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Polizisten arbeiten im Waterglade Industrial Park, in Essex, nachdem 39 Leichen in einem LKW-Container im Industriegebiet gefunden wurden.

Großbritannien

Großteil der Toten im Lkw stammt möglicherweise aus Vietnam

In Essex werden 39 Leichen in einem Lastwagen gefunden. Mittlerweile steht fest, dass es sich um Chinesen handelt. Nach dem Fahrer werden zwei weitere Personen festgenommen.

Update, 27.10.2019, 14.45 Uhr: Vier Tage nach dem Fund von 39 Leichen in einem Lastwagen in Großbritannien verdichten sich die Hinweise, dass es sich bei einem Großteil der Opfer um Vietnamesen handeln könnte. Seit Freitag meldeten mehrere Familien aus dem verarmten Zentrum Vietnams ihre Angehörigen als vermisst. Dort hielten Dorfbewohner am Sonntag einen Trauergottesdienst ab. Die Ermittler hatten zunächst vermutet, dass die Opfer Chinesen seien.

Update, 19.25 Uhr: Im Fall des Fundes von 39 Leichen in einem Lastwagen in Großbritannien ist am Freitag ein vierter Verdächtiger festgenommen worden. Der 48 Jahre alte Mann komme aus Nordirland und stehe im Verdacht, an Menschenhandel und Totschlag beteiligt gewesen zu sein, teilte die Polizei mit.

Polizei befreit 41 Migranten aus Kühllastwagen in Griechenland: Offenbar im letzten Moment kann die griechische Polizei die Migranten vor dem Erstickungstod retten.

Update, 25.10.2019, 15.00 Uhr: Nach dem Fund von 39 Leichen in einem Lkw in Großbritannien gibt es zwei weitere Festnahmen. Ein 38-jähriger Mann und eine 38-jährige Frau aus Warrington im Nordwesten Englands seien wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und Verschwörung zum Menschenhandel festgenommen worden, teilte die britische Polizei am Freitag mit.

Update, 13.00 Uhr: Die in einem Lastwagen-Anhänger in England entdeckten 39 Toten stammen aus China. Das bestätigte die britische Polizei inzwischen. Es handelt sich um 31 Männer und acht Frauen.

Update, 12.30 Uhr: Nach dem Fund von 39 Leichen in einem Kühllastwagen in der Nähe von London haben mehrere britische Medien Angaben zur Identität der Toten gemacht. Es soll sich um chinesische Staatsbürger handeln, wie verschiedene Medien am Donnerstag berichteten. Die Leichen waren am Mittwoch in einem Industriegebiet in Grays östlich von London entdeckt worden.

Leichenfund in Essex: Polizei geht offenen Fragen nach

Update, 24.10.2019, 6:40 Uhr: Nach dem grausigen Fund von 39 Leichen in einem Lastwagenanhänger nahe London gehen die Ermittler weiter vielen offenen Fragen nach. Die Umstände deuteten auch am Donnerstag stark darauf hin, dass es sich bei den noch nicht identifizierten Toten um ins Land geschleuste Migranten handelt. Offiziell bestätigt ist das bislang aber ebenso wenig wie die Todesursache. Unklar ist auch, ob der unter Mordverdacht festgenommene Lastwagen-Fahrer überhaupt wusste, dass die Menschen in dem Anhänger waren.

Britischen Medienberichten zufolge wurden in der Nacht zum Donnerstag zwei Wohnungen in Nordirland durchsucht - dem Herkunftsland des Lastwagenfahrers. Von einem Zusammenhang mit dem Fall sei stark auszugehen, hieß es. Demnach könnten die Menschen im Laderaum erfroren sein, da es sich bei dem großen Lkw-Sattelauflieger um einen Kühlcontainer handelte. Bei den noch nicht identifizierten Toten handelt es sich laut Polizei um 38 Erwachsene und einen Teenager.

Nach Polizeiangaben war der Anhänger per Schiff vom belgischen Hafen Zeebrugge ins englische Purfleet transportiert worden und dort am frühen Mittwochmorgen angekommen. Purfleet ist nicht weit entfernt von jenem Ort im Industriegebiet der Stadt Grays, an dem der Container schließlich entdeckt wurde.

Essex: Angela Merkel zeigt sich tief erschüttert nach dem Leichenfund

Update, 15.30 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich tief erschüttert. Ihr tiefes Mitgefühl gelte den Angehörigen, versicherte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Gleichzeitig sagte er den britischen Behörden alle notwendige Unterstützung bei der Suche nach den Schuldigen und Hintermännern zu. Der britische Premierminister Boris Johnson schrieb auf Twitter, er sei "entsetzt". 

