1. Startseite
  2. Panorama

Endometriose: Bestimmte Lebensmittel können Beschwerden lindern

Erstellt:

Von: Tanja Koch

Kommentare

Endometriose
Viele Betroffene der Unterleibserkrankung Endometriose leiden unter starken Symptomen und damit verbundenen Einschränkungen im Alltag. © Annette Riedl/dpa

Bei Endometriose wächst Gebärmutterschleimhaut auch außerhalb der Gebärmutter. Mit der richtigen Ernährung lassen sich Schmerzen und Entzündungen lindern.

Berlin/Düsseldorf – Fünf bis 15 Prozent aller Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter sind schätzungsweise von Endometriose betroffen, wie das Robert-Koch-Institut erklärt. Bei Endometriose bildet sich Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, auch Endometrium genannt, auch außerhalb der Gebärmutter – etwa im Bauchfell, an Eileitern und Eierstöcken oder in der Darm- und Harnblasenwand.

Genau wie die Gebärmutterschleimhaut wächst und blutet auch das Endometrium im Verlauf des Menstruationszyklus. Das kann zu Schmerzen führen. Oft wird übersehen, dass eine Endometriose vorliegt, die Diagnose erfolgt laut RKI im Mittel erst nach sechs Jahren. Eine vollständige Heilung ist nicht möglich. Schmerzlindernde Therapien haben häufig Nebenwirkungen. Doch Betroffene können über die Ernährung auch selbst die Stärke ihrer Symptome beeinflussen. Das erklären etwa der NDR oder die Universitätsklinik Düsseldorf auf Basis diverser Studien. Die Ratschläge entsprechen zu großen Teilen den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE), die auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse basieren.

Endometriose: Gewisse Lebensmittel können Entzündungen lindern

Da die Symptome auch mit Entzündungen des Endometriums zusammenhängen, können entzündungshemmende Lebensmittel für Linderung sorgen. Einer Studie aus Spanien zufolge können Kreuzblütler bei Endometriose Entzündungen reduzieren, also etwa Blumenkohl, Brokkoli und Rotkohl. Zudem beeinflussen sie den Wasserhaushalt im Gewebe, wodurch Schwellungen und somit Symptome reduziert werden. Entsprechen der Empfehlung der DGE sollten Betroffene „5 am Tag“ zu sich nehmen – also drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst.

Endometriose – diese Lebensmittel können helfen
Drei Portionen Gemüse pro Tag, insbesondere Kreuzblütler wie etwa Blumenkohl, Rotkohl, Brokkoli
Zwei Portionen Obst pro Tag
Fisch, Algen, Nüsse
Raps-, Oliven-, Leinöl

Wie die Uniklinik Düsseldorf und der NDR entsprechend einer Studie aus São Paulo raten, können auch Nahrungsmittel mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren helfen, diese seien vor allem in Fisch, Algen und Nüssen enthalten. Auch Raps-, Oliven- und Leinöl enthalten entsprechende Omega-3 und -6-Fette

Entzündungsfördernde Lebensmittel sollten Endometriose-Betroffene reduzieren

Die Omega-6-Fettsäure Arachidonsäure allerdings sollte gemieden werden. Sie ist vor allem in Schweinefleisch enthalten. Aufgrund derartiger entzündungsfördernder Stoffe sollten Betroffene ihren Fleischkonsum generell reduzieren, besonders rotes Fleisch und Wurst können Entzündungen fördern.

Studien zufolge, so erklären die Universitätsklinik Düsseldorf und das Universitätsklinikum Erlangen, sind auch Zucker und Salz zu meiden, um Entzündungen nicht zu fördern. Süßigkeiten, Gebäck, Weißmehlprodukte und mit Zucker gesüßte Lebensmittel etwa sind nicht zu empfehlen. Stattdessen sollten Betroffene rund 1,5 Liter Wasser oder ungesüßten Tee pro Tag trinken. Bei einigen Menschen wirkt auch Weizen entzündungsfördernd.

Schmerzen bei Endometriose: Histamin reduzieren

Neben entzündungsfördernden Lebensmitteln sollten Betroffene auch Histamine reduzieren – denn diese können laut dem Ärzteblatt schmerzhafte Kontraktionen in der Gebärmutter verstärken. Am besten sollte die Diät an den Zyklus angepasst werden. Eine Woche vor der Periode sowie währenddessen sollten histaminhaltige Lebensmittel wie Schokolade, Rotwein, Tomaten, Spinat, Avocado, stark gereifter Käse und Wurstwaren gemieden werden.

Inwiefern solch umfangreiche Ernährungsumstellungen wirklich helfen, lässt sich mithilfe einer Auslassdiät über gut vier Wochen sowie einem Ernährungs- und Symptomtagebuch überprüfen. Fachliche oder ärztliche Begleitung kann ratsam sein. (tk)

Die in diesem Artikel genannten Informationen ersetzen nicht den Gang zu einem Arzt oder einer Ärztin. Nur Fachleute können die richtige Diagnose erstellen und eine geeignete Therapie einleiten. Die Einnahme von Medikamenten oder auch Nahrungsergänzungsmitteln sollte vorher mit einem Arzt oder einer Ärztin abgesprochen werden.

Auch interessant

Kommentare