Brände in Australien

Feuerwehr hofft auf Regen

Laut Nasa zieht der Rauch aus den verheerenden Buschbränden um die Erde und kommt wieder in Australien an.

In den australischen Brandgebieten ist Regen in Sicht. Doch kurz vor dem großen Tennisturnier in Melbourne haben die Feuer die Luftqualität dort rekordverdächtig schlecht gemacht. Für die Bewohner war es der zweite Tag in Folge mit besonders dicker Luft. Ihnen wurde geraten, drinnen zu bleiben. Der Rauch löste im Stadtgebiet Feuermelder aus. Fernsehbilder zeigten, dass die Leute Schutzmasken trugen.

Über Nacht sei die Luft in Melbourne weltweit am schlechtesten geworden, sagte der zuständige Gesundheitsbehörden-Chef Brett Sutton am Dienstag Reportern. Laut der internationalen Datenbank IQ Air war die Luft in Australiens zweitgrößter Stadt „sehr ungesund“. Auch Australiens Hauptstadt Canberra hatte mit schlechter Luft zu kämpfen.

Seit Monaten wüten vor allem im Südosten des Kontinents heftige Buschbrände. Nach Angaben der Regierung kamen bislang 28 Menschen ums Leben. Hunderte Millionen Tiere sind nach vorsichtigen Schätzungen von Wissenschaftlern allein im Bundesstaat New South Wales getötet worden.

Mindestens 11,8 Millionen Hektar wurden nach jüngsten Angaben aus den Bundesstaaten vom dem Feuern erfasst. Das entspricht etwa einem Drittel der Fläche von Deutschland. Die US-Raumfahrtagentur Nasa erklärte vergangene Woche, der Rauch aus Australien werde mindestens einmal ganz um die Erde ziehen, dann wieder den Westen des Landes erreichen.

In den Brandgebieten könnte der für diese Woche erwartete Regen nicht nur helfen, sondern auch weitere Probleme mit sich bringen. Für die Feuerwehrleute in New South Wales war die Wettervorhersage eine gute Nachricht. Die Meteorologin Sarah Scully sprach jedoch von einem „zweischneidigen Schwert“: Heftiger Regen und Gewitter könnten Sturzfluten auslösen. Das galt laut Scully besonders für die niedergebrannten Gebiete in den beiden Staaten New South Wales und Victoria.

Feuerwehrleute aus Kanada und den USA halfen bei den Einsätzen, darunter war auch eine US-Spezialtruppe. Nach Angaben der EU-Kommission lehnte Australien hingegen ein Angebot zur Entsendung europäischer Feuerwehrleute vorerst ab. Dies teilte der EU-Kommissar Maros Sefcovic am Montag in Straßburg mit. Die australische Regierung habe das Angebot geschätzt, jedoch erklärt, eine zusätzliche Unterstützung werde derzeit nicht benötigt. (dpa)

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