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Derzeit meist am Boden: Flugzeuge der SAA
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Derzeit meist am Boden: Flugzeuge der SAA

Südafrika

Fehlende Übung oder Missgeschick?

  • Johannes Dieterich
    VonJohannes Dieterich
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Offenbar entging die südafrikanische Airline SAA nur knapp einem Unglück. Die Politik des Landes hält sie mit Subventionen ohnehin nur rudimentär am Leben.

Die Zuneigung der südafrikanischen Regierung zur staatlichen Fluggesellschaft South African Airways (SAA) überbietet alles, was man vom innigen Verhältnis zwischen Politik und landeseigenen Luftfahrtkonzernen bereits gewohnt war. Seit Jahrzehnten pumpt Pretoria umgerechnet Milliarden an Euro in das Unternehmen, die wie das Öl in einer undichten Turbine verschwinden. Die Mehrheit der Bevölkerung sieht der Vernichtung ihrer Steuergelder am Himmel unterdessen vom Boden aus zu. Mit der Ankunft der Coronaviren im Süden des afrikanischen Kontinents schien das endgültige Ende der SAA gekommen – wenn da die selbst den Tod überwindende Liebe der ANC-Politiker:innen nicht wäre.

Seit einem Jahr sitzen die südafrikanischen Vögel nur noch am Boden, werden jedoch durch immer weitere Unsummen an Steuergeldern wenigstens rudimentär am Leben erhalten. Ganz selten hebt eines der Flugzeuge sogar mal wieder ab: Zu „humanitären Missionen“, die das Ansehen der maroden Staatsgesellschaft liften sollen. Einmal holte ein „Heldenteam“ der SAA in Wuhan gestrandete Landsleute ab, ein andermal galt es, lebenswichtige Impfstoffe aus Brüssel herbeizuschaffen. Das hätte zwar auch eine x-beliebige Cargo-Firma erledigen können. Doch dann wäre eine ausgezeichnete Möglichkeit zum Beweis der Nützlichkeit des heimischen Staatunternehmens verpasst worden.

Also stellte die SAA am 24. Februar einen stattlichen Airbus A340-600 bereit, in dem 370 Passagiere Platz finden könnten, nur um eine Tonne Impfstoff in Brüssel abzuholen. Die Zeche: fünf Millionen Rand, fast 300 000 Euro. Darüber hinaus galt es natürlich allen Sicherheitsmaßnahmen für Flüge nach Europa gerecht zu werden. Etwa die Wartung der Maschine und die Fitness ihres Personals. Um auf einem europäischen Flugplatz landen zu dürfen, muss ein Pilot das nötige Training vorweisen: Für SAA-Kapitäne, die seit einem Jahr untätig zu Hause sitzen, kein einfaches Unterfangen.

Trotzdem gelang es dem Staatsbetrieb, ein Team zusammenzustellen, das von der hiesigen Luftfahrtbehörde abgesegnet wurde – mit Hilfe von 13 Ausnahmereglungen. Ob es an der mangelnden Übung oder einem bloßen Missgeschick lag: Jedenfalls wurde bei der Berechnung des Gewichts der Maschine vor dem Start deren Treibstoffvorrat vergessen. „Mit Gottes Hilfe hob Flug SA6273 gerade noch so ab“, berichtete ein namentlich nicht genannter Insider dem südafrikanischen Onlinedienst „Business Maverick“. Es hätte auch in einem Desaster enden können. Die Maschine hob für ihr tatsächliches Gewicht viel zu langsam an: Hätte das automatische Kontrollsystem des Airbus nicht ihre Nase gesenkt und beschleunigt, wäre der Vogel möglicherweise abgestürzt.

Und damit nicht genug. Derartige Vorkommnisse müssen eigentlich innerhalb von zwei Tagen an die Flugsicherheit und die Hersteller des Flugzeugs gemeldet werden – SAA benötigte dafür jedoch drei Wochen. Nun sieht sich die südafrikanische Regierung mit der Frage konfrontiert, was denn noch alles geschehen muss, um ihre Zuneigung zum Unternehmen zu stoppen? Die ganze Last in diesem Fall mit einberechnet.

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