Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Containerschiff

Weiterfahrt der „Ever Given“ verzögert sich – Unglück im Suezkanal könnte noch wochenlang für Chaos sorgen

Alle Autoren
    schließen
  • Tanja Banner
    Tanja Banner
  • Lukas Rogalla
    Lukas Rogalla
  • Joel Schmidt

Das Containerschiff „Ever Given“ im Suezkanal konnte freigelegt werden – doch viel weiter ist es noch nicht gekommen. Das Unglück könnte noch wochenlang für Ärger sorgen.

  • Eine Woche lang hing ein gigantisches Containerschiff im Suezkanal in Ägypten fest.
  • Die havarierte „MS Ever Given“ gefährdete den globalen Handel – doch die Bergung gelang.
  • Nun zeigen sich die Auswirkungen der Blockade des Suezkanals.

Update vom Freitag, 02. April 2021: Seit Montag (29.03.2021) ist die „Ever Given“, die den Suezkanal blockiert hatte, freigelegt. Doch die Weiterfahrt des Containerschiffs könnte sich noch längere Zeit verzögern: Die Kanalbehörde fordert Schadenersatz in Höhe von einer Milliarde Dollar und will die Weiterfahrt erst nach einer Einigung erlaufen. „Wir haben viel Mühe und Arbeit in die Rettung des Schiffs gesteckt“, so der Vorsitzende der Kanalbehörde Usama Rabi gegenüber der staatlichen Nachrichtenseite Al-Ahram.

Die Behörde hat eigenen Angaben zufolge wegen der verhinderten Durchfahrten durch den Suezkanal Verluste in Höhe von 14 bis 15 Millionen Dollar pro Tag erlitten. Außerdem berechnet sie die tagelangen Arbeiten mit Baggern und Schleppern mit ein. An Bord der „Ever Given“ sei Fracht im Wert von 3,5 Milliarden Dollar, sagte Rabi. „Wir haben das Schiff und die Fracht gerettet.“

Mehrere Ermittlungen sollen klären, wie es zu dem Unfall der „Ever Given“ im Suezkanal kam: Ägypten will den Schiffsdatenschreiber auswerten und mit den Besatzungsmitgliedern sprechen. Auch die Seefahrtsbehörde Panamas, unter dessen Flagge das Schiff fährt, und das für die technische Leitung verantwortliche Unternehmen Bernhard Schulte Shipmanagement (BSM) haben Ermittlungen angekündigt.

Die „MS Ever Given“ steckte fest und blockierte den Suezkanal in Ägypten. Mittlerweile ist sie befreit.

Unfall der „Ever Given“ im Suezkanal könnte Chaos im Schiffsverkehr verursachen

Doch auch nach der Bergung des Containerriesen „Ever Given“ dürfte es noch wochenlang Chaos im internationalen Schiffsverkehr geben. Das befürchtet zumindest der Chef der Hamburger Reederei Hapag Lloyd: „Es wird bestimmt acht bis zehn Wochen dauern, ehe sich das Geschäft normalisiert“, sagte Rolf Habben Jansen dem „Spiegel“. Bei bestimmten Produkten müssten sich Verbraucher auf Lieferverzögerungen einstellen.

„Der Suezkanal ist der ungünstigste Ort der Welt für ein solches Unglück“, so Habben Jansen weiter. Der Stau vor dem Kanal werde sich langsam auflösen, zu rechnen sei mit weiteren Verstopfungen in europäischen Häfen, wenn dort viele Frachter gleichzeitig einträfen, fügte der Reederei-Chef hinzu. Verbraucher könnten daher noch länger auf Waren wie Möbel, Haus- und Fitnessgeräte oder Fahrräder warten müssen, so der Reederei-Chef. „Bei solchen Gütern müssen Kunden mit ein bis zwei Wochen Verspätung rechnen, wenn die Händler keine ausreichenden Lagerbestände haben.“

Unterdessen gibt es bei QAnon-Anhängern die Verschwörungstheorie, die „Ever Given“ transportiere entführte Kinder für Hillary Clinton.

