Leere Mülltonen werden am Frankfurter Opernplatz (Hessen) abgeholt.
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Der Frankfurter Opernplatz ist während der Corona-Pandemie zu einem Party-Hotspot avanciert.

„Massiver“ Angriff auf Beamte

Krawalle am Frankfurter Opernplatz: Stadt reagiert mit Betretungsverbot und Alkohol-Tests

Eine Massenschlägerei ist in Frankfurt am Opernplatz eskaliert, sodass Polizisten eingreifen mussten. Dann wurden sie selbst Opfer gewalttätiger Attacken. Und zahlreiche Schaulustige applaudierten. Nun greift die Stadt durch.

  • Am Opernplatz in Frankfurt kam es in der Nacht zum Sonntag ( 18. Juli) zu Ausschreitungen. 
  • Eine Massenschlägerei eskalierte, Polizisten griffen ein und wurden daraufhin ebenfalls angegriffen.
  • Insgesamt wurden 39 Personen festgenommen. Der Frankfurter Polizeipräsident spricht von „erschreckendem“ Verhalten (siehe Update vom 19. Juli, 13.24 Uhr).  

Update vom 28. Juli, 12.18 Uhr: Eine Woche nach den Ausschreitungen mit zahlreichen Festnahmen verlief das jüngste Wochenende am Frankfurter Opernplatz wesentlich gesitteter. Für Aufsehen sorgt jedoch eine missglückte Solidaritätsaktion von OB Feldmann - es geht um Demonstranten.

Update vom 21. Juli, 13.07 Uhr: Nach der Krawallnacht auf dem Frankfurter Opernplatz werten die Ermittler etliche Videos von Zeugen aus. Aufnahmen seien nach einem Aufruf der Polizei auf dem Hinweisserver hochgeladen worden, sagte eine Sprecherin des Frankfurter Polizeipräsidiums am Dienstag. Ergebnisse lägen jedoch noch keine vor. Am kommenden Wochenende werde die
Polizei mit einer größeren Zahl von Beamten auf dem Opernplatz präsent sein, genaue Zahlen würden aber nicht genannt. „Wir wollen das nicht ein zweites Mal erleben“, sagte die Sprecherin.

Die Stadt hat für Freitag und Samstag von null Uhr an ein Betretungsverbot ausgesprochen. Um 01.00 Uhr soll der wegen der Corona-Pandemie zum Party-Hotspot avancierte Platz endgültig geräumt sein. 29 der Tatverdächtigen leben nicht in Frankfurt, gegen sie sollen Aufenthaltsverbotsverfügungen für Frankfurt geprüft werden.

Nach Krawall-Nacht in Frankfurt: Stadt reagiert mit Betretungsverbot

Update vom 20. Juli, 12.15 Uhr: Die vorläufig Festgenommenen mussten aufgrund von mangelnden Beweisen freigelassen werden. Eine U-Haft sei von der Staatsanwaltschaft abgelehnt worden, sagte Polizeipräsidenten Gerhard Bereswill. Es würden aber weiter gegen die Tatverdächtigen ermittelt, Beweise gesammelt sowie ausgewertet. Bereswill verweist auf den Hinweisserver, den die Frankfurter Polizei eingerichtet hat. 

In Zukunft würden die Geschehnisse in Frankfurt von der Polizei mehr beobachtet. „Das Betretungsverbot ab 1 Uhr am Opernplatz werden wir überwachen“, betont Bereswill. „Auch das Abwandern der Gruppen werden wir beobachten.“ Der Polizeipräsident kündigt zudem vermehrte Alkoholkontrollen an. Menschen, die sich regelkonform treffen, sollten das auch weiterhin tun können. 

Nach Krawall-Nacht in Frankfurt: Stadt setzt auf drastische Maßnahmen  

Update vom 20. Juli, 12.07 Uhr: Frankfurts Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU) verurteilt zu Beginn der Pressekonferenz die Vorfälle am Opernplatz in Frankfurt. Frank fordert von der Justiz klare Signale. Es könne nicht sein, dass Amtsträger, wie Polizei und Rettungskräfte angegriffen werden.

Es würde ein Betretungsverbot für den Opernplatz ab 0 Uhr und ab 1 Uhr ein Aufenthaltsverbot angestrebt. Die Maßnahmen soll ab dem nächsten Wochenende gelten. Es wird weitere Kontrollen der Polizei auf dem Opernplatz und in der Innenstadt geben. Aufenthaltsverfügungen soll es für Personen geben. Auch der Müll sei ein Thema.

Update vom 20. Juli, 12.01 Uhr: Nach der Eskalation auf dem Frankfurter Opernplatz soll sich in der Stadt etwas ändern. Nach den nächtlichen Krawallen gibt die Stadt und Polizei eine weitere Pressekonferenz. 

