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Der Countdown bis zum Start des Eurovision Song Contests in Rotterdam läuft. Marco de Swart /AFP
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Der Countdown bis zum Start des Eurovision Song Contests in Rotterdam läuft.

Eurovision Song Contest

ESC: Veranstalter schließen Belarus vom Eurovision Song Contest aus

  • VonAndreas Sieler
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Weil ein Song die Proteste in Belarus verhöhnt, wird das Land von den ESC-Veranstaltern vom Wettbewerb ausgeschlossen.

Nach der Absage im vergangenen Jahr soll am 22. Mai das Finale des Eurovision Song Contests in Rotterdam wieder stattfinden. War das bunte Spektakel in der Vergangenheit stets auch eine große Party, die nicht nur im jeweiligen Gastgeberland, sondern unter anderem auch auf der Straße in Hamburg mit einem TV-Event begleitet wurde, wird sich im Mai zeigen, ob der ESC auch ohne prall gefüllte Halle und Live-Publikum funktioniert und sich Hunderte Millionen Zuschauer weltweit an den Fernsehern zuschalten. Etwas mehr als gewöhnlich rumort es in diesem Jahr allerdings bereits im Vorfeld der Veranstaltung – einmal mehr aufgrund des regelmäßig mal mehr, mal weniger debattierten Spannungsfeldes zwischen ESC und Politik.

Nicht der einzige, aber der seit diesem Wochenende anstehende Streitpunkt ist der Ausschluss von Belarus vom diesjährigen Wettbewerb. Die Europäische Rundfunkunion (EBU) hat die Band „Galasy ZMesta“ mit ihrem Song „Ya nauchu tebya“ („Ich bringe dir bei“) zunächst nicht zugelassen, weil „er die nichtpolitische Natur des ESC in Frage stellt“, wie es auf der deutschen ESC-Homepage heißt. „Außerdem wäre die Reputation des ESC in Gefahr, sollte die Band damit auftreten, wie zahlreiche Reaktionen nach der Songveröffentlichung gezeigt hätten.“ Der Band wird vorgeworfen, die Opposition des Landes und die Proteste gegen Machthaber Alexander Lukaschenko zu verhöhnen, mit Zeilen wie „ich werde dir beibringen, nach der Melodie zu tanzen“. Die zweite Einreichung derselben Band scheiterte ebenso, auch dieser habe gegen die ESC-Regeln verstoßen, so die EBU. Ende des Liedes: Belarus ist raus.

Eurovision Song Contest: Auf keinen Fall politisch sein

Die Regeln des ESC sind auf dessen offizieller Homepage einsehbar. Im Abschnitt 2.7 heißt es: „Der ESC ist eine nicht-politische Veranstaltung.“ Teilnehmende Rundfunkanstalten müssten gewährleisten, dass „der ESC in keinem Fall politisiert und/oder instrumentalisiert wird“. Keine politische Sache dürfe im Zusammenhang mit dem Event „direkt oder indirekt gefördert, dargestellt oder erwähnt“ werden. Entsprechende Botschaften seien unzulässig und könnten eine Disqualifizierung zur Folge haben. Texte und Darbietung dürften zudem den ESC und die EBU „nicht in Verruf bringen“, Reden und Gesten politischer, kommerzieller oder ähnlicher Natur sind beim ESC nicht erlaubt.

Anhand dieser Regeln ist der Ausschluss von Belarus nachvollziehbar. Auf der deutschen ESC-Homepage wird die belarussische Band mit dem Satz zitiert: „Wenn man versucht, das Land zu zerstören, das wir lieben und in dem wir leben, können wir nicht gleichgültig bleiben ...“. Die belarussischen Rundfunkanstalt BTRC habe sich demnach zudem im Vorfeld entschieden, die Gruppe „VAL“, die im Vorjahr den dortigen Vorentscheid gewonnen hatte, 2021 nicht mehr zu nominieren. Begründung: Die Band habe sich beklagt, dass man ihr verboten habe, mit nicht genehmigten Medien zu sprechen. „Zudem würde der Sender sie zwingen, bei Konzerten für den Staat aufzutreten“, ist auf der deutschen ESC-Webseite zu lesen. VAL gelten als Unterstützer der Proteste gegen Lukaschenko, ganz im Gegensatz zu „Galasy ZMesta“. Die Sichtweise der Rundfunkanstalt BTRC: „Die Gruppe VAL wird nicht zum ESC 2021 fahren, und das nicht, weil bei BTRC etwas ‚kaputt‘ ist oder weil die Zensur tobt, sondern weil die Künstler von VAL kein Gewissen haben.“

Laut der Deutschen Presse-Agentur regierte Minsk mit Empörung auf den Ausschluss: „Die Entscheidung, uns auszuschließen, ist politisch motiviert“, wird der Chef der staatlichen Rundfunkgesellschaft, Iwan Ejsmont, von der Staatsagentur Belta zitiert. Die Verantwortlichen beim ESC seien von „Politikern und Hassern in sozialen Netzwerken“ unter Druck gesetzt worden. „Galasy ZMesta“ bezeichnete den Vorgang als „absolute Schande“ – und: „Es war uns eine große Freude, diese Farce zu sehen.“ (Andreas Sieler)

In Belarus diffamiert die staatsnahe Presse gezielt die Bundesregierung - und wertet zugleich die AfD auf.

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