Containerschiff „Ever Given“: Bergung am Suezkanal ist gelungen

+++ 19:35 Uhr: Aufatmen am Suezkanal: Die knapp einwöchige Blockade der wichtigen Schifffahrtsstraße durch den havarierten Riesenfrachter „Ever Given“ ist beendet. Nach der Bergung der „Ever Given“ wurde der Wasserweg am Nachmittag wieder für den Schiffsverkehr freigegeben. Nach Angaben der ägyptischen Kanalbehörde (SCA) könnte es aber mehrere Tage dauern, bis sich der immense Schiffs-Stau am Suezkanal aufgelöst hat.

Die an der Rettungsaktion beteiligten Schlepper ließen zur Feier der erfolgreichen Bergung ihre Schiffshörner ertönen. „Wir haben sie befreit“, erklärte das niederländische Bergungsunternehmen Boskalis. Den Experten der Tochterfirma Smit Salvage sei es in enger Zusammenarbeit mit der Kanalbehörde gelungen, die „Ever Green“ gegen 15 Uhr wieder in Bewegung zu setzen. Im ägyptischen Fernsehen war zu sehen, wie die „Ever Given“ sich langsam fortbewegte. Wegen der Havarie des Frachters hatten sich am Suez-Kanal 425 Schiffe angestaut.

+++ 15:43 Uhr: Am Ende ging alles doch ganz schnell: Das Containerschiff „Ever Given“ konnte aus seiner Blockade befreit und wieder in Bewegung gesetzt werden. Die ägyptische Kanalbehörde (SCA) meldete am Mittag (MEZ) daraufhin die Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs in der Meerenge. Wegen der Havarie des Schiffs hatten sich mehrere hundert Schiffe angestaut.

Suezkanal blockiert: Bug von „Ever Given“ hängt immer noch fest

+++ 14:38 Uhr: Nach der teilweisen Freisetzung des im Suez-Kanal feststeckenden Containerschiffs „Ever Given“ steht der schwierigste Teil der Rettungsaktion nach Angaben des zuständigen Bergungsunternehmens erst noch bevor. „Die gute Nachricht ist, dass das Heck freigelegt wurde, aber das war unserer Ansicht nach der einfache Teil“, sagte der Chef des Unternehmens Boskalis, Peter Berdowski, am Montag im niederländischen Radio.

Boskalis ist der Mutterkonzern der Spezialfirma Smit Salvage, die mit der Bergung der „Ever Given“ beauftragt wurde. Der Bug des Schiffes sei noch „vollständig blockiert“, sagte Berdowski. Die eigentliche Herausforderung stehe somit noch bevor. Das Schiff wieder vollständig in Bewegung zu setzen sei angesichts des enormen Gewichts des Frachters „kein Kinderspiel“, betonte der Boskalis-Chef.

Suezkanal blockiert: „Ever Given“ teilweise freigelegt

+++ 08.20 Uhr: Nach seiner teilweisen Freilegung ist das seit Tagen im Suezkanal feststeckende Containerschiff „Ever Given“ nach Angaben der ägyptischen Kanalbehörde (SCA) in die „richtige Richtung“ gelenkt worden. Das Heck des Frachters habe sich inzwischen um 102 Meter vom Ufer entfernt, teilte SCA-Chef Osama Rabie am Montag mit. Zuvor habe das Heck nur einen Abstand von vier Metern zum Ufer gehabt.

Die „Ever Given“ sei zu „80 Prozent in die richtige Richtung“ gewendet worden, erklärte Rabie. Das 400 Meter lange und über 220.000 Tonnen schwere Containerschiff war am Dienstag in einem Sandsturm vom Kurs abgekommen und in Ufernähe des Suez-Kanals auf Grund gelaufen. Es blockiert seitdem den Wasserweg zwischen Rotem Meer und Mittelmeer. Seit Mittwoch laufen die Bemühungen der ägyptischen Kanalbehörde SCA auf Hochtouren, die „Ever Given“ wieder freizubekommen.