Nach Krawall-Nacht in Frankfurt: „Fatales Signal an unsere Beamten“ Polizeipräsident

Update vom 20. Juli, 11.09 Uhr: Auf dem Opernplatz in Frankfurt eskalierte in der Nacht zum Sonntag eine friedliche Party. Glasflaschen und Steine flogen. Mindestens fünf Polizisten wurden verletzt. Alle Festgenommen sind jedoch wieder auf freiem Fuß (siehe auch Update vom 19. Juli, 17.44 Uhr). Frankfurts Polizeipräsident Gerhard Bereswill äußert sich in einem Bild-Interview (hinter Bezahlschranke) zu dieser Situation. „Das ist ernüchternd und ein fatales Signal an unsere Beamten“, sagte Bereswill gegenüber dem Blatt. 

Gegen die vorläufigen Festgenommen werde nach Polizeiangaben weiterhin wegen Landfriedensbruch und gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Die Gewalt gegen Polizisten, aber auch Feuerwehrleuten, Krankenschwestern, aber auch Sachbearbeitern in der Verwaltung nehme schon seit Jahren zu, so Frankfurts Polizeipräsident in dem Bild-Interview. Für die Polizei sei es derzeit schlimm. Die Hemmschwelle gegenüber Amtsträgern sei gesunken. Zudem würde der Polizei Rechtsextremismus vorgeworfen und auch offen ausgesprochen. „Es kommen Äußerungen wie 'Bist du auch ein Nazi?'“, sagte Bereswill. Der Polizeiskandal um die rechtsextremen Drohschreiben „NSU 2.0“ sei seiner Auffassung nach ein Grund dafür.  

Randale in Frankfurt: Polizeipräsident kündigt drastische Maßnahme an

Update vom 19. Juli, 18.40 Uhr: Nach den Krawallen treffen sich am Montagvormittag Vertreter der Stadt Frankfurt und der Polizei zu einer Sicherheitskonferenz. Frankfurts Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU) hat nach eigenen Angaben unter anderem Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne), den Polizeipräsidenten Gerhard Bereswill, die Ordnungsbehörde und das Gesundheitsamt zu einem Gespräch in den Römer eingeladen.

Polizeipräsident Bereswill hält nach eigenen Worten eine mögliche Sperrung des Opernplatzes nicht für sinnvoll, die Probleme würden sich dann nur auf andere öffentliche Plätze verlagern.

Randale in Frankfurt: Ermittlungen wegen Landfriedensbruch und gefährlicher Körperverletzung

Update vom 19. Juli, 17.44 Uhr: Mittlerweile sind auch die übrigen acht Festgenommenen wieder auf freiem Fuß. Gegen sie werde laut Polizei weiterhin wegen Landfriedensbruch und gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Das Alter der insgesamt 39 festgenommenen Personen wird mit 17 bis 23 Jahren angegeben, zuvor war 21 als Höchstalter genannt worden. Neun stammten aus Frankfurt, die restlichen 30 aus der Umgebung.

Update vom 19. Juli, 16.15 Uhr: Polizeipräsident Gerhard Bereswill hat sich eingehender zu den Randalierern geäußert. „Der genaue Status der Personen, im Hinblick ob sie Deutsche oder Nicht-Deutsche sind und inwieweit sie von der Person her Migrationshintergrund haben oder ob sie eventuell Asylantragsteller sind, das ist noch offen“, sagte er. „Was ich aber jetzt schon sagen kann aufgrund der Betrachtung der Gesamtliste: Es handelt sich vorwiegend um Männer mit Migrationshintergrund, vorwiegend mit Migrationshintergrund.“

Einer der Männer habe „ganz herausragend agiert“ und mehr als 20 Flaschenwürfe zu verantworten. Damit habe er auch andere animiert, sagte Bereswill. Auch Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) verurteilte die Angriffe. „Die Beteiligten müssen umgehend zur Rechenschaft gezogen werden“, schrieb Feldmann am Sonntag auf Twitter. Er forderte zudem, die Polizeipräsenz an solchen „Hotspots“ zu erhöhen.

Randale in Frankfurt: Polizeichef spricht von „massivem“ Angriff auf Beamte

Update vom 19. Juli, 13.24 Uhr: Mittlerweile hat sich der Frankfurter Polizeipräsident Gerhard Bereswill zu den Ausschreitungen in der Innenstadt der Main-Metropole geäußert. Er sprach von einem „Hagel von Flaschenwürfen“ gegen Beamte. Zuvor haben sich laut Polizeiangaben rund 3000 Menschen am Opernplatz versammelt, um friedlich zu feiern. Etwa eine Stunde nach Mitternacht sei die Stimmung jedoch gekippt und aggressiv geworden. Etwas später hätten sich ungefähr 25 bis 30 Menschen eine Schlägerei geliefert. Zu diesem Zeitpunkt hätten sich noch zwischen 500 und 800 Partygänger am Opernplatz aufgehalten.

