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Aus der Gegend rum um Windsor mussten tausende Menschen vor dem Hochwasser fliehen. Saeed KHAN / AFP
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Aus der Gegend rum um Windsor mussten tausende Menschen vor dem Hochwasser fliehen. Saeed KHAN / AFP

Hochwasser

Flüchtende Krabbler

  • VonBarbara Barkhausen
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In Australien retten sich Spinnen vor dem Hochwasser auf Laternenpfähle – und in die Häuser

In der Politik ist bereits die Rede von einem Jahrhunderthochwasser. Das Ausmaß der Naturkatastrophe im Osten Australiens ist noch nicht absehbar. Große Teile Sydneys und der Ostküste sind überschwemmt. Tausende Häuser mussten evakuiert werden. Und neben den Bildern überfluteter Häuser, Parks und Innenstädte mehren sich nun in den Medien die Bilder von Tieren, die vor den Wassermassen flüchten.

Einige Menschen berichten inzwischen von wahren Spinneninvasionen. So retten sich die Krabbeltiere vor den Fluten auf Häuserwände, klettern Zäune oder Laternenpfähle hinauf oder suchen Zuflucht in den Häusern.

Zu Tausenden auf dem Zaun

lage in den hochwassergebieten

Sintflutartige Regenfälle haben die Überschwemmungen im Südosten Australiens noch verschlimmert, Tausende Menschen sind auf der Flucht. Rund 18 000Personen wurden aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen und 38 Regionen zu Katastrophengebieten erklärt, wie die Premierministerin von New South Wales, Gladys Berejiklian, mitteilte.

In stark betroffenen Gebieten gab es Niederschläge von bis zu 25 Zentimetern binnen 24 Stunden. Da in einigen Küstengemeinden innerhalb weniger Stunden Regenmengen herunterkamen, die normalerweise in drei Monaten gemessen werden, gingen bei den Rettungskräften rund 9000 Notrufe ein. Hunderte Menschen wurden unter anderem mit Rettungsbooten in Sicherheit gebracht. Meldungen über Tote oder Verletzte gab es den Behörden zufolge nicht.

„Die Verwüstung ist unglaublich“, sagte Café-Besitzer Marten Clark aus Port Macquarie. Er watete durch hüfthohes Wasser und suchte nach seinen Möbeln, die von den Fluten weggespült worden waren. Luftaufnahmen zeigten, wie das Wasser ganze Häuserzeilen überschwemmte, bis nur noch die Dächer aus dem Wasser ragten.

Im Hawkesbury-Nepean-Tal in Sydney führten die Flüsse Wassermengen wie zuletzt 1990, nachdem der für die Trinkwasserversorgung wichtige Warragamba-Damm am Samstag übergelaufen war. Rund 500 Gigaliter Wasser flossen aus dem Damm – das entspricht etwa dem Wasservolumen im Hafen von Sydney.

Die australische Wetterbehörde sagte für Montag „kritische“ Bedingungen voraus, erst im Laufe der Woche werde sich die Lage verbessern. Gesundheitsbehörden teilten mit, dass sich wegen der Überschwemmungen die Corona-Impfkampagne in Sydney verzögern werde. afp

Melanie Williams aus Macksville, fünf Autostunden nördlich von Sydney, berichtete dem Sender ABC, dass sie etwas Vergleichbares „noch nie gesehen“ habe. „Als das Wasser stieg und der Briefkasten immer weiter versank, konnte ich all diese kleinen schwarzen Dinger sehen und dachte: ‚Oh, mein Gott, das sind Spinnen‘“, sagte sie. Dann habe sie auf den Zaun des Nachbarn geschaut und dort seien „buchstäblich Tausende“ gewesen.

Während Williams das Erlebnis als angsteinflößend empfand, begeisterte das Verhalten der Spinnen die Wissenschaft. Dieter Hochuli, Ökologe der Universität Sydney, beschrieb das Phänomen als „faszinierend“. Er sagte, die Spinnen seien ja ansonsten auch immer da, man würde sie normalerweise nur nicht bemerken. Dies sei ein Zeichen eines „lebendigen Ökosystems“.

Die Biologin und Spinnenexpertin Lizzy Lowe betonte auf Twitter ebenso, dass dies „kein Albtraum oder eine Plage“ sei. Vielmehr seien die Spinnen „einheimische Tierarten, die wie jede andere vor den Fluten“ flüchten würden. Das „faszinierende Phänomen“ ist zudem nicht einmalig. 2016 retteten sich Tausende Spinnen etwa auf höheren Grund. Damals waren Teile der australischen Insel Tasmanien überschwemmt. Die Achtbeiner verwebten die Bäume der Insel dabei in das vermutlich weltgrößte Spinnennetz – Bilder, die damals um die Welt gingen.

Schon vor fünf Jahren betonte ein Spinnenexperte des Queensland Museums, dass solch eine Spinneninvasion vollkommen harmlos sei. „Es ist nichts, worüber man beunruhigt sein müsste“, sagte Robert Raven damals im Interview mit „ABC“. „Es ist einfach nur ein bemerkenswertes Ereignis der Natur, das zeigt, wie viele Spinnen um die Wege sind.“ Ein Jahr zuvor hatten unzählige Spinnen auch die australische Kleinstadt Goulburn im Bundesstaat New South Wales „besetzt“ und Häuser und Wiesen mit einem Meer aus Netzen überzogen.

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