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Trockenübung fürs Schlittenziehen: „Man lernt viele Menschen kennen, wenn man mit Autoreifen unterwegs ist“, sagt Blacha.

Anja Blacha

Extremsportlerin Anja Blacha: Alleine zum Südpol

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Die Extremsportlerin Anja Blacha startet zu ihrer nächsten Expedition. Sie widmet die Tour symbolisch allen Frauen, die sich Vorurteilen gegenübersehen.

Anja Blacha mag Herausforderungen. Erst im Sommer hat die 29-jährige für Schlagzeilen gesorgt, nachdem sie als erste deutsche Frau den K2 bezwungen hatte – und das ohne Flaschensauerstoff. Zudem hält sie den Rekord als jüngste deutsche Frau auf dem Mount Everest sowie als jüngste Deutsche, die erfolgreich die sogenannten Seven Summits erklommen hat – die jeweils höchsten Gipfel der sieben Kontinente.

1400 Kilometer durch Schnee und Eis

Anja Blacha.

Nun, in den ersten Tagen des Novembers, bricht Blacha zu einer neuen Expedition auf: Die Tour führt sie von Berkner Island an der antarktischen Küste über 1400 Kilometer durch Schnee und Eis bis zum Südpol, bei klirrender Kälte durch endlose Weiten. Alleine, auf Skiern und Steigeisen. Auf einem großen, schweren Schlitten zieht sie dabei alles hinter sich her, was sie für die Tour benötigt, darunter alleine 66 Kilo Proviant – mehr als 300 000 Kalorien. Da Blacha auf ihrer Route weniger Kalorien aufnehmen kann, als sie voraussichtlich verbrauchen wird, folgt sie unterwegs einem strikten Ernährungsplan. Einziger Vorteil: „Der Schlitten wird jeden Tag ein Kilo leichter“, sagt sie in einem Interview für ihren Sponsor Intersport. Auf Luxusartikel verzichtet sie freiwillig, „es zählt jedes Gramm“.

Blacha, die in Bielefeld aufgewachsen ist und heute in der Schweiz lebt, will als erster Mensch die Strecke alleine und ohne Unterstützung in 60 Tagen zurücklegen. Auf Helfer oder Kontakt zur Zivilisation wird sie während ihrer Tour verzichten, Navigieren will sie mit GPS und Kompass. Die Aktion läuft zudem unter dem Arbeitstitel „Not Bad For A Girl“ – da Blacha Extremsport und auch ihre bisherigen Expeditionen als „klassische Männerdomäne“ betrachtet. „Abenteurer, Bergsteiger – das ist ein stereotypes Vorbild, das Männer mehr anspricht. Vielleicht fehlt Frauen auch das Selbstvertrauen – zu wissen, dass sie das mindestens genauso gut können, auch weil es wenige Vorbilder gibt“, sagte Blacha in einem Gespräch mit der FR im August. „Würden es mehr Frauen ausprobieren, würden sie feststellen, dass sie es können.“ So will sie die Tour auch symbolisch allen Frauen widmen, die sich im Sport und im Leben Vorurteilen gegenübersehen.

Extremsport als Hobby

Trotz all ihrer bislang erfolgreichen Expeditionen sieht sich Blacha selbst nicht als professionelle Bergsteigerin, sondern vielmehr als Stadtmensch. „Bergsteigerei ist mein Hobby, meine Leidenschaft“, sagte sie jüngst in einem Interview. Dabei stehen Spaß und Freude im Vordergrund. Wenn sich Blacha nicht auf Expeditionen befindet, lebt und arbeitet sie bei einem Unternehmen in Zürich, wodurch sie auch ihre Abenteuer finanziert. Nach Angaben ihrer Agentur kostet die Tour geschätzt rund 40 000 Euro. Wenn alles gutgeht, erreicht Blacha etwa zum Jahreswechsel den Südpol und ist um eine weitere Erfahrung reicher. Einfach wird es nicht, das weiß sie. „Ich bin gespannt, ob ich es schaffen kann.“

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