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In Melbourne Australien wurden die Australian Open wegen der schlechten Luftqualität durch die Buschfeuer in der Nähe stark beeinträchtigt.

Buschbrände in Australien

Buschbrände bedrohen Melbourne: Luft macht Menschen zu schaffen – Auch Tennisspieler leiden

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Jetzt wird auch die Millionen-Metropole Melbourne von den Buschfeuern in Australien bedroht. Unter der „extrem ungesunden“ Luftqualität leiden die Anwohner – und auch die Australian Open sind betroffen.

  • Jetzt haben die Auswirkungen der Buschfeuer auch Melbourne erreicht
  • Die Luftqualität in der Millionen-Metropole in Australien ist „extrem ungesund“
  • Auch Australian Open von Feuer betroffen

Die Auswirkungen der Feuer, die Australien seit September 2019 in Atem halten, haben jetzt die Millionen-Metropole Melbourne erreicht. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Die Luftqualität der Metropole war durch den giftigen Rauch am Dienstag dramatisch gesunken. Die Werte waren derart schlecht, dass die Gesundheitsbehörde sogar eine Warnung an die Bürger von Melbourne verfasste, zu Hause zu bleiben und die Fenster geschlossen zu halten.

Feuer vor Melbourne bedrohen Bürger und Teilnehmer der Australian Open

Außer den Bewohnern der Millionen-Metropole ist auch das größte Sportereignis in Australien von den Feuern betroffen. Eigentlich beginnen die Australian Open diese Woche. Und tatsächlich fand am Dienstag (14.01.2020) die erste Qualifikationsrunde statt. Das Absurde daran: Während die Gesundheitsbehörde die Menschen noch dazu angehalten hatte, zu Hause zu bleiben, fanden die ersten Matches auf den Tennis-Plätzen trotzdem statt.

Vor Langzeitfolgen bei den Tennis-Profis warnte der Lungenspezialist Dr. Elmar Storck gegenüber dem Sport-Informations-Dienst: „Je nach Veranlagung kann eine hohe sportliche Belastung im Freien bei diesen Bedingungen zu chronischen Symptomen und Erkrankungen führen.“ Nach Ansicht des Mediziners sind Sportler von der schlechten Luft stärker belastet, da sie „durch ihre schnelle und kurze Atmung tausende Liter Luft mehr in die Lunge“ bekommen, als beispielsweise die Zuschauer.

Dass die Australian Open trotz der massiv schlechten Luft stattfinden, forderte schon jetzt seinen Tribut. Zunächst startete die Qualifikation für die Australian Open mit einer Verspätung von anderthalb Stunden. Dann warf die Slowenin Dalila Jakupovic nach einem Hustenanfall bereits in der ersten Runde das Handtuch. Gegenüber der dpa klagte die Sportlerin, dass es „nicht fair“ sei, unter solchen Bedingungen antreten zu müssen. „Das ist nicht gesund für uns. Ich war überrascht, ich dachte, wir würden heute nicht spielen, aber wir haben kaum eine Wahl“, sagte die 28-jährige Jakupovic der Deutschen Presseagentur.

Tennis-Profis wehren sich gegen Spiele bei schlechter Luft in Melbourne

„Warum müssen wir darauf warten, dass etwas Schlimmes passiert, um in Aktion zu treten?“, schrieb die Weltranglisten-Fünfte Elina Switolina aus der Ukraine auf Twitter. Zusammen mit dieser Frage teilte sie die Werte des Echtzeit-Luftqualitätsindex von Melbourne. Dieser zeigt eine „extrem ungesunde“ Luftqualität an.

Nach Angaben der dpa erwägt der Australian-Open-Turnierchef Craig Tiley, notfalls in den drei mit einem Dach verschließbaren Arenen oder in nahe gelegenen Hallen das Turnier abhalten zu können. Außerdem retweetete der Turnierchef einen Tweet des Accounts der Australian Open, in dem es hieß, dass weitere Entscheidungen auf der Grundlage der Daten vor Ort „und in enger Absprache mit unserem medizinischen Team, (...) getroffen“ werden. „Wie immer steht die Gesundheit und Sicherheit unserer Spieler, unserer Mitarbeiter und unserer Fans an erster Stelle.“

Wie es mit der Austragung des größten Turniers Australiens weitergeht, bleibt von den Entwicklungen der verheerenden Buschfeuer auf dem Kontinent abhängig. Erst am Wochenende ist ein neues Mega-Feuer in Australien ausgebrochen. An den Grenzen der beiden Bundesstaaten New South Wales und Victoria vereinten sich in der Nacht zum Samstag drei Buschfeuer zu einem „Megabrand“.

Von Sophia Lother

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