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Es gibt sie in verschiedenen Farben - Lampen aus Kuhmist.

Indien

Es funkelt der Kuhmist

Indiens Behörden werben zum wichtigem Diwali Lichterfest für eine alternative Beleuchtung.

In dem südasiatischen Land steht das Lichterfest Diwali an, das für Hindus so wichtig ist wie für viele Deutsche das Weihnachtsfest. Im Zentrum der indischen Feierlichkeiten stehen viele kleine Lichter, die heutzutage oft als günstige LED-Lampen aus China kommen. Aber wegen verschärfter Spannungen zwischen Indien und dem Nachbarland China wirbt Indiens Behörde zum Schutz der im Land heiligen Kühe jetzt stattdessen für Lichter aus Kuhmist.

Rund 330 Millionen „Mistlichter“ haben Behörden und Privathaushalte für das mehrtägige Lichterfest mit Höhepunkt am heutigen Samstag gekauft. Der Erlös aus den Mistlichtern soll Unterkünften helfen, die sich um streunende Kühe kümmern sowie Bäuerinnen und Bauern mit Kühen, wie Kuhschutzbehörden-Sprecher Pureesh Kumar auf Anfrage sagte.

Kuhmist hat laut traditioneller indischer Ayurveda-Medizin eine heilende Wirkung. Außerdem hat Indien ein Kuhproblem. Immer wieder setzen Bäuerinnen und Bauern männliche Kühe oder ältere weibliche Tiere, die keine Milch mehr geben, aus. Diese streunen dann auf Straßen herum und ab und zu sterben sie in Verkehrsunfällen, wie der Sprecher sagte.

Der Grund fürs Aussetzen: Die Bäuerinnen und Bauern wollen keine Kühe halten, die sich finanziell nicht lohnen. Aber töten wollen sie sie auch nicht – etwa wegen religiöser Gefühle, weil das Küheschlachten teils verboten ist oder weil es mehrere Kuhschutzgruppen gibt, die Leute angreifen, die Kühe töten wollen.

Die Mistlichter würden übrigens nicht stinken, sagt Käuferin Shivani Lal. Sie seien gebrannt, bunt bemalt und umweltfreundlich. Es sind kleine Schalen mit Öl oder geklärter Butter und einem Baumwollfaden als Docht. Sie habe sich ganz im Sinne der Regierungskampagne für die einheimischen und gegen die chinesischen Lichter entschieden, nachdem es im Sommer einen tödlichen Zwischenfall an der umstrittenen Grenze der Nachbarländer im Himalaya gegeben hat, bei dem mindestens 20 indische Soldaten gestorben sind.

Die indische Regierung hatte daraufhin unter anderem mehr als 200 chinesische Apps verboten - darunter das in Indien sehr beliebte TikTok. Eines der alternativen Mistlichter kostet zwischen zwei und 20 Rupien, also etwa zwei bis 20 Cent. Alternativ gibt es aus Kuhmist auch Götterfiguren und Wandbehänge. (dpa)

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