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ISS droht Absturz: Raumstation in Gefahr – Russland fordert Ende der Sanktionen

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Von: Vincent Büssow

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Der Chef der russischen Raumfahrtbehörde behauptet, dass die Sanktionen im Ukraine-Krieg den Betrieb der ISS beeinträchtigen: Die Raumstation könne abstürzen.

Moskau – Während die Zusammenarbeit auf der ISS zu Beginn des Ukraine-Kriegs* noch als Beispiel der fortgeführten Kooperation zwischen Russland* und dem Westen galt, hat der Konflikt inzwischen auch diesen Bereich erreicht. So hat der Putin-Vertraute Dmitri Rogosin, der Chef der Raumfahrtbehörde Russlands, vor einem Absturz der Internationalen Raumstation gewarnt. Rogosin drohte außerdem, dass besonders die Länder davon betroffen wären, die Sanktionen gegen Russland erlassen haben.

„Auf wen könnte die 500 Tonnen schwere Internationale Raumstation krachen?“, hat Russlands Raumfahrt-Chef seinen Telegram-Post betitelt. Beigefügt ist eine Weltkarte zu sehen, die den Raum zeigt, den die ISS* überfliegt. Diese ist laut Rogosin von amerikanischen Astronomen erstellt worden, um die Gefahr für Russland im Falle eines Absturzes zu verdeutlichen. Tatsächlich bestehe die größte Gefahr aber für „die Bevölkerungen anderer Länder, einschließlich derer, die von ‚Kriegstreibern‘ regiert werden“. Damit bezog sich der Putin-Vertraute auf die westlichen Länder, die als Reaktion auf den Ukraine-Krieg* Sanktionen gegen Russland erlassen haben, unter denen auch die Raumfahrtbehörde Roskosmos leide.

ISS
Das Bild zeigt die Internationale Raumstation (ISS). © NASA/dpa

Auswirkungen der Sanktionen im Ukraine-Krieg: Russland warnt vor ISS-Absturz

„Das russische Segment sorgt dafür, dass die Umlaufbahn der Station korrigiert wird (durchschnittlich elfmal im Jahr), auch um Weltraumschrott zu vermeiden“, erklärte Rogosin zuletzt. Durch die verhängten Sanktionen seien der Betrieb von Raumschiffen aus Russland beeinträchtigt, was sich vor allem auf den Bereich der Kurskorrekturen auswirke.

Der Chef der europäischen Raumfahrtorganisation Esa, Josef Aschbacher, hatte zu Beginn des Ukraine-Kriegs* noch erklärt, dass die „Zusammenarbeit in der zivilen Raumfahrt eine Brücke“ bleibe. Seitdem ist bekannt geworden, dass die NASA einen Betrieb der ISS ohne Russland prüft*. Auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt hat seine Zusammenarbeit mit Russland eingestellt.

Internationale Raumstation (ISS)
Dauerhaft bewohnt seit02.11.2000
Kooperation von16 Staaten / 5 Raumfahrtagenturen
Spannweite109 Meter
MasseCa. 440 Tonnen

Ukraine-Krieg: Russlands Raumfahrt-Chef fordert Ende der Sanktionen

Bereits zuvor hat Russland mit einem Absturz der ISS gedroht*: Ein Video soll offenbar zeigen, wie Russland die ISS verlässt und diese als Folge abstürzen werde: Die russischen Kosmonauten verabschieden sich erst von ihrem US-amerikanischen Kollegen, dem Astronauten Mark Vande Hei. Dann verliert die ISS an Halt und Teile verglühen beim Eintritt in die Atmosphäre der Erde.

Dmitri Rogosin forderte im Zuge seines aktuellen Posts die Aufhebung der Sanktionen. Er richte deshalb einen schriftlichen Appell an die Raumfahrtbehörden von Kanada und Europa sowie der USA*. Am 30. März ist geplant, dass der US-Astronaut Mark Vande Hei zusammen mit zwei russischen Kollegen an Bord einer Raumkapsel aus Russland von der ISS auf die Erde zurückkehrt. (vbu/afp) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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