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Flughafen Paris: In den Urlaub ohne Gepäck

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Von: Stefan Brändle

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Tausende Gepäckstücke versehentlich fehlgeleitet: Chaos und Computerpanne am Flughafen Roissy-Charles de Gaulle in Paris.

Geduld und gute Nerven sind gefragt, wenn man über den größten Pariser Flughafen Roissy-Charles de Gaulle reist. Seit Tagen kommt es dort zu Streiks, Pannen, Verspätungen und Flugausfällen. Am Donnerstag legte ein Teil der Feuerwehr die Arbeit nieder. Der Flughafenbetreiber ADP musste darauf 17 Prozent der Flüge streichen. Viele Familien, die bereits eine Woche vor den Schulferien verreisen wollten, blieben daher stundenlang in Warteschlangen stecken.

Am Freitag blockierten Gewerkschaftsvertreter:innen des Bodenpersonals dann den Zugang zu den Flughäfen, um ihren Lohnforderungen Nachdruck zu verleihen. Das führte zu Staus auf den Zubringerstraßen. Wer es in ein Terminal schaffte, wurde oft enttäuscht: Am Samstag wurde ein Fünftel der Flüge annulliert.

Um das Chaos vollkommen zu machen, trat zugleich das Kabinenpersonal von Fluggesellschaften wie Esayjet oder Ryanair in den Ausstand. Vor allem Flüge nach Spanien waren betroffen. In all dem Durcheinander spielten plötzlich auch die Computer verrückt. Unbemerkt leitete das Informatiksystem von Roissy am Freitag Gepäckstücke an andere Reiseziele um. Gewerkschafter Emmanuel Duchemin-Humbert erklärte einem Pariser Sender, bis zur Behebung der Technikpanne am Nachmittag seien „tausende“ von Gepäckstücken fehlgeleitet worden. Der Gewerkschafter hält die Gepäckstücke meist für „verloren“, wenn sie an einem anderen Ort des Planeten gelandet seien. Der französische Flugexperte Jean Serrat schätzt, dass die Reisenden ihr Gepäck im besten Fall nach drei bis vier Tagen erhalten würden.

Dass die Panne fast einen Tag lang dauern konnte, wird auf das Fehlen von Informatiker:innen zurückgeführt. In den Pariser Flughäfen mangelt es derzeit an Personal. Und die gespannte Lage dürfte sich nicht so schnell beruhigen – im Gegenteil: Zum ersten Ferienwochenende in Frankreich rufen Gewerkschaften erneut zum Streik auf. Die Personalvertreter der Billigflieger wie Easyjet planen Mitte Juli weitere, jeweils dreitägige Streikaktionen. Eine Sprecherin der französischen Regierung erklärte, sie könne sich „einfach nicht vorstellen, dass unsere Mitbürger diesen Sommer nicht verreisen können“.

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