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Leverkusen

Explosion in Chemiepark: Fünf Tote – Suche nach Vermissten geht weiter

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  • Tim Vincent Dicke
    Tim Vincent Dicke
  • Katja Thorwarth
    Katja Thorwarth
  • Lukas Rogalla
    Lukas Rogalla

Der Chempark in Leverkusen wird von einer katastrophalen Explosion erschüttert, eine Wolke steigt auf. Fünf Menschen sterben, weitere werden noch vermisst.

Update vom Freitag, 30.07.2021, 6.44 Uhr: Nach der gewaltigen Explosion in einer Müllverbrennungsanlage in Leverkusen mit mindestens fünf Toten werden zwei Menschen weiter vermisst. „Die Suche geht heute weiter“, sagte ein Polizeisprecher am Freitagmorgen. Die Hoffnung, die Vermissten noch lebend zu finden, war bereits am Donnerstagabend verschwindend gering gewesen.

Bislang wurden vier Menschen tot aufgefunden. Ein Schwerverletzter starb zudem im Krankenhaus. Nach der Detonation am Dienstag hatten im Leverkusener Chempark - einem Gelände mit Chemie-Unternehmen - Tanks gebrannt, in denen nach Angaben der Betreiberfirma Currenta „organische Lösungsmittel“ lagerten.

Explosion in Chemiepark in Leverkusen: Staatsanwaltschaft ermittelt

Rund um den Explosionsort liegt ein Trümmerfeld. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung und fahrlässiges Herbeiführen einer Explosion gegen unbekannt. Sie will herausfinden, ob menschliche Fehler zu der Katastrophe führten. Viele Anwohner warten zudem weiter gespannt auf das Ergebnis einer Analyse der bei dem Unglück freigesetzten Stoffe.

+++ 16.45 Uhr: Zwei Tage nach der schweren Explosion im Leverkusener Chemiepark haben Einsatzkräfte am Donnerstag drei weitere Tote aus den Trümmern geborgen. Die Gesamtzahl der bei dem Unglück getöteten Menschen stieg damit auf fünf, wie die für Leverkusen zuständige Polizei Köln am Donnerstag mitteilte. Details zu den weiteren Toten wurden zunächst nicht bekannt. Diese müssten noch identifiziert werden. Zwei Menschen werden noch vermisst.

Chemiepark-Explosion in Leverkusen: Noch keine Klarheit über Schadstoff-Rückstände

+++ 15.29 Uhr: Nach der Explosion im Chempark geht die Suche nach Vermissten in Leverkusen weiter. Bei dieser könnten auch DNA-Proben von Angehörigen zum Einsatz kommen. Die Polizei beabsichtigte, „von Angehörigen der Vermissten vorsorglich DNA-Proben zu entnehmen“, um gegebenenfalls „eine Identifizierung zu erleichtern“, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Köln am Donnerstag (29.07.2021).

Nach der gewaltigen Explosion im Chempark zog eine dichte Rauchwolke über die Stadt.

Der Betreiber des von der Detonation erschütterten Chemieparks, dass alle der noch fünf vermissten Arbeiter tot sind. Sie konnten immer noch nicht auf der zerstörten Anlage gefunden werden.

Keine Klarheit gibt es bisher über mögliche Schadstoff-Rückstände in Rußniederschlägen. Das Ergebnis der Analyse soll nach Angaben des nordrhein-westfälischen Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) gegen Ende der Woche vorliegen. Die Proben würden derzeit in einem Dioxin-Labor in Essen analysiert. Grund dafür sei, dass bei einem Brand von chlorhaltigen Lösungsmitteln unter anderem Dioxin-Verbindungen entstehen könnten. Die Untersuchungen dazu seien jedoch noch nicht abgeschlossen, stellte das Amt klar. In der Luft seien am Dienstag keine gesundheitsgefährdenden Stoffe festgestellt worden.

Ein Warndreieck mit dem Aufschrift „Vollsperrung“ steht im Einfahrtsbereich zum Leverkusener Chempark. Nach der Explosion in einer Müllverbrennungsanlage in Leverkusen geht die Suche nach den Vermissten weiter.

Explosion in Chemiepark: Sieben Tote vermutet – Verdacht auf fahrlässige Tötung

Update vom Donnerstag, 29.07.2021, 09.40 Uhr: Nach der verheerenden Explosion mit zwei Toten und fünf Vermissten auf einem Gelände von Chemie-Unternehmen in Leverkusen begutachten Ermittler der Kölner Polizei den Unglücksort. Der Brandort könne am Donnerstag (29.07.2021) betreten werden, die Ermittler seien wohl den ganzen Tag vor Ort, sagte ein Sprecher der Kölner Polizei am Morgen. Es sei eine „Puzzlearbeit“ und unwahrscheinlich, dass die Unglücksursache sofort herausgefunden werde.

Die Polizei werde mit zwei Teams vor Ort sein, sagte der Sprecher. Ein Team stehe bereit um zu dokumentieren und zusammen mit der Feuerwehr eventuell Leichen zu bergen. Die Begehung finde mit Vertretern vom Umweltbehörden, Sachverständigen, des Unternehmens und des Landeskriminalamts statt. Die Polizei will bei den Ermittlungen auch Drohnen einsetzen.

