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Irrtum mit drastischen Folgen: SEK stürmt falsche Wohnung – Amazon-Gutschein als Entschuldigung

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Von: Jan Trieselmann

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Zwei Spezialkräfte eines Sondereinsatzkommandos mit Schusswaffen sind bereit für den Einsatz (Symbolbild)
Das Spezialeinsatz-Kommando (SEK) der Polizei hat in Essen (Nordrhein-Westfalen) die Wohnung eines unschuldigen Studenten gestürmt und ihn gefesselt. (Symbolbild) © Britta Pedersen/dpa

Das Polizei-Spezialkommando (SEK) stürmt in Essen eine falsche Wohnung – und fesselt einen unschuldigen Studenten. Der ist entsetzt über die Entschädigung.

Essen – Großer Irrtum bei der Polizei in Essen (Nordrhein-Westfalen): Ein Spezial-Einsatzkommando (SEK) stürmt fälschlicherweise die Wohnung eines unschuldigen Studenten – und speist ihn dann mit einer Kleinigkeit als Entschädigung ab.

Erst im vergangenen Jahr stand das Frankfurter SEK deutschlandweit im Fokus, als es in Frankfurt eine Razzia wegen rechter Chatgruppen bei der Polizei* gab. In der Folge kam es zu einem großen Polizeiskandal um die Auflösung des SEK Frankfurt*.

SEK der Polizei fesselt unschuldigen Student in Essen (Nordrhein-Westfalen)

Dass es jetzt überhaupt zu der folgenschweren Verwechslung gekommen war, passierte aufgrund „widersprüchlicher Angaben zur Lage der Wohnung“, wie die Deutsche Presse-Agentur jetzt eine Polizei-Sprecherin zitierte. Das SEK hatte sich demzufolge in der Etage im dem Hauses in Essen (Nordrhein-Westfalen) geirrt.

Anschließend hatten die Polizisten laut Bild-Zeitung eine Tränengas-Granate in die Wohnung des 28-jährigen Studenten geworfen, ihn danach überwältigt und gefesselt. Dabei wurde der Irrtum aber direkt deutlich: Der junge Mann aus Essen (Nordrhein-Westfalen) entsprach nicht der Personenbeschreibung, die dem SEK vorlag.

SEK fesselt Student in Essen (Nordrhein-Westfalen): Gutschein als Entschädigung

Diese Information hilft dem Student aus Essen (Nordrhein-Westfalen) allerdings wenig: Er leidet dem Bericht zufolge seit dem Vorfall am Morgen des 25. Januar 2022 unter Angstzuständen und Schlafstörungen und habe mittlerweile eine Psychotherapie begonnen.

Zwar stellten Sanitäter direkt nach dem Vorfall keine Verletzungen fest und auch die Tür soll auf Behördenkosten repariert werden. Wirklich verärgert hatte den Student aber die Entschuldigung des SEK.

Der Polizei-Einsatzleiter habe ihn dann mit einem Amazon-Gutschein im Wert von 50 Euro abgespeist. Auch gab es eine schriftliche Entschuldigung.

Student in Essen (Nordrhein-Westfalen) fordert nach SEK-Einsatz Schmerzensgeld

Vor allem den Amazon-Gutschein nannte der Student aus Essen (Nordrhein-Westfalen) gegenüber Bild eine „Verhöhnung“. Sein Anwalt und er verlangen jetzt Schmerzensgeld vom Land Nordrhein-Westfalen. Eine angemessene Höhe läge dabei in einem fünfstelligen Bereich, wie die Westdeutsche Allgemeine Zeitung unter Bezugnahme auf den Anwalt berichtet.

Den richtigen Verdächtigen hatte das SEK dann doch noch festgenommen. Die Polizei legt dem Mann zur Last, dass er an einer Schule in Essen (Nordrhein-Westfalen) Menschen mit einer Waffe bedroht habe. (Jan Trieselmann mit dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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