Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Florida

Umweltkatastrophe in alter Mine droht

  • VonSebastian Richter
    schließen

Im Verwaltungsbezirk Manatee in Florida wird wegen eines Lecks der Notstand ausgerufen. Ein Abwasserbecken einer alten Phosphatmine droht zu brechen.

Update vom Dienstag, 06.04.2021, 09.00 Uhr: Nach der Entdeckung einer undichten Stelle in einem Abwasserbecken in Florida haben Experten ein zweites Leck ausgeschlossen. Das Umweltministerium des US-Bundesstaats teilte am Montag (Ortszeit) mit, Techniker hätten die Situation geprüft und seien zu dem Schluss gekommen, dass es kein zweites Leck gebe. Zuvor hatte eine Drohne mit einer Infrarot-Kamera Hinweise auf einen zweiten Riss in der Plastikverkleidung des Abwasserbeckens Piney Point in der Tampa-Bucht am Golf von Mexiko gemeldet.
 

Florida droht Umweltkatastrophe: Leck im Abwasserbecken einer Phosphatmine

Miami – Ein undichtes Wasserbecken im US-Bundesstaat Florida könnte eine Umweltkatastrophe auslösen. Die Behörden ordneten am Osterwochenende eine umfangreiche Evakuierung von 300 Häusern nahe des Beckens im Verwaltungsbezirk Manatee an. Rettungskräfte pumpten gemeinsam mit der Nationalgarde täglich 125 Millionen Liter verseuchtes Abwasser ab. Laut Floridas Gouverneur Ron DeSantis gehört das Becken zu einer stillgelegten Phosphatmine.

Drohende Umweltkatastrophe in Florida: Ein Becken mit Millionen Litern verunreinigten Wassers läuft aus. 

Entstanden sei das Leck in der Plastikverkleidung des Abwasserbeckens und vergrößerte sich immer weiter. Die Einsatzkräfte versuchten, „eine echte katastrophale Hochwasserlage abzuwenden und wenn nötig darauf zu reagieren“, sagte DeSantis bei einer Pressekonferenz. Zuvor hatte er den Notstand für das Gebiet ausgerufen, um so Krisenmittel freizugeben. Er selbst machte sich bei einem Hubschrauberflug ein Bild der Lage.

Phosphatmine in Florida: Große Umweltschäden befürchtet

Millionen Liter des verseuchten Wassers drohen in nahegelegene Häuser zu gelangen – schlimmstenfalls sogar in die Tampa Bay am Golf von Mexiko. Das mit Phosphor und Stickstoff belastete Wasser könnte große Umweltschäden verursachen. Umweltschützer warnen, ein Eindringen des nährstoffreichen Abwassers ins Meer könnte zu einer gefährlichen Algenblüte führen, durch die Fische und andere Meereslebewesen ersticken könnten. Zudem werden Auswirkungen auf den Tourismus befürchtet.

In der Nähe gebe es auch Speicher, in denen Phosphorgips aufbewahrt wird. Das Abfallprodukt der Düngemittelproduktion gilt wegen seines Gehalts an Radon-Isotopen als radioaktiv. Auch giftige Metalle wie Arsen, Blei und Quecksilber sind enthalten.

Phosphormine in Florida hat schon häufig Probleme gemacht

Sollte sich das Leck weiten und das Becken komplett brechen, könnten innerhalb weniger Minuten „mehr als 340 Millionen Gallonen“ (rund 1,29 Milliarden Liter) Abwasser in die Umwelt gelangen, warnte Scott Hopes, der Verwaltungschef von Manatee County. In diesem Fall würde eine rollende „Wasserwand“ entstehen – rund sechs Meter hoch. Also wurden Vorsichtsmaßnahmen getroffen, und Insassen und Mitarbeiter einer nahen Haftanstalt ins Obergeschoss verlegt. „Nicht hinnehmbar“, nannte Gouverneur DeSantis die Situation. „Das ist nichts, dessen Fortdauer wir zulassen“. Die HRK Holdings, Betreibergesellschaft der stillgelegten Mine, müsse zur Verantwortung gezogen werden, erklärte er.

Die Plastikverkleidung habe wiederholt zu Problemen geführt, schrieb Nicole Fried, Floridas Verwaltungschefin für Landwirtschaft, an den Gouverneur. Seit mehr als 50 Jahren verursache die Mine in der rund 65 Kilometer entfernten Großstadt Tampa diverse Umwelt- und Gesundheitsschäden. Verwaltungschef Hopes versicherte, die Behörden werden nach der Bewältigung der Notsituation nach einer „dauerhaften Lösung“ suchen. Dazu sollen dann alle Becken leergepumpt und anschließend versiegelt werden. (spr/dpa)

An der Golfküste Floridas ist bereits ein Massensterben von Meerestieren im Gange. Greenpeace macht dafür die Agrar-Unternehmen und die Politik verantwortlich.

Rubriklistenbild: © Tiffany Tompkins

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare