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Herbert Reul
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Herbert Reul, Innenminister von Nordrhein-Westfalen (NRW). (Archivfoto)

Unwetterschäden in Deutschland

Flutkatastrophe: Reul warnt vor Spendenaufrufen von „Querdenkern“ und Rechtsextremen

  • Tobias Utz
    VonTobias Utz
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Die Schäden durch die Flutkatastrophe in Deutschland sind groß, die Hilfsbereitschaft ebenfalls. Rechte Gruppierungen versuchen mitzumischen.

Frankfurt – Die Flutkatastrophe richtete in Teilen Deutschlands große Schäden an und kostete mehr als 160 Menschen ihr Leben. Vor allem Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Bayern waren und sind immer noch betroffen. Die Aufräumarbeiten laufen, die Behörden versuchen einen Überblick über die Flutschäden zu gewinnen. Inmitten dessen warnt Herbert Reul (CDU), Innenminister von NRW, vor möglichen Machenschaften rechter Kreise. Auf einer Pressekonferenz sagte der 68-Jährige: „Es gibt Personen, die versuchen, sich an dem Leid anderer Menschen zu bereichern.“

Reul führte aus, dass Menschen aus dem „rechtsextremistischen Bereich“ und der „Querdenker-Szene“ derzeit versuchten, die Flutkatastrophe für ihre politischen Ziele zu instrumentalisieren. Reul bezog sich auf Spendenaufrufe in sozialen Netzwerken, die „mit vermeintlichen Hilfeleistungen“ nach „Anschluss an die Mitte der Gesellschaft“ suchten, so der NRW-Innenminister.

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Einer dieser Spendenaufrufe stammt von Bodo Schiffmann, der in der Vergangenheit durch die Verbreitung von Verschwörungstheorien auffiel. Bis Dienstagmorgen (20.07.2021) gingen bereits mehr als 500.000 Euro auf ein privates Paypal-Konto ein. Wie Schiffmann in einem Video sagte, solle das Geld „zu 100 Prozent an die Hochwasseropfer“ gehen. Anschließend korrigierte er, dass die Spenden stattdessen zur Unterstützung der Aufräumarbeiten eingesetzt werden sollen.

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Schiffmann ist Arzt und trat bereits mehrfach auf Demonstrationen der sogenannten Querdenken-Szene auf. Mittlerweile laufen laut dem SWR Ermittlungen gegen ihn, unter anderem wegen Volksverhetzung und dem „Ausstellen unrichtiger Gesundheitszeugnisse“, wie die Staatsanwaltschaft Heidelberg mitteilt. Ähnlich wie weitere Redner:innen auf Demonstrationen der sogenannten Querdenken-Szene rief Schiffmann bereits wiederholt zu Spenden auf, beispielsweise für geplante Klagen gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung. Weiter bat er um „Schenkungen“ für seinen Lebensunterhalt.

Neben Spendenaufrufen aus dem Umfeld der „Querdenker-Szene“, wie es Reul ausdrückte, meldeten sich auch Stimmen aus rechtsextremen Kreisen bereits zu Wort. Nikolai Nerling, aus Videos auch als „Volkslehrer“ bekannt, streamte aus Ahrweiler heraus. Er sei am Wochenende mit zehn Mann aus Thüringen eingetroffen, um vor Ort zu helfen, betonte er. Nehrling, der den rechtsterroristischen Anschlag von Hanau einst in einem Video als „Völkermord gegen Deutsche“ bezeichnete, rief unter anderem dazu auf, abends in das Hochwassergebiet zu kommen, um zu helfen. Auf diese Weise sei gesichert, dass Sicherheitskräfte nicht eingriffen.

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Der Hochwasser-Krisenstab in Rheinland-Pfalz reagierte bereits auf Nehrlings Aufruf – und warnte vor privaten Einsätzen: „Die wenigen noch intakten Rettungswege müssen unbedingt für die Einsatzkräfte freigehalten werden.“ Nordrhein-Westfalens Innenminister wandte sich abschließend mit dem Appell an die Bevölkerung, an „Adressen“ zu spenden, „die Sie kennen“. (tu)

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