Upskirting

Fotografieren unter den Rock: Gesetz soll britische Frauen schützen

In England und Wales wird das sogenannte Upskirting künftig mit bis zu zwei Jahren Gefängnis bestraft.

Wer Frauen unter Röcke fotografiert, muss künftig in England und Wales mit bis zu zwei Jahren Gefängnis rechnen. Verurteilte werden außerdem als Sexualstraftäter registriert. „Es gibt keine Entschuldigungen für dieses Verhalten und die Täter müssen die volle Härte des Gesetzes spüren“, teilte Justiz-Staatssekretärin Lucy Frazer am Freitag in London mit.

Die Opfer des sogenannten Upskirting waren 2018 nach Angaben der britischen Polizei 7 bis 70 Jahre alt. Die Motive der Täter hätten von Demütigung bis zu sexueller Befriedigung gereicht. Die Fälle seien deutlich gestiegen, doch die vorliegenden Statistiken dazu unvollständig, berichtete die Nachrichtenagentur PA. Fast alle Opfer seien Frauen und nahezu alle Täter Männer, hieß es.

Das neue Gesetz war von der Autorin Gina Martin in einer 18-monatigen Kampagne angestoßen worden, nachdem sie selbst ein Upskirting-Opfer geworden war. Ein Mann hatte im Jahr 2017 mit seinem Handy Fotos unter ihrem Kleid auf einem Festival im Londoner Hyde-Park gemacht. Der Fall war von der Polizei schließlich zu den Akten gelegt worden.

Während ihrer Kampagne hätten sich Hunderte von Opfern bei ihr gemeldet, berichtete die 27-Jährige britischen Medien. Schottland geht bereits seit einigen Jahren härter gegen solche Täter vor. Im britischen Nordirland gibt es noch kein entsprechendes Gesetz.

Auch in Deutschland wurden in den vergangenen Jahren Fälle bekannt, bei denen Frauen heimlich unter den Rock fotografiert wurde. Es liefen dann etwa Ermittlungen wegen sexueller Belästigung oder auch wegen der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches und Beleidigung. In München gab es 2014 einen Prozess wegen Spanner-Fotos, bei dem der Angeklagte eine Geldstrafe bekam. (dpa)

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