Suezkanal: Containerschiff „MS Ever Given“ schwimmt wieder

Update vom Montag, 29.03.2021, 07.14 Uhr: Gute Nachrichten aus dem Suezkanal: Das auf Grund gelaufene Containerschiff „MS Ever Given“ ist nach einer tagelangen Blockade freigelegt worden. Das 400 Meter lange Schiff sei am frühen Montagmorgen um 4.30 Uhr (Ortszeit) wieder in schwimmenden Zustand gebracht worden und werde gesichert, teilte der Dienstleister Inchcape Shipping mit. Das Schiffsradar Vesselfinder zeigte die „MS Ever Given“ kurz darauf als „unterwegs“ an. Es blieb zunächst aber unklar, wann die wichtige Wasserstraße wieder zur Durchfahrt freigegeben werden kann.

Laut Kanalbehörde hatten zehn Schlepper aus vier Richtungen seit dem Morgengrauen versucht, das gewaltige Schiff zu bewegen. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi hatte bereits angeordnet, die teilweise Entladung von Containern vorzubereiten, falls die Versuche zur Freilegung weiterhin erfolglos bleiben sollten. Hilfs- und Bergungsteams hatten mit Schleppern und Baggern über Tage versucht, das Schiff eines japanischen Eigentümers zu befreien, das am Dienstag auf Grund gelaufen war.

Wann die „MS Ever Given“ ihre Fahrt in nördlicher Richtung auf dem Weg nach Rotterdam im Kanal fortsetzen kann, war nach der Erfolgsmeldung zunächst unklar. Laut Kanalbehörde warteten zuletzt rund 370 Schiffe auf beiden Seiten des Kanals auf Durchfahrt, darunter 25 Öltanker. Der Finanznachrichtendienst Bloomberg berichtete am Montag von 450 wartenden Schiffen.

Das Frachtschiff „MS Ever Given“ ist nach einer tagelangen Blockade freigelegt worden.

Suezkanal: Arbeiten am Containerschiff „MS Ever Given“ gehen weiter – Sorge um 130.000 Schafe

+++ 16.10 Uhr: Wie geht es weiter mit der „MS Ever Given“, die bereits seit Tagen den Suezkanal blockiert? Arbeiter bereiten sich derzeit auf eine mögliche Teilentladung des riesigen Containerschiffs vor. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi habe die Vorbereitungen angeordnet, teilte der Vorsitzende der Kanalbehörde im ägyptischen Fernsehen mit. Die Schlange der Schiffe, die auf eine Durchfahrt durch den Kanal warten, ist derweil auf mehr als 300 gestiegen, der wirtschaftliche Schaden wächst weiter.

Das 400 Meter lange Schiff konnte dem Dienstleister Inchcape Shipping zufolge bisher 29 Meter bewegt werden. Das Ruder des Schiffs konnte bereits befreit werden. Zwei weitere Schlepper sollen noch am Sonntag am Kanal ankommen.

Die Arbeiten zur Befreiung der „MS Ever Given“, die derzeit den Suezkanal blockiert, gehen weiter.

Müssen tatsächlich Container vom Schiff entladen werden, um dessen Ladung zu verringern, könnte das Tage oder Wochen dauern. Erste Reedereien kündigten bereits an, insgesamt 22 Schiffe über das Kap der Guten Hoffnung in Afrika umzuleiten. Der Suezkanal bleibe die „sicherste und kürzeste Route“ zwischen Asien und Europa, verteidigte der Vorsitzende der Kanalbehörde, Admiral Usama Rabi, die Wasserstraße.

„MS Ever Given“ blockiert Suezkanal: 130.000 Schafe sitzen fest – Lage für Tiere „sehr bedrohlich“

Update vom Sonntag, 28.03.2021, 8.40 Uhr: Wegen der Suezkanal-Blockade durch das Containerschiff „MS Ever Given“ sitzen offenbar elf rumänische Frachter mit lebenden Tieren an Bord fest. Das berichtet die Nachrichtenagentur „AFP“ unter Berufung auf Tierschutzorganisationen. Demnach handelt es sich um 130.000 Schafe an Bord der Schiffe. Es sei bereits Kontakt mit den Transportfirmen der Tiere aufgenommen worden, teilten die Veterinärbehörden in Bukarest am Samstagabend mit. Diese hätten versichert, „dass es ausreichend Nahrung und Wasser an Bord für die kommenden Tage gibt“.

