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Harry hat schon lang ein schwieriges Verhältnis zu den Medien.

Harry und Meghan

Ex-Royals ohne Taktgefühl

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Harry und Meghan wehren sich gerichtlich gegen die bärbeißige Boulevardpresse Großbritanniens. Verübeln kann man es ihnen kaum – nur beweisen der Prinz und seine Frau abermals „bad timing.

Harry und Meghan wird nicht selten vorgeworfen, ein ausgesprochen schlechtes Gespür für Timing zu besitzen. Vielleicht, so behaupten viele, fehle es ihnen auch komplett. Jedenfalls sorgten die beiden Anfang der Woche abermals für Entrüstung, nachdem sie per Anwaltsbrief verbreiten ließen, man werde von nun an „null Dialog“ mehr mit den vier größten Boulevardmedien Großbritanniens pflegen.

Anfragen würden in Zukunft nicht beantwortet, Interviews gibt’s keine mehr. Die Sussexes stünden „nicht mehr als Futter für ein Geschäftsmodell zur Verfügung, das von Klicks und Verzerrung lebt“. Die Abscheu des Paars richtet sich konkret gegen „The Sun“, „Daily Mirror“, „Daily Express“ und „Daily Mail“.

Klar, dass die lautstärksten Kommentatorinnen und Kommentatoren auf der Insel sofort gegen die „jammernden kleinen Bälger“ wetterten, wie sie der berühmte wie umstrittene Moderator Piers Morgan nannte.

Ausgerechnet jetzt, da tausende Menschen wegen Covid-19 ihr Leben verlören und die Welt gegen die Pandemie kämpfe, würden der Herzog und die Herzogin von Sussex „einen Krieg mit den Medien“ starten? „Haltet die Klappe und verschwindet“, ächzte er in seiner Morgensendung in Richtung Malibu in Kalifornien, wo sich die abtrünnigen Royals aufhalten.

Dabei dürfte das Timing der Attacke auf die mächtigen Blätter keineswegs zufällig gewählt worden sein. Denn ab dem heutigen Freitag nehmen Harry und Meghan es auch auf dem Rechtsweg mit der Boulevardpresse auf. Vor dem High Court in London beginnt ein Verfahren, das die beiden gegen das Verlagshaus Associated Newspapers angestrengt haben, zu dem auch die „Daily Mail“ gehört. Morgan übrigens schreibt Kolumnen für das auflagenstärkste Blatt des Landes – so schließt sich der Kreis.

Die Sussexes, die Ende März den Dienst im Auftrag der Krone quittiert haben, verklagen die „Mail on Sunday“, weil diese Auszüge eines Briefs von Meghan an ihren Vater exklusiv abgedruckt hatte – auf der Titelseite und ohne die Erlaubnis der Tochter.

Thomas Markle, der Vater, hatte das Schreiben der Zeitung zur Verfügung gestellt, weil er sich gegen seiner Ansicht nach falsche Berichte verteidigen wollte. Zunächst hieß es, er erscheine auch persönlich vor Gericht, wegen der Coronavirus-Krise aber findet die erste Sitzung per Videokonferenz statt. Meghan besteht darauf, dass es sich bei der Veröffentlichung ihres Briefs um eine Verletzung des Urheberrechts sowie Nutzung privater Daten handelt. Es seien absichtlich Stellen herausgenommen worden, um sie „negativ“ darzustellen.

Sollte die Herzogin das Verfahren gewinnen, will sie die Schadenersatz-Summe einer Hilfsorganisation spenden. Die Gegenseite kündigte an, sich „mit aller Kraft“ wehren zu wollen. Sie verteidigt sich unter anderem mit dem Argument, dass die Royals inklusive Meghan Markle von den Veröffentlichungen über ihre Personen leben. Und die dürften künftig nicht weniger werden.

Diese Woche wurden Gerichtsakten öffentlich, die zeigen, dass das Paar im Vorfeld der Hochzeit im Mai 2018 vergeblich versucht hatte, den von Paparazzi belagerten Thomas Markle von Zeitungsinterviews abzuhalten. Dieser hatte Bilder für Fotografen gestellt und sie anschließend verkauft. „Wir verstehen die Umstände, aber ‚an die Öffentlichkeit zu gehen‘, macht die Lage nur schlimmer. Wenn du Meg liebst und das Richtige tun willst, ruf mich an, da es zwei Möglichkeiten gibt, durch die du nicht mit den Medien sprechen musst, die ohnehin diese ganze Situation verschuldet haben“, schrieb Harry an den künftigen Schwiegervater, der wegen einer Herzoperation nicht zur Hochzeit auf Schloss Windsor kommen konnte.

Der 35-jährige Prinz fügte dann in einer weiteren SMS hinzu: „Oh, jedweder Kontakt mit der Presse WIRD nach hinten losgehen, vertrau mir Tom. Nur wir können dir helfen, wie wir es seit Tag 1 versucht haben“. Harry hegt schon lange eine Abneigung gegen die Klatschpresse auf der Insel. Er macht diese für den Tod seiner Mutter Diana verantwortlich, die 1997 bei einem Autounfall auf der Flucht vor Paparazzi in Paris gestorben war.

Mehrmals monierte er, Meghan werde von der Boulevardpresse verfolgt wie einst seine Mutter. Die Frage aber bleibt, ob sich das Paar einen Gefallen damit tut, den Kriegszug gegen den Boulevard auch abseits der Gerichte anzuheizen. Fakt ist, dass die beiden schon seit längerem versuchen, die klassischen Medien zu umgehen, indem sie die Berichterstattung mit Hilfe ihres Instagram-Profils zu steuern versuchen.

Das Blockade-Schreiben der beiden an die Verlagshäuser sei eine „der schlechtesten Formen der Kommunikation“ gewesen, die er je gesehen habe, sagte David Yelland, Ex-Chefredakteur der „Sun“. Das Paar hätte davon keinerlei Vorteile. Der Brief sei vielmehr „unverschämt und peinlich“. „Die Welt befindet sich in einer Krise – manche behaupten, der größten Krise seit 100 Jahren“, so Yelland – und den beiden ginge es „nur um sich“.

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