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Es ist ein Leuchten

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Von: Tanja Banner

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Schloss Neuschwanstein bei Nacht – mit Sternschnuppe, imago images
Schloss Neuschwanstein bei Nacht – mit Sternschnuppe, imago images © Imago

Mit etwas Glück und freiem Blick sind in der Nacht auf den 18. November außergewöhnlich viele Sternschnuppen zu sehen

Es gab eine Zeit, da galt der Monat November als der Sternschnuppen-Monat schlechthin. Der Meteorstrom der Leoniden war wesentlich aktiver als heute und stand in einer Reihe mit den prominenten Sternschnuppen-Schauern der Perseiden im August und der Geminiden im Dezember.

Doch die Staubwolke des Kometen 55P/Tempel-Tuttle, die der Auslöser der Sternschnuppen der Leoniden ist, hat sich im Laufe der Zeit im Weltall verteilt – die Sternschnuppen wurden weniger und das Maximum ist heutzutage nur noch schwach ausgeprägt. Etwa zehn Sternschnuppen pro Stunde werden zum Maximum am 17. November erwartet.

2022 könnte jedoch ein Ausnahme-Jahr werden: Forschende haben berechnet, dass die Erde in diesem Jahr mit einer großen Trümmerwolke kollidiert, die im Jahr 1733 vom Hauptstrom der Leoniden abgespalten wurde. Das Ergebnis: Am frühen Morgen des 18. November könnte es ein regelrechtes Sternschnuppen-Feuerwerk geben.

Die International Meteor Organization rechnet mit 50 bis 200 Sternschnuppen pro Stunde, andere Fachleute gehen davon aus, dass es sogar bis zu 300 Meteore pro Stunde geben könnte. Diese Zahlen setzen jedoch perfekte Beobachtungsbedingungen voraus, die in der Praxis kaum zu erreichen sind.

Die Sternschnuppen der Leoniden sind besonders schnell unterwegs: die Staubteilchen, die in die Erdatmosphäre eindringen und dort verglühen, erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 72 Kilometern pro Sekunde, also knapp 260 000 Kilometern pro Stunde. Das liegt daran, dass die kleinen Kometen-Bruchstücke sich im Weltall entgegengesetzt zur Erde bewegen.

Wer im November einen klaren Himmel hat und nach den ungewöhnlich vielen Sternschnuppen der Leoniden Ausschau halten möchte, dürfte sich über den Mond ärgern: Der befindet sich rund um das Leoniden-Maximum zwar im letzten Viertel, ist aber noch immer zu etwa vierzig Prozent beleuchtet und damit verhältnismäßig hell. Außerdem befindet er sich ausgerechnet im Sternbild Löwe (lat. Leo), das der sogenannte Radiant der Leoniden ist – verfolgt man die Bahn der Sternschnuppen am Himmel zu ihrem scheinbaren Ausgangspunkt, trifft man auf das Sternbild, dem der Meteorstrom seinen Namen zu verdanken hat.

Doch der hell strahlende Mond sollte niemanden von der Beobachtung abhalten: Sternschnuppen sieht man nicht nur rund um das Sternbild Löwe, sondern kann sie am gesamten Nachthimmel erblicken. Vor allem die zweite Nachthälfte bietet sich für die Beobachtung an, da der Radiant erst gegen Mitternacht im Osten aufgeht.

Am 18. November sollte man eher morgens nach Sternschnuppen Ausschau halten: Das Durchqueren der Trümmerwolke wird für etwa 7 Uhr MEZ erwartet. Dann könnte es jedoch bereits zu hell sein, um schwächere Sternschnuppen zu sehen.

Für die Beobachtung von Sternschnuppen gilt grundsätzlich immer, dass man sich einen möglichst dunklen Ort mit einem guten Rundumblick an den Himmel suchen sollte. Außerdem sollte man eine große Portion Geduld mitbringen – es kann einige Zeit dauern, bis man die ersten Sternschnuppen erblickt. Deshalb ist es auch wichtig, dass man eine bequeme Beobachtungsposition hat. Ideal dafür ist ein Liegestuhl (mitsamt Decke oder Schlafsack, immerhin ist es November) – so kann man den Himmel beobachten, ohne den Kopf dauerhaft nach oben richten zu müssen.

Wer etwas Glück hat, kann neben den Leoniden noch andere Sternschnuppen sehen: Im November sind auch die Alpha-Monocerotiden, die November-Orioniden und die Phoeniciden aktiv.

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