AFP_1WA3Y6_060820
+
Die Bedrohung ist offensichtlich: Ein Anwohner versucht sein Anwesen in La Couronne bei Marseille zu schützen.

Waldbrände

Flammen am Mittelmeer

Südfrankreich und Italien kämpfen gegen heftige Waldbrände.

Auf der Flucht vor einem heftigen Waldbrand an der französischen Mittelmeerküste haben mindestens 2700 Menschen die Nacht in Notunterkünften verbracht. Rund 1800 Feuerwehrleute sowie Löschflugzeuge waren im Einsatz gegen das Feuer, das am späten Dienstagnachmittag nahe der Stadt Martigues westlich von Marseille ausgebrochen war. Starker Wind fachte die Flammen an und trieb sie gleich auf mehrere Ortschaften zu. Acht Campingplätze wurden sicherheitshalber geräumt und deren Bewohner über das Meer in Sicherheit gebracht.

„Es herrschte totale Panik, wir mussten an den Strand ausweichen und konnten die Flammen näherkommen sehen“, berichtete die 83-jährige Maryse Escuder, die mit ihrer Familie samt Großenkeln auf dem Campingplatz „La Source“ Urlaub machte und nach ihrer Rettung übers Meer in einer Turnhalle übernachten musste. „Ich habe Rauch gerochen, und dann habe ich die Flammen gesehen“, schilderte der deutsche Familienvater Marc Lorenz, der mit seiner Frau und den drei Kindern ebenfalls in eine Turnhalle gebracht wurde und die Nacht auf Feldbetten verbrachte.

Am Mittwoch konnte der Brand laut Feuerwehr unter Kontrolle gebracht werden. Schwer verletzt wurde niemand, doch mehrere Wohnhäuser und Campingplätze wurden beschädigt. Mehr als 1000 Hektar Nadelwald gingen in Flammen auf.

Bei einem zeitgleich wütenden Waldbrand nahe einem Industriegebiet bei Marseille wurden 130 Hektar Wald vernichtet und ein Wohnhaus sowie mehrere Firmensitze beschädigt. 14 Feuerwehrleute erlitten dort Rauchvergiftungen oder leichte Verletzungen. Die Ursache beider Brände war noch unklar.

Auch etwas südlicher, in Italien, kämpft die Feuerwehr gegen aufflammende Waldbrände in vielen Orten. Größere Feuer bei der Stadt L‘Aquila in den Bergwäldern der Abruzzen hatten sich den Ortsteilen Pettino und Cansatessa gefährlich genähert. Am Mittwoch meldete die Feuerwehr auf Twitter dann einen Erfolg: „Nach sechs Tagen Arbeit bessert sich die Situation in der Provinz L‘Aquila bei den Waldbränden an den Bergen Pettino und Omo“.

Am Abend davor hatte sich der Bürgermeister der Stadt, Pierluigi Biondi, auf Facebook über Regen als Helfer gegen die Flammen gefreut. Am Mittwoch gingen die Löscharbeiten weiter. Laut Medien könnten die Brände mit Absicht verursacht worden sein. Auf Sizilien und Sardinien wüteten ebenfalls Wald- und Macchia-Brände. afp/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare