigen Regionen Frankreichs, aber auch anderswo in Europa, kommt es infolge der Dürre zu Wasser-Knappheit und Waldbränden. Zudem trocknen Flüsse und Seen aus.

In Südfrankreich beispielsweise sowie südlich von Bordeaux etwa waren Wälder in Brand geraten, bislang konnten Feuerwehrleute die Flammen nur zum Teil unter Kontrolle bringen. Reisende müssen vor Aufbruch prüfen, ob die Autobahnen auf ihrer Strecke aktuell freigegeben sind.

Frankreich: Gewässer trocknen aus, die Trinkwasserversorgung bricht zusammen

Und auch Gewässer sind betroffen, wie Reisende feststellen müssen. Die Loire bei Orléans habe einen so niedrigen Wasserpegel, dass er Erwachsenen lediglich bis zu den Knien reiche, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Der Fluss Verdon sei bis zu sechs Meter niedriger als in früheren Jahren, das Kanu-Fahren in der berühmten Verdonschlucht in der Provence ist derzeit offenbar nicht möglich – denn dort fließe lediglich ein „bräunliches, stinkendes Rinnsal“. Zudem sei laut Welt die Schifffahrt auf dem Rhein eingeschränkt und der Stausee von Serre-Ponçon, in den Ausläufern der südlichen Alpen, habe 13 Meter Wassertiefe verloren.

Wie Umweltminister Christophe Béchu erklärte, sei zudem in mehr als einhundert französischen Gemeinden die Trinkwasserversorgung zusammengebrochen. Die betroffenen Kommunen werden nun per Lkw mit Trinkwasser versorgt, „da nichts mehr in den Leitungen ist“, sagte Béchu bei einem Besuch in Roumoules im Südosten Frankreichs. Er forderte die von Wasserknappheit betroffenen Regionen auf, rechtzeitig aktiv zu werden: „Wenn Sie Wasser beschaffen müssen, sollten Sie sich nicht erst an dem Morgen darum kümmern, wenn kein Wasser mehr in den Leitungen ist.“ Eine Liste der Gemeinden ohne Trinkwasser liegt dem entsprechenden Ministerium laut francebleu.fr aktuell noch nicht vor.

Dürre in Frankreich: Krisenstufe in mehr als 60 von 96 Départements

In mehr als 60 der 96 Départements auf dem Festland habe man laut Süddeutscher Zeitung aber die Krisenstufe ausgerufen. Grünflächen und Hobbygärten dürfen dort nicht mehr bewässert werden, Oberflächen und Autos nicht mehr nass gereinigt werden. Wie die interaktive Karte des Landwirtschafts-Portals terre-net.fr zeigt, bleibt derzeit nur der Nord-Osten von einer großflächigen Krisen-Stufe verschont – die Warn-Stufen wurden jedoch auch dort ausgerufen.

Insgesamt gibt es von der Dürre in Frankreich nur wenige Ausnahmen, wie etwa die Hauptstadt Paris oder der Naturpark Pyrénées Ariégeoises, wo statt regional lediglich lokal Warnungen gelten. Wer derzeit nach Frankreich reist, wird also mit hoher Wahrscheinlichkeit Zeugin und Zeuge der Dürre werden. (tk mit dpa/afp)

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