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Cedric Wiemer aus Frankfurt trainiert sieben Mal die Woche.

Der disziplinierte Weltmeister

Frankfurter ist der beste Schüler Deutschlands - und hat Olympia im Blick

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Junioren-Ruderer Cedric Wiemer aus Frankfurt wird als Eliteschüler des Jahres ausgezeichnet. Sein Ziel sind die Olympischen Spiele 2024.

Frankfurt - Gleich wird Cedric Wiemer wieder rudern, aber nicht auf dem Wasser. Im Winter geht es nur noch einmal in der Woche auf den Main. Das bedeutet nicht, dass der junge Athlet aus Frankfurt mehr Freizeit hat. Sieben Mal die Woche trainiert er Kraftsport und Ausdauer, samstags zwei Einheiten. Sonntag sei der einzige Tag, wo er mal ausschlafen könne, erzählt Cedric zwischen Booten in den Räumen seines Rudervereins Germania.

Und seine Disziplin hat sich bereits ausgezahlt. Der 17-Jährige ist dieses Jahr nicht nur Deutscher Meister, sondern auch Europa- und sogar Weltmeister im Vierer geworden. Bei den Junioren versteht sich. Als Schlagmann ist er derjenige, der den Takt vorgibt.

Frankfurt: Ruderer über Umwege

Für seine schulischen und sportlichen Erfolge wird Cedric an der Carl-von-Weinberg-Schule als Eliteschüler 2019 geehrt. Seit einem Jahr besucht der Sachsenhäuser die Schule in Goldstein in Frankfurt, die sich besonders der Sportförderung widmet. „Cedric hat vergangenes Jahr überragendes geleistet“, begründet Bernd Brückmann, stellvertretender Leiter des Olympiastützpunkts Hessen, die Wahl. Besonders hervorgehoben wird bei der Auszeichnung, dass Cedric als Quereinsteiger zum Rudern kam – vom Schwimmsport. Seit fünf Jahren trainiert Cedric bei der Germania. Seine Mutter hatte ihn dort angemeldet. Am Rudern gefallen dem 1,89 Meter großen Sportler vor allem die Wettkämpfe, auf die man hinarbeite. Und dass man draußen sei.

Cedric habe sich in den vergangenen drei Jahren stetig weiterentwickelt, heißt es in der Jurybegründung weiter. Er sei sehr zielstrebig, motiviert und ehrgeizig. Aber auch realistisch im Wettkampf und er habe eine sehr gute Selbsteinschätzung. Die Auswahl sei schwierig gewesen, sagt Brückmann, es gebe so viele gute und erfolgreiche Sportler an der Schule. In der engen Auswahl seien Schwimmerin Anna Elendt und Fußballerin Sophia Kleinherne gewesen.

Frankfurt: Ruderer hat Olympia 2024 im Blick

Die Schule passe sich gut ans Training an, sagt Cedric, der Teil des Nachwuchskaders der Ruder-Nationalmannschaft ist. Denn er sei öfter mal eine Woche oder länger weg, für Wettkämpfe oder Trainingslager. Das nächste steht schon an. Statt auf eine Silvesterparty geht es für Cedric nach Südfrankreich. Aber auch zu Hause gibt es Rückhalt. „Meine Eltern unterstützen mich sehr.“

Was er in zwei Jahren, nach der Schule, machen will, weiß Cedric noch nicht. Die ersten Unis hätten schon auf Facebook angeklopft, und ihn ermutigt, einen Eignungstest zu machen. Und das sind keine geringeren als Harvard oder Oxford. „Das wäre eine Riesenchance.“ Mit dem Rudern will er weitermachen, so lange es Spaß macht. Die Olympischen Spiele 2024 hat er dabei im Blick. Doch erstmal denkt er an die WM 2020 in Slowenien und hofft, dass die kommende Saison genauso erfolgreich wird.

Zudem hat Frankfurt einen Rekord zu vermelden: Erstmals besuchen mehr als 100.000 Kinder und Jugendliche eine der zahlreichen Bildungsstätten.*

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