Sollte die Blockade im Suezkanal weiter anhalten, müssten zusätzliche Schritte eingeleitet werden, so die Behörden weiter. Eine Möglichkeit sei es, die rumänischen Frachter umzuleiten und die Tiere in anderen als den geplanten Ankunftshäfen zu entladen. Tierschützer:innen fürchten den Tod der geschätzten 130.00 Tiere. „Die Situation ist sehr bedrohlich“, erklärte die Organisation „Animals International“. Es drohe eine „maritime Katastrophe für lebende Tiere in noch nie dagewesenem Ausmaß“. Rumänien müsse Konsequenzen ziehen, den Export lebender Tiere sofort einstellen und auf Fleischexporte umschwenken, forderte die Organisation.

Weil das Containerschiff „Ever Given“ den Suezkanal blockiert, staut sich der Schiffsverkehr.

Am Dienstag war die „MS Ever Given“ vom Kurs abgekommen und in Ufernähe auf Grund gelaufen. Das 400 Meter lange und 220.000 Tonnen schwere Containerschiff blockiert den Wasserweg zwischen dem Roten Meer und dem Mittelmeer. Auf beiden Zugangsseiten staut sich der Schiffsverkehr.

Suezkanal: Neue Hoffnung auf baldige Bergung der „MS Ever Given“? – Syrien muss Benzin rationieren

+++ 20.00 Uhr: Weil die „MS Ever Given“ noch immer den Suezkanal blockiert und sich Lieferungen teils erheblich verzögern könnten, sieht sich Syrien gezwungen, Treibstoff zu rationieren. Das gab das Ölministerium des vom Krieg zerrissenen Landes am Samstag bekannt. Vor allem aufgrund von westlichen Sanktionen mangelt es in Syrien ohnehin an Benzin. Auch Nahrung und Medizin fehlen in Teilen des Landes.

Der für den globalen Handel maßgeblich wichtige Wasserweg ist seit Dienstag nicht mehr zu durchqueren. Auf beiden Zugangsseiten haben sich mehr als 200 Schiffe gestaut. Die Bergungsarbeiten dauern an.

Suezkanal: Mehr als 200 Schiffe stauen sich an – Neue Hoffnung auf baldige Bergung?

+++ 15.47 Uhr: Möglicherweise könnte die „MS Ever Given“ bereits zu Beginn der kommenden Woche wieder einsatzbereit sein. Peter Berdowski, Chef des Mutterkonzerns des niederländischen Bergungsunternehmen „Smit Salvage“, sagte am Freitagabend in einer Fernseh-Talkshow, dass es etwas länger dauern könne, wenn Container entfernt werden müssen, um das Gewicht des gigantischen Schiffs zu reduzieren. Die japanischen Eigentümer des Schiffs hatten von einer Bergung am Samstagabend gesprochen.

„Mit unseren Schiffen vor Ort, dem bereits entfernten Sediment und der am Sonntagabend einsetzenden großen Flut wird es uns hoffentlich gelingen, das Schiff Anfang nächster Woche wieder freizubekommen“, sagte Berdowski in einer Talkshow. Zudem werde ein Kran installiert, um hunderte Container vom Vorderdeck des Schiffs zu entfernen. Er zeigte sich damit etwas vorsichtiger als Yukito Higaki, Chef des japanischen Schiffeignerns Shoei Kisen, der zudem sagte, dass kein Wasser in die „MS Ever Given“ gelaufen sei und dass es weder Probleme mit der Steuerung noch mit dem Antrieb gebe.

Am Dienstag war das 400 Meter lange Containerschiff in einem Sandsturm vom Kurs abgekommen und im Suezkanal in Ufernähe auf Grund gelaufen. Seitdem blockiert die „MS Ever Given“ den für den Welthandel wichtigen Wasserweg in beide Richtungen.

Suezkanal: Mehr als 200 Schiffe stauen sich an – Welthandel zunehmend bedroht

+++ 13.15 Uhr: Die „MS Ever Given“ blockiert den Suezkanal nach wie vor in beide Richtungen. Am Freitag haben sich vor den Einfahrten zum wichtigsten Wasserweg der Welt rund 200 Schiffe angestaut, berichtet „Al Jazeera“. „Lloyd‘s List“, ein Unternehmen für Nachrichten und Informationen über Schifffahrt, schätzt, dass mit der Blockade jeden Tag Fracht im Wert von rund 9,6 Milliarden Euro zwischen Asien und Europa aufgehalten wird. Einer Studie des Versicherungskonzerns „Allianz“ zufolge könnte es den globalen Handel jede Woche sechs bis zehn Milliarden Dollar kosten.

