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Wegen steigender Energiekosten: Unternehmen wollen Preise erhöhen

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Von: Teresa Toth

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Mittelständische Unternehmen in Deutschland blicken mit Sorge auf die nächsten Monate. Schuld sind die steigenden Energiekosten seit Beginn des Ukraine-Kriegs. (Symbolbild)
Mittelständische Unternehmen in Deutschland blicken mit Sorge auf die nächsten Monate. Schuld sind die steigenden Energiekosten seit Beginn des Ukraine-Kriegs. (Symbolbild) © Monika Skolimowska/dpa

Die steigenden Energie- und Rohstoffkosten werden zunehmend zur Belastung für Deutschlands Mittelständler. Immer mehr wollen ihre Preise erhöhen.

Frankfurt – „Die überaus stark gestiegenen Preise für viele Rohstoffe und Vorprodukte sowie die anhaltenden Lieferengpässe bereiten den mittelständischen Unternehmen immer größere Sorgen und Risiken“.  Anhand der Ergebnisse ihrer jüngsten Mittelstandsumfrage, stellen die DZ Bank und der Bankenverband BVR fest, dass die steigenden Energie- und Rohstoffkosten infolge des anhaltenden Ukraine-Kriegs zunehmend Deutschlands Mittelständler belasten.

Viele Unternehmen hatten sich gerade erst von der Corona-Pandemie erholt, als sie die Spuren vom russischen Angriffskriegs zu spüren bekamen. Mehr als 80 Prozent der gut 1000 befragten Firmen machen sich wegen der enorm gestiegenen Preise für Energie und Materialien große Sorgen. Damit überwiegt die Zahl der Pessimisten deutlich.

Steigende Energiekosten: Nur knapp zwei Prozent der Unternehmen wollen Preise senken

Und nicht nur die Geschäftserwartungen sind getrübt, sondern die Mittelständler schätzen auch die aktuelle Geschäftslage in allen Branchen – außer in der Elektroindustrie sowie Chemie-, Pharma- und Kunststoffindustrie – deutlich schlechter ein als noch vor einem halben Jahr.

Viele Unternehmen müssen auf die gestiegenen Kosten nun reagieren: „Als Folge sieht sich die große Mehrheit der mittelständischen Unternehmen gezwungen, ihre Absatzpreise zu erhöhen“, so die DZ Bank und der Bankenverband BVR. Die Umfrage zeigt: 69 Prozent der Mittelständler in Deutschland wollen ihre Preise in den nächsten sechs Monaten erhöhen, weniger als 2 Prozent wollen sie senken.

Energiekosten steigen: Mittelständische Unternehmen sollten gerade jetzt investieren

„Die vielen Unsicherheiten im Markt führen dazu, dass die Mittelständler Liquidität im Unternehmen halten wollen“, so Uwe Berghaus, Firmenkundenvorstand der DZ Bank. Vor allem in Hinblick auf das Thema Nachhaltigkeit sei es allerdings wichtig, dass die Unternehmen investieren, statt auf die Bremse zu drücken. Die Firmen müssten „Geld in die Hand nehmen, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben.“, so Berghaus.

Obwohl die Unternehmen um ihre derzeitige Situation besorgt sind, gibt es Hoffnung – denn trotz Corona-Pandemie konnten die Mittelständler das Jahr 2021 mit soliden betriebswirtschaftlichen Kennzahlen abschließen. „Die robuste Bilanzqualität ist eine solide Ausgangslage für den Mittelstand“, betont BVR-Vorstandsmitglied Andreas Martin. „Sie stimmt mich optimistisch, dass die Unternehmen auch die zweite globale Krise in Folge am Ende gut meistern werden.“ (tt/dpa)

Auch private Haushalte leiden unter den steigenden Energiekosten. Um einkommensschwächere Haushalte zu unterstützen, hat die Bundesregierung einen einmaligen Heizkostenzuschuss beschlossen.

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