Laut Polizei ist fraglich, ob alle Bereiche schon begangen werden können: Teile seien einsturzgefährdet, andere Bereiche kontaminiert. Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung und fahrlässiges Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion gegen unbekannt.
 

Chemiepark-Explosion: Konzern vermutet sieben Tote – Giftiges Dioxin in Wolke

+++ 19.10 Uhr: Nach der gewaltigen Explosion im Leverkusener Chempark die Frage nach möglichen Gesundheitsgefahren für die Bevölkerung in den Vordergrund. Das nordrhein-westfälische Landesumweltamt (LANUV) teilte am Mittwoch mit, man gehe „derzeit“ davon aus, dass über die freigesetzte Rauchwolke „Dioxin-, PCB- und Furanverbindungen“ in die umliegenden Wohngebiete getragen worden seien.

Das LANUV erklärte, nach seinen Informationen seien in den betroffenen Tanks unter anderem chlorierte Lösungsmittel gelagert worden. „Die besondere Problematik bei Stoffen, die Chlor beinhalten, ist, dass bei einem Verbrennungsprozess Chlorverbindungen zu Dioxin- oder PCB-Verbindungen werden können“, erläuterte ein Sprecher. Da die endgültige Analyse zunächst noch ausstand, hielt die Stadt Leverkusen ihre Empfehlungen an die Bürger:innen aufrecht.

Nach der Explosion im Leverkusener Chempark sind am Gebäude Schäden zu erkennen.

Explosion im Chemiepark Leverkusen: Konzern geht von sieben Toten aus

+++ 14.15 Uhr: Die Explosion in der Leverkusener Chemie-Fabrik Chempark hat vermutlich sieben Menschen das Leben gekostet. Das teilte Frank Hyldmar, CEO der Betreiberfirma Currenta, am Mittwochmittag (28.07.2021) laut RND mit. Bislang seien zwei Leichen seien geborgen worden, jedoch würden immer noch fünf Mitarbeiter vermisst. „Wir müssen leider davon ausgehen, dass wir die fünf Vermissten nicht lebend finden werden“, wird er vom RND zitiert.

Explosion im Chemiepark Leverkusen: Polizei beginnt mit Untersuchungen am Unglücksort

+++ 11.05 Uhr: Nach der Explosion in einer Müllverbrennungsanlage in Leverkusen will die Polizei am Donnerstag mit Untersuchungen am Unglücksort beginnen. Geplant sei eine erste Begehung zusammen mit einem Sachverständigen und Verantwortlichen des betroffenen Leverkusener Chemparks, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Aktuell stehe noch die Suche nach vermissten Mitarbeitern im Vordergrund. Zuvor hatte der WDR darüber berichtet. 

Explosion im Chemiepark Leverkusen: Suche nach Vermissten – Hoffnungen sinken

+++ 10.10 Uhr: Die Suche nach den fünf Vermissten im Chempark Leverkusen kann nach Einschätzung der Feuerwehr noch länger dauern. „Es ist die ganze Nacht gesucht worden und nachgelöscht worden und das wird heute im Laufe des Tages fortgesetzt“, sagte der Leiter der Leverkusener Feuerwehr, Hermann Greven, in einem Interview von WDR2 am Mittwochmorgen. „Bis da endgültig Klarheit herrscht, wird es noch dauern“, fügte er hinzu. Von der Einsatzstelle gehe im Moment keine Gefahr aus. Rund 360 Einsatzkräfte seien nach der Explosion und dem Brand im Laufe des Tages im Einsatz gewesen.  

+++ 8.24 Uhr: Die Hoffnung, die Vermissten noch lebend zu finden, werde immer geringer, sagte ein Sprecher bereits am Dienstagabend. Ähnlich äußerte sich ein Sprecher des Chemparks erneut am Mittwochmorgen. Mit zunehmender Dauer und auch zunehmender Annäherung der Einsatzkräfte an den Brandherd verringere sich die Wahrscheinlichkeit, Überlebende zu finden. „Es hat sich um eine heftige Detonation gehandelt, die zu einer großen Schadenslage geführt hat“, verdeutlichte er. Beim Löschen sei zudem Schaum zum Einsatz gekommen. Deshalb sei dieser Bereich unübersichtlich. Das erschwere auch die Suche nach den Vermissten. Feuerwehrleute seien weiterhin vor Ort. Der Einsatz dauere an.

Update vom Mittwoch, 28.07.2021, 6.24 Uhr: Die Suche nach Vermissten läuft weiter. Wie ein Sprecher der dpa mitteilte, würden noch immer fünf Personen vermisst. Auch die Nachlöscharbeiten im Chempark Leverkusen laufen noch. „Da gibt es keine neuen Entwicklungen.“ Wie es zu dem Unfall kommen konnte, ist noch immer unklar. Man rechne aber damit, dass es noch einige Zeit dauern könne, bis es neue Erkenntnisse gäbe.

Explosion im Chemiepark Leverkusen: Mindestens zwei Menschen sterben

Update, 19.30 Uhr: Bei der verheerenden Explosion in einer Müllverbrennungsanlage im Chempark Leverkusen sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Mehrere Beschäftigte werden noch vermisst. „Die Suche nach den Vermissten läuft weiter auf Hochdruck. Leider schwindet die Hoffnung, sie lebend zu finden, zusehends“, sagte Chempark-Leiter Lars Friedrich laut Mitteilung. Die Zahl der Verletzen wurde vom Betreiber wie von der Polizei mit 31 angegeben.

Wie viele Menschen noch dem Unglück noch gesucht werden, war zunächst nicht genau klar. In der Mitteilung des Betreibers vom Abend hieß es: „Vermisst werden noch fünf Mitarbeiter*innen, die Suche nach ihnen läuft weiterhin auf Hochdruck.“

„Wir sind tief betroffen über diesen tragischen Unfall und den Tod eines Mitarbeiters. Unser besonderes Mitgefühl gilt vor allem den Angehörigen, aber auch den Kollegen, die mit ihm zusammengearbeitet haben“, sagte Chempark-Leiter Friedrich. Es seien schwere Stunden, viele Anwohner hätten Angst, berichtete Friedrich bei einem eilig anberaumten Pressetermin am Nachmittag. Man habe Hoffnung, die Vermissten noch lebend zu finden.

Eine dunkle Rauchwolke steigt über dem Chemiepark in Leverkusen auf. Dort ist es zu einer Explosion gekommen.

Leverkusens Oberbürgermeister Uwe Richrath (SPD) sprach von einem „tragischen Tag“ für die Stadt mit ihren mehr als 167.000 Einwohnern, die eng mit der Chemie verbunden sei. Auch er selbst habe die Erschütterung gespürt.

Explosion im Chemiepark Leverkusen: Mitarbeiter tot aufgefunden

Erstmeldung: Leverkusen – In Leverkusen ist es am Dienstag (27. Juli 2021) gegen 9.40 Uhr zu einer Explosion nahe dem Gelände des Chemiekonzerns Bayer gekommen. Zeuginnen und Zeugen geben an, dass eine große Rauchsäule aufsteige, die noch aus Kilometern Entfernung zu sehen sei.

Der WDR berichtet, dass es die Explosion im Tanklager im Entsorgungszentrum des Unternehmens Currenta gegeben habe. Currenta ist Betreiber und Manager des unternehmensübergreifenden Chemieparks, u. a. am Standort Leverkusen. Nach der Explosion in Leverkusen sind bislang mindestens 16 Verletzte* gemeldet worden, wie 24.rhein.de berichtet. Vier von ihnen seien schwer verletzt. Nun teilt die Stadt mit, dass ein Mitarbeiter tot aufgefunden wurde. Vier Beschäftigte im Chempark werden noch vermisst.

Explosion in Leverkusen: Chemiepark vermeldet Verletzte und Vermisste

„Wir sind tief betroffen über diesen tragischen Unfall und den Tod eines Mitarbeiters. Unser besonderes Mitgefühl gilt vor allem den Angehörigen, aber auch den Kollegen, die mit ihm zusammengearbeitet haben“, erklärt der Chempark-Leiter Lars Friedrich. Die Situation sei noch immer unübersichtlich, wie Stadt und Polizei mitteilen.

Nach Angaben der Stadt Leverkusen brannte ein Tank mit Lösungsmitteln. Die Löscharbeiten hatten warten müssen, bis eine Stromleitung vom Netz getrennt war. Das Feuer sei nun gelöscht, teilte Feuerwehr am Dienstagmittag mit.

Anwohnerinnen und Anwohner im Stadtteil Bürrig werden gebeten, ihre Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Stadt schließt vorsorglich die Spielplätze, auch wenn nicht von einer Eskalation der Lage auszugehen sei. Wer sich draußen aufhält, soll unbedingt ins Haus gehen. Die Messwerte seien im „grünen Bereich“. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) ordnete das Ereignis in Leverkusen in die Warnstufe „extreme Gefahr“ ein, berichtet die Deutsche Presseagentur.

Nach der Explosion im Entsorgungszentrum in Leverkusen sei die Warn-App Nina ausgelöst worden. Erst sei ein weißer, dann schwarzer Rauchpilz hunderte Meter nach oben gezogen, heißt es vom WDR. „Ausmaß und Ursache der Schadenslage sind aktuell noch nicht bekannt“, erklärte die Polizei in einer Mitteilung.

Explosion in Leverkusen: Rauchsäule steigt auf

Auch die Polizei berichtet von einem größeren Einsatz im Bereich Leverkusen. „Wegen einer größeren Schadenslage“ müssen die A1 zwischen Köln-Niehl und Kreuz Leverkusen, die A3 zwischen Langenfeld und Kreuz Leverkusen sowie die A59 zwischen Kreuz Monheim und Kreuz Leverkusen-West gesperrt werden. *24rhein.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. (ktho/lrg/dpa)

Rubriklistenbild: © Tim Oelbermann/imago

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