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Nach potenzieller Vergiftung: Kriegs-Gegner Tschubais wird jetzt in Frankfurt behandelt

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Von: Andreas Apetz

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Präsident Wladimir Putin (l.) und Anatoli Tschubais (r.) im Kreml-Büro im Jahr 2019
Präsident Wladimir Putin (l.) und Anatoli Tschubais (r.) zusammen im Kreml-Büro im Jahr 2019. (Archivfoto) © ITAR-TASS/Imago Images

Anatoli Tschubais, früherer Beamte des Kremls, wurde nach einer spekulierten Vergiftung von einem italienischen Krankenhaus nach Frankfurt verlegt.

Frankfurt – Der ehemalige Kreml-Beamte Anatoli Tschubais hat nach Angaben der italienischen Zeitung La Repubblica das Krankenhaus Olbia auf der Insel Sardinien verlassen. Er habe positiv auf die Medikation reagiert und sei nun nach Frankfurt geflogen worden, um dort weitere Behandlung zu erfahren. Anatoli Tschubais galt lange Zeit als Vertrauter von Präsident Wladimir Putin.

Putin-Vertrauter in Frankfurt: Schwere Krankheitssymptome

Vor einer Woche war der frühere Sonderbeauftragte des Kreml mit schweren Krankheitssymptomen in eine Klinik auf Sardinien gebracht worden. Nach ersten Vermutungen einer Vergiftung führte die italienische Polizei nun mit Spezialisten eine entsprechende Untersuchung durch. Das toxikologische Gutachten steht zwar noch aus, laut der Zeitung La Repubblica deutet jedoch alles auf eine seltene Nervenkrankheit bei Tschubais hin.

Anatoli Tschubais lehnt den Ukrain-Krieg ab. Ende März hatte er sein Amt in Moskau niedergelegt. Vor kurzem wurde er mit Symptomen einer neurologischen Erkrankung in Europa ins Krankenhaus gebracht. Gegenüber einer russischen Journalistin sagte Tschubais‘ Frau, er habe plötzlich Taubheit in den Händen und Beinen gespürt. Nach seiner Einlieferung hieße es, der 67-Jährige sei „nicht in stabilem Zustand“.

Ex-Kreml-Berater: Ursache könnte Guillain-Barré-Syndrom

Die genaue Ursache der Krankenhauseinweisung ist bislang nicht bekannt. Die Nachricht seiner plötzlichen Erkrankung hat jedoch Ähnlichkeit zu Kremlkritikern, auf die ein Vergiftung-Angriff verübt wurde. Laut der New York Times leide Tschubais hingegen unter dem Guillain-Barré-Syndrom, einer seltenen Nervenkrankheit, die mit Schmerzen und Taubheit in den Gliedmaßen beginnt und zur Lähmung im ganzen Körper führen kann.

Waldimir Putins Pressesprecher Dmitri Peskow erklärte, die Nachricht von Tschubais‘ Krankheit sei traurig. Im Namen des Kreml wünschte er ihm eine baldige Genesung. (aa/dpa)

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