Der Fund erinnert an andere grausige Fälle von Schlepperkriminalität mit dem Ziel Europa: Im Februar 2017 waren 69 Migranten in Libyen vier Tage lang in einem Container eingepfercht. 13 von ihnen kamen ums Leben, unter ihnen ein 13 Jahre altes Mädchen und ein 14-jähriger Junge. Für internationales Aufsehen sorgte auch ein Fall im August 2015 in Österreich. 71 tote Flüchtlinge, darunter vier Kinder, wurden in einem Kühllaster aus Ungarn südlich von Wien gefunden. Sprunghaft gestiegen ist die Zahl der Migranten, die versuchen, in Schiffen oder kleinen Booten über den Ärmelkanal nach Großbritannien zu gelangen.

Im Jahr 2018 haben dem Innenministerium zufolge 539 Menschen versucht, die Meeresenge illegal zu überqueren. Von November bis Sommer dieses Jahres waren es schon mehr als 1000. Ein Mann hatte sogar versucht, den Ärmelkanal mit Taucherflossen zu durchschwimmen. Die Meeresenge ist einer der weltweit befahrensten Seewege und daher besonders gefährlich. Angeblich werden viele Migranten von Schleppern unter Druck gesetzt, die Überfahrt noch vor dem Brexit zu machen. Danach, so die Ansage, würden die Kontrollen weiter verschärft. Aber auch das milde Wetter gilt als Grund für die Häufung der Fälle.

39 Tote in Container in Großbritannien entdeckt

Essex: Leichen aus dem Lkw-Container werden obduziert

Update, 13.00 Uhr: Die 39 Leichen aus dem Lkw-Container werden derzeit obduziert. "Ich vermute, das könnte ein langwieriger Prozess werden", sagte der Sprecher der Polizei. Ob es sich um ins Land geschleuste Migranten handelt, blieb zunächst offen. Doch deuten viele Umstände darauf hin.

Update, 23.10., 12.20 Uhr: Der Fahrer des Lastwagens, ein 25-jähriger Mann aus Nordirland, in dem 39 Tote entdeckt wurden, ist wegen Mordverdachts festgenommen worden. 

Im Londoner Stadtteil Grays wurde ein Lastwagen mit 39 Leichen gefunden.

Rettungskräfte hatten den Lastwagen den Angaben zufolge gegen 1.40 Uhr (Ortszeit, 2.40 Uhr MESZ) entdeckt und die Polizei verständigt. Den ersten Erkenntnissen zufolge sei der mutmaßlich bulgarische Lastwagen am Samstag über den Hafen von Holyhead im Westen des Landes nach Großbritannien gekommen. Dies ist einer der wichtigsten britischen Häfen für Fähren aus Irland.

Es handele sich um "einen tragischen Vorfall, bei dem eine große Zahl von Menschen ihr Leben verloren hat", erklärte der Hauptkommissar von Essex, Andrew Mariner. Die Ermittlungen dauerten demnach an.

Polizei in Essex nimmt 25-Jährigen fest

Im Londoner Stadtteil Thurrock in Großbritannien hat die Polizei in einem Lastwagen 39 Leichen entdeckt. Das teilte die Polizei am heutigen Mittwochmorgen mit.

Der Kommentar: Es sind Europas Tote

Bei den Toten handelt es sich ersten Ermittlungen zufolge um 38 Erwachsene und einen Teenager. Laut der Polizei in Essex stammt das Fahrzeug vermutlich aus Bulgarien und sei in einem Industriegebiet im Gebiet Grays östlich von London gefunden worden. Das Fahrzeug soll bereits am vergangenen Samstag die Grenze nach Großbritannien passiert haben. Die Menschen seien noch vor Ort für tot erklärt worden, die Leichen seien umgehend zur Obduktion gebracht worden. „Ich vermute, dass könnte ein langwieriger Prozess werden“, sagte der Polizist laut der Nachrichtenagentur dpa.

Die Polizei meldet nun die Festnahme eines 25-jährigen Mannes, der aus dem britischen Nordirland stamme. Ob es sich bei den Toten um ins Land geschleuste Migranten handelt, blieb zunächst offen.

Der Fundort des Containers wurde weiträumig abgeriegelt. Grays liegt in Thurrock an der Themse. Nähere Informationen liegen bislang nicht vor. (mit dpa/afp)

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