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Ex-Tagesschau-Sprecherin Eva Herman pleite

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Als Moderatorin verdiente Eva Herman viel Geld - früher. Jetzt ist sie insolvent.
Als Moderatorin verdiente Eva Herman viel Geld - früher. Jetzt ist sie insolvent. © imago stock&people

Eva Herman ist pleite. Die ehemalige Tagesschau-Sprecherin soll seit der Veröffentlichung ihres umstrittenen Buches "Das Eva-Prinzip" mit Geldsorgen gehadert haben - jetzt musste sie Privatinsolvenz anmelden.

Von Sabine Lorenz

Herman soll bereits im Dezember 2011 vor dem Amtsgericht in Hamburg die private Insolvenz eingereicht haben, das Verfahren sei im April 2012 eröffnet worden, berichtet die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf eine Sprecherin des Amtsgerichts. Demnach hat die Moderatorin bereits eine eidesstattliche Erklärung abgegeben, in der sie versichert, zahlungsunfähig zu sein.

Den Bericht hat Herman mittlerweile bestätigt und in einem Interview mit der "Bild" offen über ihren Karriereknick und die damit angeknüpfte finanzielle Talfahrt gesprochen. Wegen des Offenbarungseids müsse sie mit rund 1400 Euro im Monat haushalten, heißt es darin - was für den durchschnittlichen Bürger mehr oder weniger als normal gelten dürfte, ist für Herman wohl keine leichte Umstellung. Denn als Tagessprecherin, Moderatorin und Autorin verdiente sie zuvor wesentlich mehr. Die ersten Gläubiger klopfen offenbar schon an die Tür der 53-Jährigen - bis 2013 sollen sie Zeit haben, ihre Forderungen geltend zu machen, zitiert das Blatt den zuständigen Anwalt.

Missglückte Immobiliengeschäfte

Schuld an der Misere sollen unter anderem missglückte Immobiliengeschäfte in Leipzig sein. Dem Zeitungsinterview zufolge kaufte Herman 1995 dort drei Objekte für insgesamt eine halbe Million Euro. "Es handelte sich dabei um diese typischen Bauherrenmodelle, die viel Steuerersparnis versprachen, aber völlig überhöhte Mietvoraussagen hatten. Ich konnte den hohen Zahlungen jahrelang problemlos nachkommen, weil ich viel gearbeitet und viel Geld verdient habe."

Doch dann ging es beruflich bergab: Für ihr Buch "Das Eva-Prinzip" musste Herman viel Kritik einstecken, schließlich trennte sich ihr Arbeitgeber von ihr - die Karriere brach ein, das Geld blieb aus. Herman konnte die Forderungen der Bank nicht mehr erfüllen, die Immobilien wurden "Bild" zufolge im vergangenen Jahr mit großem Verlust zwangsversteigert. "Plötzlich schuldete ich der Bank noch Geld für Immobilien, die mir gar nicht mehr gehören." sagt Herman in dem Interview. Dazu seien unbezahlte Rechnungen bei Rechtsanwälten und offene Gerichtskosten gekommen. Die Aufnahmen aus ihren Buchverkäufen waren zu diesem Zeitpunkt schon lange aufgezehrt - zum Schluss blieb nur der Weg in die Privatinsolvenz. Ein "schmerzhafter Schritt" sagt die Moderatorin. "Erst recht, wenn man wie ich viele Jahre seines Lebens viel Geld verdient hat."

Herman wehrt sich gegen Nazi-Vorwürfe

2006 veröffentlichte Eva Herman ihr Buch "Das Eva-Prinzip" und löste mit ihrem konservativen Familienbild eine heftige Debatte über das Rollenverständnis der Frau aus. Die "harmloseren" Kritiker warfen Herman vor, eine altbackene "Heimchen am Herd"-Einstellung zu idealisieren. Andere unterstellten der 53-Jährigen auch wegen späterer Aussagen Sympathien für das Dritte Reich - ein Vorwurf, den Herman entschieden von sich weist. Sie betonte, sie verachte jede Form des Nationalsozialismus. Geholfen hatte es nichts: Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) trennte sich von seiner Moderatorin, nach fast 18 Jahren. Zwar klagte Herman gegen die Kündigung, jedoch ohne Erfolg. Mehrere Comeback-Versuche scheiterten, für einen Job als Moderatorin für Internetvideos heimste sie eher Spott denn gute Kritiken ein. Auch mit ihrem Nachfolgebuch "Das Prinzip Arche Noah" (2007) konnte Herman nicht an ihre früheren Erfolge anknüpfen.

Derzeit muss ihr Mann, ein Geschäftsführer, den Lebensunterhalt der dreiköpfigen Familie bestreiten. Doch die 53-Jährige zeigt sich entschlossen, wieder Fahrt aufzunehmen. Sie wolle "wieder aufstehen" und habe auch beruflich bereits wieder die "ein oder andere Möglichkeit" im Auge.

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