Die „MS Ever Given“ ist etwa 400 Meter lang und kann rund 20.000 Container einer Länge von sechs Metern befördern. Das Schiff befand sich auf dem Weg von China nach Rotterdam. Die Bergungsarbeiten könnten durch wechselnde Wetterbedingungen weiter verkompliziert werden. Einigen Betreibern entscheiden sich deshalb für den Umweg um das Kap der Guten Hoffnung in Südafrika.

Suezkanal: Bergung von Containerschiff gescheitert - Angst vor Piraten steigt - US-Armee steht bereit

Update vom Samstag, 27.03.2021, 11.04 Uhr: Die Bergungsarbeiten rund um das im Suezkanal auf Grund gelaufene Containerschiff „MS Ever Given“ sind am späten Freitagabend unterbrochen und sollte am Samstag fortgesetzt werden. Zuletzt wurde versucht, mit Baggern 20.000 Kubikmeter Sand vom Bug des Schiffes zu entfernen und es so zu befreien. Doch diese Maßnahme führte bisher noch zu keinem nennenswerten Erfolg. Die US-Armee hat deshalb ihre Unterstützung angeboten.

„Im Rahmen unseres aktiven diplomatischen Dialogs mit Ägypten haben wir den ägyptischen Behörden US-Hilfe bei der Wiederöffnung des Kanals angeboten“, teilte Jen Psaki, die Sprecherin des Weißen Hauses, mit. Die Gespräche dauern aber offenbar noch an.

Das 400 Meter lange und über 220.000 Tonnen schwere Containerschiff „MS Ever Given“ war in einem Sandsturm vom Kurs abgekommen und in Ufernähe des Suezkanals auf Grund gelaufen. Es blockiert seitdem den wichtigsten Wasserweg der Welt. Seit Mittwoch (24.03.2021) laufen die Bemühungen vor Ort auf Hochtouren, das Schiff wieder freizubekommen. Im schlimmsten Fall könnte die Bergung noch Wochen dauern.

Containerschiff „MS Ever Given“ blockiert Suezkanal: Angst vor Piraten steigt

Update vom Samstag, 27.03.2021, 07.35 Uhr: Die Bemühungen, das riesige Containerschiff „MS Ever Given“ wieder fahrtüchtig und den Suezkanal so wieder freizubekommen, laufen auf Hochtouren. Doch auch am vierten Tag nach der Havarie bleibt die wichtigste See-Verkehrsstraße der Welt weiter blockiert.

Als ob das alleine nicht schon besorgniserregend genug wäre, steigt nun vor Ort offenbar auch die Angst vor Piraten. Wie US-Medien melden, haben zahlreiche Unternehmen die US-Navy um Hilfe gebeten aus Angst vor Überfällen. Die festsitzenden Schiffe seien ein leichtes Ziel für Piraten. Freibeuter treiben in der Gegend traditionell ihr Unwesen und die Zahl der Überfälle stieg allein im letzten Jahr um 20 Prozent.

„MS Ever Given“ blockiert den Suezkanal - Biden-Regierung bietet Unterstützung an

Ob US-Präsident Joe Biden tatsächlich Schiffe und Personal nach Ägypten schickt, um die sich anstauenden Schiffe im Suezkanal zu beschützen, ist noch nicht klar. Seine Pressesprecherin Jen Psaki sagte auf Nachfrage in Washington DC, die USA hätten bereits ihre Hilfe angeboten.

Unklar ist auch, wann der Suezkanal wieder geöffnet werden kann. Fachleute hatten zuletzt ihre Befürchtung geäußert, die Bergung der „MS Ever Given“ könnte sich noch Wochen hinziehen und der globale Handel dadurch einen herben Schlag einstecken müssen.

