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In Paris wird trotz Corona-Lockdown wohl in geheimen Restaurants gefeiert. (Symbolbild)

Geheime Restaurants

Corona in Frankreich: Wirbel um geheime Restaurant-Besuche – „Nur ein Spaß“

  • VonSebastian Richter
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Die Behörden in Frankreich leiten nach einem TV-Bericht Ermittlungen wegen geheimer Restaurant-Besuche ein. Nun scheint alles anders.

Update vom 05.04.2021, 07.30 Uhr: Was hat es nun wirklich mit den geheimen Restaurant-Besuchen in Frankreich auf sich? Nachdem die Behörden wegen des Berichts des privaten Fernsehsenders M6 Ermittlungen in Auftrag gegeben hatten, zog nun die bis dahin anonyme Quelle ihre Behauptung, bei den Abendessen seien auch Minister gewesen, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP zurück.

Als Quelle gab sich am Sonntagabend Pierre-Jean Chalençon zu erkennen, der über seinen Anwalt mitteilen ließ, es habe sich um einen Spaß gehandelt. Chalençon ist Napoleon-Experte und Besitzer des Palais Vivienne, einem Veranstaltungsort im Zentrum der französischen Hauptstadt Paris. In dem TV-Bericht hatte er als einer der Organisatoren anonym über die Abende berichtet.

Staatsanwalt Rémy Heitz hatte am Sonntag erklärt, die Polizei solle prüfen, „ob Abende unter Missachtung der Gesundheitsregeln organisiert“ worden seien. Auch die „eventuellen Organisatoren und Teilnehmer“ sollten ermittelt werden. Außer um den Vorwurf der Gefährdung anderer gehe es in den Ermittlungen auch um mutmaßliche Schwarzarbeit.

Regierungssprecher Gabriel Attal hatte den Bericht direkt zurückgewiesen. „Ich glaube daran keine Sekunde“, sagte er. Die Regierungsmitglieder hätten die Pflicht, „vollkommen untadelig und vorbildlich“ zu sein. „Alle Minister, ohne Ausnahme, beachten die Regeln“, versicherte auch Wirtschaftsminister Bruno Le Maire. Innenminister Gerald Darmain betonte, die Regeln seien „für alle gleich“. Menschen in reichen Wohngegenden dürften keine Vorzugsbehandlung bekommen. „Es gibt keine zwei Arten von Bürgern mit denen, die Party machen dürfen, und denen, die nicht das Recht haben.“

Fernsehbericht empört Frankreich: Partys im Luxusrestaurant

Erstmeldung vom 04.04.2021: Paris – In Frankreich gelten seit einigen Wochen harte Regeln im Kampf gegen das Coronavirus. Nachdem die Neuinfektionen mit fast 40.000 innerhalb eines Tages die Rekordwerte aus dem November erreicht haben, verkündete der französische Präsident Emmanuel Macron am vergangenen Wochenende einen harten Lockdown – generelle abendliche Ausgangssperren inklusive. Fast 100.000 Menschen überlebten die Infektion mit Corona nicht.

Doch einige Franzosen ließen sich von den Maßnahmen offenbar nicht beeindrucken. Nachdem bereits im März 6500 Personen in Marseille an einem nicht genehmigten Karnevalsumzug teilnahmen, sorgt jetzt ein Bericht im französischen Fernsehen für Ärger. Darin werden geheime Luxusdinner gezeigt, die trotz Beschränkungen Parties veranstalten. Aber nicht nur normale Bürger ignorieren die Maßnahmen, die eigentlich Leben retten sollen. Laut dem Fernsehbericht sind auch Staatsbeamte bei den Treffen dabei.

„Ich habe diese Woche in zwei oder drei Restaurants gegessen, die sogenannte illegale Restaurants sind, mit einer Reihe von Ministern“, sagte ein Mann dem Sender M6, der als Organisator einer geheimen Party vorgestellt wird. Das interessierte auch die Pariser Staatsanwaltschaft, die am Sonntag eine Untersuchung einleitete. Ziel sei es, zu überprüfen, „ob Partys unter Missachtung der Gesundheitsvorschriften organisiert wurden und zu ermitteln, wer die Organisatoren und Teilnehmer gewesen sein könnten“, hieß es.

Feiern trotz Corona: Luxusrestaurants in Paris sollen geöffnet haben

Seit Ende Oktober sind die Restaurants geschlossen. In dem TV-Bericht sieht das allerdings ganz anders aus, ein geheimes edles Restaurant in Paris wird gezeigt. „Menschen, die hierher kommen, nehmen ihre Masken ab“, sagt ein unkenntlich gemachter Mitarbeiter. „Wenn Sie hier einmal durch die Tür sind, gibt es kein Covid“. Der Bericht zeigt außerdem ein Fest in einem edlen Etablissement, bei dem die Menschen ebenfalls keine Masken tragen und keine Abstandsregeln einhalten.

Auf Twitter machen einige Empörte ihrem Ärger Luft. Unter dem Hashtag #OnVeutLesNoms (deutsch: „Wir wollen die Namen“) fordern sie die Aufklärung der Fälle und die Veröffentlichung der Namen der gezeigten Personen. Frankfreichs Innenminister Gérald Darmanin forderte am Sonntagnachmittag die Polizei auf, „die Richtigkeit der berichteten Tatsachen zu überprüfen, um, falls sie sich bestätigen, die Organisatoren und Teilnehmer dieser heimlichen Abendessen strafrechtlich zu verfolgen“. (Sebastian Richter mit dpa)

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