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Das wäre ihr Preis gewesen.

Selbstversuch

Wie ich aus 60 Euro 59,70 Euro gemacht habe

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Von Olli Kahn verführt - und reingelegt: Unser Autor hat sich am Wetten versucht.

Olli Kahn hat mich verführt – und reingelegt. Kahn und sein Tipico. Er versprach 100 Euro Startguthaben – und rückte dann nur 25 Euro heraus. Gut, ich hätte genauer lesen sollen. „Erste Einzahlung bis zu 100 Euro verdoppeln lassen.“ Schon klar: Wenn man nur 25 Euro einbezahlt, kriegt man keine 100 geschenkt. 25 plus 25 sind 50.

Ich habe versuchsweise seit dem 4. Januar ein wenig gezockt. Im Wettbüros in München und online. Um herauszufinden: Kann man mit Wissen, Gespür und kontrolliertem Tip-Verhalten was gewinnen? Als Sportjournalist ist man vielleicht im Vorteil.

Bei Tipico habe ich neun Wetten platziert. Zwei und drei Ergebnisse kombiniert. Nur Endstände. Keine Live-, keine Handicapwetten, nichts, was zu sehr in die Richtung Zufall geht. Und ich habe immer 5 Euro gesetzt. Bilanz: Sieben der neun Wetten gingen verloren, zwei gewann ich. Die halten mich noch über Wasser, das Wettkonto steht bei 30,11 Euro. Erfolgreich war die Eishockey-Kombi mit zwei schwedischen Partien (Växjö – Timra, Lulea – Örebro) und einer aus der zweiten österreichischen Liga (Salzburg U20 – Kitzbühel). Für 5 Euro bekam ich 14,34.

Der zweite Treffer: 10,77 für 5 Euro. Handball-WM Kroatien – Mazedonien und Argentinien – Ägypten richtig. Von Handball habe ich wenig Ahnung. Zu den beiden WM-Partien nehme ich englischen Fußball: Manchester City – Wolverhampton, 3:0. Auf Pep Guardiola ist Verlass. Er nimmt jedes Spiel ernst.

Bei den anderen sieben Wetten geht immer was daneben. Real Madrid versagt unter anderem bei einer Quote von 1,37 gegen Real Sociedad. Zweimal vertraue ich dem DEL2-Team der Löwen Frankfurt, weil ich ihren Sportdirektor gut kenne und hoch schätze – doch sie liefern jeweils nicht.

Ich habe bei Tipico auf insgesamt 22 Partien gesetzt. Viermal auf die Auswärtsmannschaft, womit ich dreimal richtig lag. Bei den 18 Einser-Tipps (Heimsieg) steht es 9:9. Das ist ernüchternd.

Teil zwei des Selbstversuchs führt mich an die Terminals in den Wettannahmestellen. Bei Tipwin in der Maxvorstadt, ein winziges Ladenlokal, räume ich mit einem DEL-Tipp ab: Mannheim schlägt Straubing, Ingolstadt besiegt Iserlohn, Nürnberg ist besser als Krefeld. Stimmt alles. 21,70 Euro für 5 Euro Einsatz. Zwei Tage später lasse ich mir den Gewinn ausbezahlen. Ich bin begeistert und denke: Was für eine Rendite!

Bei Bet3000 tippe ich wagemutiger. Wieder 5 Euro auf Eishockey, je ein Spiel aus der Liga Polens, Dänemarks, Frankreichs. Das Wagnis ist die dänische Paarung Rödovre Mighty Bulls – Herning Blue Fox, wo ein Heimsieg 2,80 zahlen würde. Nach zwei Dritteln steht es 1:4 gegen Rödovre, ich hake die Wette ab, schaue sehr viel später wieder in die Ergebnisse rein. Und: Sensation. Rödovre hat’s mit dem letzten Drittel (4:0) zum 5:4 gedreht. Es wäre interessant zu wissen, ob es in Asien vor den letzten zwanzig Minuten auffällige Wettbewegungen gab … 

Doch leider vermasselt Comarch Cracovia gegen Unia Osiwecim dann den Abend. Unentschieden nach sechzig Minuten, Einser-Tipp kaputt, ganzer Schein zum Verbrennen. 24,19 Euro hätte ich bekommen.

In einem anderen Bet3000-Büro dann noch ein Tennis-Tipp. Australian Open: Scharapowa schlägt Peterson, Halep besiegt Kenin. Ich bekomme 7,89 Euro für meine 5,00. Auch okay. 

Offline- und Online-Wetten zusammengerechnet: 60 Euro gesetzt, 59,70 wieder reingeholt. 30 Cent im Minus. Aber jetzt geht die Fußball-Bundesliga los; da kenne ich mich aus. Und ich habe noch die 25 Euro von Olli.

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