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Zwei Aufnahmen von Cyntoia Brown.

USA

Ex-Kinderprostituierte begnadigt

Mit 16 Jahren tötete Cyntoia Brown einen Freier, von dem sie sich bedroht fühlte. Jetzt kommt sie nach vielen Jahren Haft frei.

Eine frühere Kinderprostituierte in den USA, die wegen Mordes an einem Freier zu lebenslanger Haft verurteilt worden war, ist begnadigt worden. Der Gouverneur des US-Bundesstaats Tennessee, Bill Haslam, begründete seine Entscheidung am Montag damit, dass die Strafe für die inzwischen 30-jährige Cyntoia Brown „zu harsch“ gewesen sei. Er nannte ihren Fall „tragisch und komplex“.

Browns Fall hatte vor einigen Jahren durch einen Dokumentarfilm breite Aufmerksamkeit erlangt. Zahlreiche Prominente – darunter die Schauspielerin Ashley Judd und Popsängerin Rihanna – setzten sich für sie ein.

Ihre Unterstützer beschrieben Brown als traumatisiertes Opfer des Menschenhandels. Sie war von zu Hause weggelaufen und befand sich unter der Kontrolle eines gewalttätigen Zuhälters. Im Alter von 16 Jahren erschoss sie einen Freier, der früher Scharfschütze bei der Armee war und ihr in seiner Wohnung seine Waffen gezeigt und dann brutal zwischen die Beine gegriffen haben soll. Sie habe um ihr Leben gefürchtet, sagte Brown damals aus.

Eine Jury verurteilte die junge Frau wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe mit der Auflage, dass sie frühestens   nach 51 Jahren entlassen werden dürfe. Sie hätte folglich mindestens bis 2055 hinter Gittern bleiben müssen.

Die Begnadigung Browns begründete Gouverneur Haslam auch damit, dass sie in der Haft große Anstrengungen unternommen habe, um „ihr Leben neu zu gestalten“. Brown machte im Gefängnis ihren Schulabschluss und bereitet sich derzeit auf ihren College-Abschluss vor.

Brown soll Anfang August auf Bewährung aus der Haft entlassen werden, nachdem sie noch ein Coaching für die Rückkehr in die Freiheit absolviert hat. Ihre Bewährungszeit setzte der Gouverneur auf zehn Jahre fest.

Brown dankte in einem von der Zeitung „The Tennessean“ veröffentlichten Statement dem Gouverneur und ihren Unterstützern. Sie versprach, „alles zu tun, was ich kann, um Euren Glauben an mich zu rechtfertigen“.

Kritik an dem Urteil und den Umständen äußerte die US-Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (Aclu). Gegen Cyntoia Brown hätte „niemals“ ein so hartes Urteil ergehen dürfen. Der Kampf gegen übermäßig harte Strafgesetze müsse weitergehen. (Nova SAFO, afp)

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