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Bellamy trat mit seiner Band Muse bei der Abschiedszeremonie der Olympischen Spiele 2012 in London auf.
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Bellamy trat mit seiner Band Muse bei der Abschiedszeremonie der Olympischen Spiele 2012 in London auf.

Muse-Sänger Matthew Bellamy

"Fotos in Klatschblättern sind mir peinlich"

Muse-Sänger Matthew Bellamy über Energieverlust, Promifotos, sein Leben als Vater und seine Beziehung zu Hollywood-Schauspielerin Kate Hudson.

In den 18 Jahren ihres Bestehens haben sich Muse in den Rockolymp vorgearbeitet. Ihr letztes Album „The Resistance“ schaffte es in 19 Ländern an die Spitze der Charts und katapultierte die Britrockband auch in Deutschland in die großen Arenen. Nun erscheint ihre sechste Platte „The 2nd Law“ – und ihr Sänger Matthew Bellamy landet dank seiner Beziehung zu Hollywood-Schauspielerin Kate Hudson immer öfter in Klatschmagazinen. Beim Interview in einem Hotel erzählt der 34-Jährige von peinlichen Celebrity-Fotos und inspirierenden Vaterfreuden.

Mr. Bellamy, in Ihrem Privatleben hat es in den letzten zwei Jahren viele Veränderungen gegeben: Sie sind mit Hollywood-Schauspielerin Kate Hudson verlobt, Vater eines Jungen geworden und von Italien nach Los Angeles umgezogen. War Ihr Leben so turbulent, wie es sich anhört?

Das kann man wohl sagen. Angefangen hat es mit der Trennung von meiner damaligen Freundin – einer italienischen Psychologin. Wir hatten uns auseinandergelebt. Sechs Monate später lernte ich Kate kennen und lieben. Doch das Allerbeste, was mir seither passiert ist, ist ein Baby zu haben.

Das klingt aber gar nicht charmant gegenüber Ihrer Verlobten!

Mag sein. Aber Vater zu werden verändert einfach so viele Dinge: Die Art, wie man die Welt sieht und die Art, wie man sich selbst sieht. Ein Baby ist der größte Spaß, den man haben kann. Ich bin sehr glücklich mit der Gesamtsituation. Und finde, wir schlagen uns ziemlich gut. Kate und ich sind uns sehr ähnlich. Wir wollen beide nicht zu viel auf dem Präsentierteller sein.

Wie empfinden Sie es, dennoch fast wöchentlich mit Kate Hudson in den Klatsch-Magazinen abgebildet zu sein?

Das ist mir unendlich peinlich! Jedes Mal denke ich: Hoffentlich bekommt das Foto kein Muse-Fan zu Gesicht!

Gefällt Ihrer Verlobten die Musik von Muse?

Ja, die findet sie toll. Sie liebt es, zu unseren Konzerten zu kommen und das ganze Drumherum.

Privates Glück beeinflusst die Musik

Hat Ihr privates Glück auch das neue Muse-Album beeinflusst?

Auf alle Fälle! Meine Musik entsprang immer einer Art Randzone meines Gehirns, die mich verrückt sein lässt und für die Verschwörungstheorien und apokalyptischen Voraussagungen in unseren Songs verantwortlich ist. Diese Seite an mir hat sich nicht großartig verändert. Aber es sind neue Elemente hinzugekommen, die unserer Musik mehr Menschlichkeit verleihen. Mit der Single „Madness“ habe ich ein Liebeslied für Kate geschrieben.

„Follow Me“ klingt indes wie ein Wiegenlied!

Das ist es auch. Es ist der Song, der am meisten von dem Gefühl beeinflusst wurde, ein Vater für meinen Jungen sein zu wollen. In den ersten Wochen, wenn ein Baby sehr zerbrechlich ist, hat man Ängste. Das habe ich alles in diesem Lied rausgelassen. Am Anfang des Songs ist der Herzschlag meines Babys zu hören. Ich habe den Beat mit meinem iPhone aufgenommen, als Bing noch im Bauch seiner Mutter war.

Was hat es mit dem Albumtitel „The 2nd Law“ auf sich?

Der Titel bezieht sich auf den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik, der sich – vereinfacht gesagt – mit Energie beschäftigt und wie sie sich zwischen den Formen überträgt. Die Idee dahinter ist, dass wir alle gegen die Tatsache ankämpfen, dass Energie verloren geht. So ist es seit dem Urknall.

Das klingt nach einem Szenario, das dem Randbezirk Ihres Gehirns entsprungen sein muss!

In meiner Wunschvorstellung ist das neue Album beides: Ein Zelebrieren unseres Planeten, aber es blickt auch der Wahrheit ins Gesicht. Als Menschen verlieren wir Energie, wenn wir älter werden. Der Planet verliert Energie, weil wir Öl und andere natürliche Ressourcen verbrauchen. Es scheint also, als würde die Evolution gegen die Wissenschaft arbeiten und die Wissenschaft gegen die Natur des Universums.

Was sind die Konsequenzen?

Ich glaube, dass der Gipfel erreicht ist, was die Ausbeutung unseres Planeten betrifft. Es bleibt uns nichts anderes mehr übrig, als ins Universum zu gehen und dort nach Energie zu suchen.

Mein Hass richtet sich gegen die Banker

In dem Song „Animals“ singen Sie eine ungewöhnlich aggressive Zeile: „Kill yourselves, come on, do us all a favour“, heißt es da. An wen richtet sich Ihr Hass?

An die Banker, die die größten Fehler überhaupt gemacht haben. Sie haben das Geld anderer Leute verzockt. Und sie machen es immer noch. Sie haben so viel verloren, dass die Öffentlichkeit die Zeche zahlen musste, damit sie ungeschoren davon kommen. Das ist entsetzlich. Das ist für mich eines der größten Verbrechen unserer Zeit. Also singe ich nun böse Lieder über böse Menschen.

Haben Sie auch Geld verloren?

Ich bin immer noch dabei, weil die Immobilien-Preise sinken. Ich habe ein Haus in London. Es ist weitaus weniger wert, als es mal war. Aber ich wäre der letzte, der deswegen jammert.

Bald sind Muse auf Tour. Was können Sie uns über das Bühnendesign der anstehenden Konzerte sagen?

Unsere Tour im Herbst wird zurückgenommener sein. Aber im nächsten Jahr spielen wir unsere bisher größte Open-Air-Tour überhaupt. Das wird völlig irre sein!

Ein U.F.O. hatten Muse ja schon mal! Was kann noch kommen?

Ich war schon immer begeistert von fliegenden Objekten. Mein Traum wäre es, diesmal ein Solarsystem samt Sonne und Planeten über den Köpfen der Besucher kreisen zu lassen.

Das Interview führte Katja Schwemmers.

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