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Monopoly: Mir gehört alles allein!

Adventskalender

In den Fängen des Kapitalismus

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FR-Adventskalender, 14.12.: Es gibt ein Spiel, dass die tiefsten Abgründe in der Natur des Menschen hervorbringt: Monopoly.

Es gibt ein Spiel, das die tiefsten Abgründe in der Natur des Menschen hervorbringt. Das eine Spiel, sie zu knechten, an den Kapitalismus zu gewöhnen und ihm zu huldigen. Ein Spiel, das Familien entzweit und Freundschaften zerstört hat. Und weil das ja so schön ist, spielt man es immer an Weihnachten: „Monopoly“.

Irgendwie landet man immer wieder bei dem fragwürdigen Immobilienmogul-Spiel. Auf Englisch heißt „Monopoly“ übrigens „Monopol“ und das zeigt viel klarer, worum es eigentlich geht: Mir gehört alles allein, ich sauge euch aus, zahlt mir Unmengen Miete, muhahaha! Man spielt also den Bösewicht. Was natürlich auch mal spannend ist.

Natürlich geht es bei jedem Spiel darum, zu gewinnen, was zwangsläufig bedeutet, dass die Mitspieler verlieren. Aber bei „Monopoly“ wird dieses Gewinner-Verlierer-Spielprinzip in völlig neue Extreme katapultiert, denn ich muss dafür sorgen, dass die Mitspieler völlig zugrunde gehen. Das ist auch der Grund für den weihnachtlichen Streit: „Aber ich wollte die Goethestraße!“ – „Wenn Du diesen Bahnhof kaufst, rede ich nie wieder ein Wort mit dir!“ – „Ich zahl dir keine Miete, zwing mich doch!“

Wundervolle Anekdoten

Ach, fröhliche Weihnachtserinnerungen. Besonders schön war der Moment, als eine Freundin auf die Schlossallee mit vielen prachtvollen Häusern kam, doch statt zu zahlen den Besitzer mit Scheinen und Hotels aus der Bank bewarf.

Warum wir trotzdem immer noch das böse Kapitalismus-Spiel spielen? Weil so wundervolle Anekdoten dabei herausspringen. Und heutzutage gibt es „Monopoly“ in allen Varianten, die man sich nur denken kann. Die „Game of Thrones“-Edition zum Beispiel, bei der man Winterfell, Peik und die Schwarze Festung besitzen kann und den Norden regiert.

Ich habe übrigens noch nie eine Runde „Monoply“ gewonnen. Das könnte daran liegen, dass ich keine Miete von Mitspielern nehme, die nicht genug Geld haben. Das widerspricht einfach meiner antikapitalistischen Natur. Aber jetzt ist ja wieder Weihnachten, vielleicht klappt es ja diesmal. Oder ich erfinde mein eigenes Spiel: „Sozialisty“.

„Monopoly Classic“ gibt es online ab circa 30 Euro.

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