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Bei den Aufräumarbeiten

Nach der Flutkatastrophe: „Querdenker“ und Prepper sorgen für Unruhe

  • Matthis Pechtold
    VonMatthis Pechtold
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In den von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Gebieten leisten Ehrenamtliche Hilfe - Doch Verschwörungsgläubige erschweren ihren Einsatz.

Berlin – Nach der verheerenden Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und NRW sind die Aufräumarbeiten in den betroffenen Gebieten in vollem Gange. Im Einsatz sind dabei auch ehrenamtliche Kräfte des Technischen Hilfswerks. Vor Ort kommen sie allerdings nicht nur in Berührung mit dankbaren Betroffenen, sondern auch mit Wut und Ablehnung.

Bei der Arbeit vor Ort seien Helfer:innen zum Teil beschimpft worden, sagte THW-Vizepräsidentin Sabine Lackner in einer Morgensendung von RTL/ntv vom Samstag (24.07.2021). „Wenn sie mit Einsatzfahrzeugen unterwegs sind, werden sie mit Müll beschmissen“, fügte Lackner hinzu. Auch hätten Menschen die THW-Kräfte bei ihrer Arbeit gefilmt – ohne, dass sie als Pressevertreter zu erkennen gewesen wären.

Nach Hochwasser in Deutschland: Ehrenamtliche des THW beleidigt und mit Müll beworfen

Lackner ist sich sicher: Hinter den Angriffen stecken vor allem Menschen aus der Querdenker- und aus der Prepper-Szene, die sich als Betroffene der Flutkatastrophe ausgäben, sowie einige frustrierte Flutopfer. Prepper würden sich als Betroffene ausgeben und bewusst Stimmung machen, berichtete Lackner.

Wegen solcher Vorfälle seien noch keine Einsätze abgebrochen worden. Die Situation sei für die ehrenamtlichen Helfer:innen jedoch psychisch belastend. Sie sei ihren Einsatzkräften dankbar, dass sie „recht unerschrocken“ weitermachten, sagte Lackner. Zur Sicherheit hätten THW-Mitarbeiter:innen zum Teil ihre Namensschilder entfernt.

Wollen Gutes tun – und werden dabei zum Teil beschimpft und mit Müll beworfen: Hilfskräfte des THW in den Flutgebieten.

„Psychisch belastend“: THW-Kräfte mit Stimmungsmache von Querdenkern konfrontiert

Der Einsatz des Technischen Hilfswerks könne noch einige Wochen andauern. Lackner zufolge fehle es derzeit rund 30.000 Menschen in den Flutgebieten an Trinkwasser oder Strom, teilweise an beidem. Rund 4000 THW-Kräfte sind vor Ort im Einsatz.

Aus den Reihen der Querdenken-Szene kam es bereits zu mehreren kontroversen Aktionen in den Flutgebieten. Ein Helfer aus der Gegend berichtet der Frankfurter Rundschau, einzelne, zum Teil prominente Vertreter:innen der Szene würden Videos drehen und diese mit ihren Followern teilen. Auch gegen ein mobiles Impfzentrum in Ahrweiler – errichtet, um ein Superspreader-Event zu verhindern – habe man protestiert, teils auf übergriffigem Wege.

Menschen aus der Prepper-, Querdenken- und Neonaziszene instrumentalisieren Flutkatastrophe

Zu der Gruppe der Störer gehören auch andere Verschwörungsgläubige und Neonazis. In einer Grundschule in Ahrweiler haben sie eine Art Basis eingerichtet. Der Polizei ist die Situation bekannt. Eine rechtliche Grundlage, gegen die betreffenden Personen vorzugehen, gebe es bislang jedoch nicht.

Zum Wochenende sind in den betroffenen Gebieten erneut Gewitter und Starkregenfälle zu erwarten. Die Regenmenge soll den Prognosen zufolge dieses Mal jedoch nicht erneut so groß ausfallen, wie bei der Flutkatastrophe vergangene Woche. (mp/dpa)

Rubriklistenbild: © Harald Tittel/dpa

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