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Auch Kinder lieben die Herzogin von Cambridge.

Kate Middleton

Das erste Jahr an Williams Seite

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Kate hat ihr erstes Ehejahr gemeistert und Kenner des britischen Hofes beeindruckt. Die Königsfamilie hat aus Fehlern gelernt und will deshalb die Herzogin nicht überfordern.

Der Umzug in ein Schloss bringt es manchmal mit sich, dass er einem zu Kopfe steigt. Prinzessin Elizabeth beispielsweise war zehn Jahre alt, als ihr Vater König wurde und sie feststellte, dass sie die Wachposten dazu bringen konnte, die Gewehre zu präsentieren. Sie spazierte vor dem Buckingham Palast auf und ab, aus lauter Freude daran, die zinnsoldatensteife Garde in Bewegung zu setzen. Vermutlich war das der letzte Unfug, den die später so vernünftige Queen sich erlaubte – aber er gibt einen Hinweis darauf, welchen diebischen Verlockungen Kate Middleton im ersten Ehejahr widerstand.

Landauf, landab wird die Herzogin von Cambridge als ein Gewinn für das Haus Windsor gepriesen, als „das Mädchen aus Bucklebury, das die Welt verzaubert hat“, wie die Daily Mail zum ersten Hochzeitstag von Kate und William schreibt. Seit dem 29. April 2011, als sie an der Seite der Nummer zwei der britischen Erbfolge vor den Altar trat, hat sie sich keinen Fehltritt geleistet; weder ist sie über ihren Kleidersaum gestolpert, noch hat sie je öffentlich ins Taschentuch geniest. Stattdessen hat Catherine gelächelt, Blumen entgegen genommen und sich angeregt mit Heerscharen wildfremder Menschen unterhalten.

Gastgeberin für Prinz Charles

Ihr Schwiegervater, Prinz Charles, ist so angetan von ihrer Eleganz und ihrem Charme, dass er ihr schon im Herbst eine ganze Tischgesellschaft anvertraute: Als der Thronfolger im Oktober kurzfristig zu einer Trauerfeier nach Saudi-Arabien fliegen musste, setzte er Kate, deren Eltern mit dem Versand von Luftballons und Partygeschirr Millionen machen, und nicht etwa ein anderes königliches Familienmitglied als Gastgeberin für ein Dinner in seiner Residenz ein. Es war der erste Solo-Auftritt der früheren Miss Middleton: William flog Hubschrauber für die Küstenwache und war unabkömmlich. Auch dieses Debüt meisterte sie mit einer Selbstverständlichkeit, als habe sie ihr Lebtag mit goldenen Löffelchen von goldenen Tellerchen gegessen.

Kenner des höfischen Haushalts sind beeindruckt, aber nicht überrascht. „Sie hat acht Jahre üben können“, bemerkt Dickie Arbiter, ein früherer Pressesprecher der Queen, trocken. Bekanntlich hat Williams frühere Studienkollegin die Zeit bis zum Ringtausch in einem gesellschaftlich nicht eindeutig definierbaren Zwischenstadium verbracht, das man landläufig „Waity Katie“ nannte. Ingrid Seward, die als Herausgeberin des Magazins Majesty ebenfalls zu den gut unterrichteten Kreisen zählt, ist sogar überzeugt davon, dass Kate als Herzogin gar nicht viel falsch machen konnte: „Sie ist ein typisches Mädchen der gehobenen englischen Mittelklasse: gut ausgebildet, gut gekleidet, von den Eltern umsorgt, mit vortrefflichen Manieren“, sagt Seward. Es koste Kate keine Mühe, jederzeit mit jedem zu plaudern: „Das gehört dazu.“ In der angelsächsischen Welt gilt Konversation als Kulturleistung, die man lernen kann – wie bei uns das große Einmaleins.

Queen Elizabeth ist angetan

Nicht, dass die jüngere Geschichte des Hauses Windsor nicht andere Beispiele kennt: Zurückliegende Jahrgänge bunter Magazine bieten reichlich Fälle angeheirateter Royals, die über die Stränge schlugen – wie etwa Sarah Ferguson, die sich allem Anschein nach von fremden Männern an den Zehen nuckeln ließ. Von Kate ist das nach den Eindrücken, die sie im ersten Jahr hinterließ, nicht zu erwarten. Sie gilt als Muster an Zurückhaltung und Takt.

Im März, als Königin Elizabeth II. den Auftakt ihres Diamantenen Thronjubiläumjahres mit einem Besuch in der Stadt Leicester begann, bat sie deshalb Kate, die Frau ihres Enkels, an ihre Seite. Die minderen Royals mussten zu Hause bleiben. Die Wertschätzung ging so weit, dass Kate neben der Queen im Bentley Platz nehmen durfte, während der 90-jährige Prinz Philip bereitwillig auf die hinteren Sitze der königlichen Karosse rutschte. Die Monarchin sei höchst angetan von Williams Wahl, heißt es, obwohl sie mit ihr nicht über ihr Lieblingsthema Pferdezucht reden kann. „Seit dem silbernen Thronjubiläum 1977“, so meint die Daily Mail zu wissen, „ist sie nicht mehr so glücklich und zufrieden gewesen.“

Das freilich ist Spekulation. Mit größerer Sicherheit lässt sich sagen, dass die Reise nach Leicester der Höhepunkt einer von langer Hand vorbereiteten und wohlchoreographierten Einführung von Kate ins Machtzentrum der konstitutionellen Monarchie war. Laut Hof-Kommentator Dickie Arbiter ist Kates Aufgabe in diesem Jahr dieselbe wie die der anderen Familienmitglieder, nämlich die Queen bei den Jubiläumsfeierlichkeiten zu unterstützen. Außerdem soll sie nicht wie die unglückliche Diana, Williams verstorbene Mutter, überfordert werden. Inzwischen hat Kate allerdings auch eigene Termine. Für fünf ausgesuchte Wohltätigkeitsorganisationen hat sie die Schirmherrschaft übernommen, den Pfadfinderverband, ein Kinderhospiz, eine Drogenberatung, eine Kunsttherapieeinrichtung sowie die National Porträt Gallery. Im ersten Ehejahr bestritt die junge Herzogin rund 50?offizielle Auftritte, darunter im Sommer eine Reise mit William nach Nordamerika. Überarbeitet hat sie sich damit nach den Standards der Windsors nicht: Die 86-jährige Elizabeth hat im selben Zeitraum das Siebenfache an Terminen absolviert.

Das Programm stehe normalerweise für sechs Monate im Voraus fest, könne aber in bestimmten Situationen reduziert werden, wie Arbiter betont – „etwa im Schwangerschaftsfall“. Von Nachwuchs ist bei Kate und William bisher nichts zu sehen und zu hören, auch wenn ihre Stadtwohnung im Kensington Palast über einen Garten verfügt, durch den man, worauf die Boulevardpresse gern hinweist, einen Kinderwagen schieben kann. Bisher allerdings hat die Herzogin von Cambridge nicht mal eine Kammerfrau, geschweige denn sonstiges Personal. Der einzige Familienzuwachs ist ein junger Hund.

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