Als Polizisten einschritten, um einen Verletzten zu bergen und Streit zu schlichten, habe sich die Menge gegen die Beamten solidarisiert, sagte Bereswill. Die Polizisten seien „massiv“ mit Flaschen angegriffen worden. Jeden Treffer hätten hunderte Menschen mit Beifall und Gejohle quittiert, kritisierte der Polizeipräsident und bezeichnete dieses Verhalten als „erschreckend“. „Von der Qualität aber auch von der Anzahl ist das etwas, was ich in Frankfurt noch nicht erlebt habe“, sagte Bereswill. Weiter nannte er die Krawalle in der Innenstadt den „absoluten, negativen Höhepunkt“ der vergangenen Wochen. „Das ist sehr schlimm, was sich da entwickelt und heute Nacht entladen hat“, sagte Bereswill bei der Pressekonferenz an diesem Sonntag. 

Schließlich wurde der Platz mithilfe von zusätzlichen Kräften geräumt, wobei immer wieder Flaschen flogen. Von den 39 festgenommenen Störern im Alter zwischen 17 und 21 Jahren befanden sich am Sonntagmittag noch acht in Gewahrsam. Die Staatsanwaltschaft prüfte, ob gegen sie Haftantrag wegen schweren Landfriedensbruchs gestellt wird.

Der Frankfurter Polizeipräsident Gerhard Bereswill spricht von „erschreckendem“ Verhalten am Frankfurter Opernplatz.

Randale in Frankfurt - Die Bilanz der Nacht: Fünf Polizisten verletzt, 39 Menschen  festgenommen

Erstmeldung vom 19. Juli 2020:

Frankfurt - In der Frankfurter Innenstadt ist es in der Nacht zum Sonntag zu gewalttätigen Krawallen gekommen. Laut Polizeiangaben hatten rund 3000 Menschen auf dem Opernplatz Partys gefeiert, als die Randale ausbrach. Daraufhin seien 39 Menschen festgenommen worden, acht davon seien auch am Sonntagmorgen noch in Gewahrsam gewesen. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet. Unter anderem berichtete die Frankfurter Neue Presse, dass es sich bei den 39 Festgenommenen um 38 Männer und eine Frau handelte.

Randale in Frankfurt: Massenschlägerei am Opernplatz eskaliert - Dann werden Polizisten angegriffen

Wie die Polizei mitteilte, hatte es um 2.30 Uhr am Sonntagmorgen auf dem Opernplatz zunächst eine Massenschlägerei gegeben. Einer der Beteiligten sei am Boden liegengeblieben, woraufhin die Polizei eingreifen wollte. Dabei seien die Polizisten von den Umstehenden angegriffen worden. Die Einsatzkräfte seien unter anderem mit Gläsern und Flaschen beworfen worden, zudem hätten Schaulustige Beifall geklatscht. Fünf Einsatzkräfte seien verletzt worden. Anschließend sei der Opernplatz geräumt worden.

Auf Twitter hat die Frankfurter Polizei darauf hingewiesen, dass mittlerweile ein Hinweisserver eingerichtet wurde, in dem Videos und Fotos von den Ausschreitungen am Opernplatz hochgeladen werden können.

Der Frankfurter Opernplatz hatte sich in den vergangenen Wochen zur Freiluft-„Partyzone“ entwickelt, da viele Lokalitäten wie Clubs und Diskos wegen der Corona*-Pandemie immer noch geschlossen haben. An den Wochenenden waren Tausende Menschen zusammengekommen, um auf dem Platz zu feiern. Dabei war die Stimmung meist friedlich.

Randale in Frankfurt: Schon vor wenigen Wochen schlug die Stadt am Opernplatz Alarm

Bereits Anfang Juli hatte die Stadt wegen eines deutlich erhöhten Müllaufkommens Alarm geschlagen. Erst am Freitag waren in einer Aktion rund 400 zusätzliche Mülltonnen unter anderem am Opernplatz aufgestellt worden, um auf das Problem aufmerksam zu machen.

Zu ähnlichen Szenen wie in Frankfurt war es am Wochenende auch in Kassel gekommen: In der Nacht zum vergangenen Samstag wurde die Polizei eigentlich aufgrund einer Schlägerei auf der Friedrich-Ebert-Straße eingesetzt, dort fielen die Beamten jedoch selbst körperlichen Angriff und Beleidigungen zum Opfer*.

Zuvor war es bereits im Juni in der Stuttgarter Innenstadt zu massiven Ausschreitungen gekommen*, bei denen ebenfalls Polizisten verletzt wurden. Bei den nachfolgenden Ermittlungen gab es nun ebenfalls einen Eklat. Dabei spielte der Begriff „Stammbaum-Recherche“ eine entscheidende Rolle. Alle aktuellen Infos zum Thema Coronavirus in Hessen* gibt es in unserem News-Ticker. (dpa/AFP/cia/ml) *fnp.de, hna.de und Merkur.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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