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Italiens Nationalcoach Roberto Mancini zeigte sich sichtlich angetan, von seiner „Braveheart“-Darstellung auf dem schottischen Zeitungscover.
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Italiens Nationalcoach Roberto Mancini zeigte sich sichtlich angetan, von seiner „Braveheart“-Darstellung auf dem schottischen Zeitungscover.

EM-Finale 2021

„Rette uns, Roberto“: Schottische Zeitung löst mit EM-Cover britischen Medienskandal aus

  • Sandra Kathe
    VonSandra Kathe
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Vor dem Finale der Fußball-EM 2021 hat die schottische Zeitung The National mit einem ironischen Cover ein bedeutendes Problem Großbritanniens in den Fokus gerückt.

Glasgow – Mit wehender Mähne, Kampfesmontur und Gesichtsbemalung in der hellblauen Nationalfarbe Schottlands blickte vielen Schotten bei der Zeitungslektüre am Samstag (10.07.2021) Italiens Nationaltrainer Roberto Mancini als der schottische Freiheitskämpfer William Wallace im Film „Braveheart“ von der Titelseite der Zeitung The National entgegen. Dazu der Aufruf: „Rette uns, Roberto! Du bist unsere letzte Hoffnung.“ Die einen brachte die Fotomontage zum Schmunzeln, viele englische Medien lasen darin hingegen einen nationalen Affront gegen England. Dabei ging es der Zeitung bei dem Cover nicht primär um die Rivalität zwischen Schottland und England auf dem Fußballplatz.

Das Problem, das die schottische Zeitung, die auch die Unabhängigkeitsbestrebungen des Landes im Norden Großbritanniens offen unterstützt, damit aufzeigen wollte, liegt in der Tradition britischer Medien. Die berichteten traditionell aus englischer Sichtweise und sorgten so dafür, dass sich die Landsleute aus Schottland, Wales und Nordirland nicht repräsentiert fühlen. Das zeigte sich nicht zuletzt in der Welle von Kritik, die die schottische Zeitung etwa von Journalist:innen der BBC erhielt – denn hier fühlte man sich von den Schott:innen zum Teil ganz persönlich angegriffen.

Schottische Zeitung mit „Braveheart“-Cover: Englische Medien üben Kritik

Manche Vertreter der britischen Medienwelt zeigten sich gar ein bisschen beleidigt, dass die Nachbarn im Norden womöglich der Italienischen Nationalmannschaft die Daumen drücken würden, statt den eigenen Landsleuten unter der Flagge Englands. So zitiert The National etwa Susanna Reid, die am Sonntag das Frühstücksfernsehen „Good Morning Britain“ moderierte: „Ich weiß, dass sich viele von der Titelseite angegriffen gefühlt haben, schließlich repräsentiert die Englische Mannschaft das Beste, was Großbritanniens Fußball zu bieten hat.”

Genau solche Reaktionen seien das Problem, erwidert das Redaktionsteam des National in seiner Berichterstattung über die Reaktionen aus England: „Dass Schottland und Wales auch Teil des Turniers und in der Lage waren sich selbst zu repräsentieren, wurde scheinbar ignoriert“. Die klare Erwartung an die Schott:innen sei es seitens der auf England fokussierten Medien, dass die Englische Nationalmannschaft beim EM-Finale gegen Italien unterstützt werden müsse.

In einer Pressekonferenz im Vorfeld des Spiels hat sich inzwischen auch Mancini selbst zu dem umstrittenen Cover geäußert: „Die Titelseite gefällt mir gut“, sagte der 56-Jährige, der seit 2018 die italienische Nationalmannschaft trainiert. Aber: „Wir müssen ein gutes Spiel machen, das ist jetzt unser einziger Fokus. Es geht schließlich um ein Fußball-Spiel“, sagte der italienische Nationalcoach weiter. Für die britische Medienlandschaft indessen geht das Ringen um die Vormachtstellung Englands auch nach dem EM-Finalspiel weiter: unabhängig davon, wer das Match am Sonntagabend für sich entscheidet. (Sandra Kathe)

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