Angriffe an Silvester

Feuerwehr und Polizei an Silvester angegriffen: „Es ist unvorstellbar“

  • VonKilian Bäuml
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In der Silvesternacht kommt es zu zahlreichen Angriffen auf Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei. Jetzt werden neue Maßnahmen gefordert.

Frankfurt – Deutschlandweit gab es in der Silvesternacht Angriffe auf Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr. 33 Einsatzkräfte wurden allein in der Hauptstadt Berlin verletzt. „Es ist unvorstellbar, was unsere Einsatzkräfte in dieser Silvesternacht erleben mussten“, sagte der Landesvorsitzende Lars Wieg in einer Mitteilung. Angesichts der Angriffe verlangte die Gewerkschaft der Polizei Berlin, ein weitgehendes Böllerverbot einzuführen, um ein solches Handeln in Zukunft vermeiden zu können. „Hier wird man sich für den nächsten Jahreswechsel ganz klar Gedanken machen müssen“, äußert sich die Feuerwehr-Gewerkschaft.

Bereits vor dem Jahreswechsel hatte sich der Deutsche Feuerwehrverband für hartes Durchgreifen bei Angriffen auf Einsatzkräfte ausgesprochen. „Es kann nicht sein, dass unsere Leute gefährdet werden, fast überfahren werden und hinterher wird es als Bagatelldelikt dargestellt“, sagt Verbandspräsident Karl-Heinz Banse gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Härtere Strafen seien laut Banse zwar nicht erforderlich, doch die Strafen müssten konsequenter durchgesetzt werden.

Viele Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei wurden in der Silvesternacht verletzt. (Symbolbild)

Umgang mit Feuerwehr und Polizei an Silvester: Einsatz vom Dashcam gefordert

Eine Idee, wie sich Angriffe auf Einsatzkräfte der Feuerwehr und Polizei besser verfolgen lassen, ist der Einsatz von Dashcams. Die Deutsche Feuerwehr-Gesellschaft fordert Einsatzfahrzeuge mit den Kameras auszustatten, da sich Angriffe dadurch dokumentieren lassen. Dashcams sind kleine Kameras, die in der Regel hinter der Windschutzscheibe angebracht werden. Die Dashcam läuft während der Fahrt und kann Geschehnisse wie Unfälle des Fahrzeugs aufnehmen.

Der Einsatz von Dashcams ist jedoch umstritten, berichtet der ADAC. Die Aufnahmen während der Fahrt sind nicht vereinbar mit dem Datenschutz, beispielsweise wenn Kennzeichen gefilmt werden. Außerdem darf niemand gegen den eigenen Willen gefilmt werden. Zudem testeten die Einsatzkräfte laut der Feuerwehr-Gewerkschaft auch Bodycams.

Feuerwehr und Polizei an Silvester: Flächen vorsorglich absperren

In Frankfurt am Main wurde auf vorsorglichen Schutz gesetzt, beispielsweise wurde der Eisenere Steg abgesperrt. Die Brücke in der Frankfurter Innenstadt ist ein beliebter Ort, um das Feuerwerk zu beobachten. „Es wäre einfach zu gefährlich, noch mehr Menschen auf die Brücke zu lassen“, sagt ein Polizeisprecher gegenüber der FAZ. Rund um den Eisernen Steg war auch das Abbrennen von Feuerwerk verboten. Durch das Verbot sollten Verletzungen durch das Feuerwerk vermeiden werden.

In Frankfurt waren 323 Einsatzkräfte unterwegs, die hauptsächlich mit medizinischen Notfällen durch Alkohol zu tun hatten. In Frankfurt war man zwar auf ein wildes Silvester eingestellt, für Frankfurter Verhältnisse habe es jedoch eine ruhige Silvesternacht gegeben, teilte die Polizei mit. (kiba/dpa)

Rubriklistenbild: © David Young/dpa

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