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In ostdeutschen Bundesländern seien Feldlerchen noch etwas häufiger anzutreffen als im Westen, sagte der Nabu-Experte Lars Lachmann.

Tiere

Feldlerchen sind bedroht

Die Art wird zum zweiten Mal "Vogel des Jahres" ? weil die Zahl der Tiere weiter abnimmt.

Schon Romeo und Julia sprachen über die Lerche. Und Pop-Superstar Ed Sheeran verlegte wegen des seltenen Feldvogels im Ruhrgebiet ein Konzert. Nun wird die Art zum zweiten Mal „Vogel des Jahres“ – weil die Zahl der Tiere weiter abnimmt. Der „alarmierende Rückgang“ der Bestände dieses früheren „Allerweltsvogels“ habe sich seit der ersten Wahl vor 20 Jahren fortgesetzt, teilten der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und der Landesbund für Vogelschutz (LBV/Bayern) am Freitag mit. Wegen der intensiven Landwirtschaft, Pestiziden und zu wenig Brachflächen fehlten den Vögeln Lebensräume und Nahrung.

Verbunden mit der Wahl der Feldlerche (Alauda arvensis) zum „Vogel des Jahres 2019“ fordern die Verbände eine grundlegende Änderung der EU-Agrarpolitik: Die intensiver werdende Landwirtschaft sei zum Hauptgrund für das Artensterben in Europa geworden. Statt in Massenproduktion müsse in naturverträgliche Landwirtschaft investiert werden. Wegen der intensiven Bewirtschaftung stehe das Getreide auf den Feldern mittlerweile so dicht, dass für die Vögel kaum Platz zum Nestbau bleibe, so die Naturschützer. Die Lerche stehe stellvertretend für andere Feldvögel wie Kiebitz und Rebhuhn, denen es zum Teil noch schlechter gehe. Der aktuelle Bestand der Feldlerchen in Deutschland wird laut Nabu auf 1,3 bis zwei  Millionen Brutpaare geschätzt. Mehr als ein Drittel der Vögel sei in den vergangenen 25 Jahren verschwunden – in vielen Gebieten gebe es sie gar nicht mehr.

In ostdeutschen Bundesländern seien Feldlerchen noch etwas häufiger anzutreffen als im Westen, sagte der Nabu-Experte Lars Lachmann. Seit 2017 steht die einst extrem häufige Feldlerche deutschlandweit als gefährdet auf der Roten Liste der bedrohten Vögel. Der Bodenbrüter hat eine kleine Federhaube. Die Feldlerche ist eine von drei Lerchen-Arten in Mitteleuropa. Männliche Feldlerchen singen meist im Flug in einer Höhe von 50 bis 200 Metern. Ihr tirilierender Gesang sei früher typisch für unsere Agrarlandschaft gewesen – einen einzelnen Vogel herauszuhören, meist unmöglich. Heute dagegen sei es eine Freude, überhaupt eine Lerche zu hören, sagte LBV-Chef Norbert Schäffer. In manchen Gegenden sei der Gesang über den Feldern bereits ganz verstummt. (dpa)

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