Suezkanal in Ägypten: Containerschiff „MS Ever Given“ steckt fest

Erstmeldung vom Freitag, 26.03.2021, 9.47 Uhr: Kairo – Auch drei Tage nachdem das Containerschiff „MS Ever Given“ im Suezkanal auf Grund gelaufen ist, hält die Blockade einer der wichtigsten Handelsrouten der Welt an. Während ägyptische Regierungskreise mit einer schnellen Lösung des Problems bereits in den nächsten Tagen rechnen, hat sich die anhaltende Blockade im Netz längst zu einem „Running Gag“ entwickelt. Vor allem die irritierende Route, die der Nautiker vor der Havarie gefahren ist, sorgt jetzt für Hohn und Spott.

Die Schifffahrt auf dem Suezkanal zwischen Rotem Meer und Mittelmeer werde „binnen 48 bis 72 Stunden höchstens wieder aufgenommen“ werden, sagte der Berater von Ägyptens Staatschef Abdel Fattah al-Sisi für Seehäfen, Mohab Mamisch, am Donnerstagabend (25.03.2021) der Nachrichtenagentur AFP. Zuvor hatten die Eigentümer der „MS Ever Given“ geäußert, die Bergung des 400 Meter langen und 59 Meter breiten Containerschiffs könnte sich noch Wochen hinziehen.

Blockade im Suezkanal: Seit Tagen kein Fortkommen der „MS Ever Given“

Bereits seit zwei Tagen versuchen mehrere Schlepper der ägyptischen Kanalverwaltung sowie ein Bagger die „MS Ever Given“ aus ihrer misslichen Lage zu befreien. An beiden Enden des Suezkanals stauen sich mittlerweile unzählige weitere Schiffe, die durch das diagonal liegende 220.000-Tonnen schwere Containerschiff an der Durchfahrt gehindert werden. Als Grund für die Havarie gibt die „Suez Canal Authority“ (SCA) einen starken Sandsturm an, welcher die Sicht des Kapitäns beeinträchtigt habe.

Name: SuezkanalTiefe: 24 Meter
Eröffnung: 17. November 1869Eigentümer: Suez Canal Authority (SCA)
Länge: 193,3 KilometerDurchfahrgebühr: 300.000 US-Dollar

Die SCA erklärte am Donnerstag (25.03.2021), dass die Durchfahrt durch den 193 Kilometer langen Kanal offiziell „temporär ausgesetzt“ sei. Schon nach dem ersten Tag der unfreiwilligen Blockade hatte der Bundesverband der Deutschen Industrie gewarnt, die Situation im Suezkanal führe zu einer Verschärfung der sowieso schon angespannten Lage im internationalen Container-Seeverkehr.

Haverie der „MS Ever Given“ im Suezkanal: Wirtschaft zeigt sich besorgt

Zentrale Lieferketten drohten aufgrund mangelnder Container, unpünktlicher Schiffe sowie fehlender Transportkapazitäten ins Stocken zu geraten, so die Befürchtung. Während die Wirtschaft bereits jetzt turbulente Auswirkungen auf die internationale Logistik und globale Warenströme befürchtet, sorgt die derzeitige Situation im Suezkanal im Netz in jedoch erster Linien für allgemeine Erheiterung. So greifen zahlreiche Memes die Blockade durch die „MS Ever Given“ politisch auf, etwa indem sie die aussichtslose Situation mit den Maßnahmen der Bundesregierung zur Eindämmung der Corona-Pandemie vergleichen.

Andere Nutzer:innen erfreuen sich hingegen an der aufgezeichneten Route des Containerschiffes, die sich auf der Tracking-Seite „Vesselfinder“ nachvollziehen lässt – schlichtweg, weil sich darin ein Penis mit Hodensack im Meer erkennen lässt. Ob es sich dabei um einen absurden Zufall, einen bewusst herbeigeführten „Scherz“ von Männern oder um eine verzweifelte Machtdemonstration des Patriarchats kurz vor Stilllegung einer der wichtigsten Handelsrouten der Welt handelte, ist bislang nicht bekannt. (Joel Schmidt mit Material von afp, dpa)

Rubriklistenbild: © Ahmed Gomaa via www.imago-images.de

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare