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Pläne von Elon Musk durchgesickert: Mitarbeiterschaft von Twitter soll deutlich verringert werden

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Von: Melanie Gottschalk, Alina Schröder

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Noch bevor der Kauf von Twitter durch Elon Musk offiziell ist, enthüllt ein Bericht Pläne, nach denen er weit über die Hälfte der Angestellten entlassen will.

Update vom Freitag, 21. Oktober, 10.53 Uhr: Die Twitter-Übernahme durch Elon Musk steht wohl bevor. In trockenen Tüchern ist der Deal allerdings noch nicht. Wie die Washington Post nun berichtet, plane Musk nach dem Kauf die Anzahl an Mitarbeitern massiv zu senken. Von den aktuell rund 7500 Beschäftigten sollen nur 2000 ihren Job behalten. In dem Bericht beruft man sich auf Insider und vertrauliche Dokumente.

Sean Edgett, der Chefjurist von Twitter, verfasste daraufhin ein Rundschreiben an die nervöse Belegschaft, das dem Finanzdienst Bloomberg vorlag. Demnach solle man sich nur auf offizielle Informationen verlassen. Unbestätigte Informationen und Gerüchte sollen möglichst ignoriert werden. Die Situation sei undurchsichtig. Nach wie vor hat Musk bis zum 28. Oktober Zeit, um den Kauf von Twitter abzuschließen. Am Rand der Veröffentlichung der Quartalszahlen von Tesla unterstrich Musk am vergangenen Mittwoch, dass Twitter „unglaubliches Potenzial“ habe. Dennoch gab er an, es sei „offenkundig“, dass er und die Investoren dennoch zu viel für den Online-Nachrichtendienst zahlen würden.

Elon Musk Hits Out At Former US Secretary Robert Reich The Twitter profile page belonging to Elon Musk is seen on an App
Tech-Milliardär Elon Musk hat noch bis Ende Oktober Zeit, Twitter zu kaufen. © str/imago

Prozess verschoben: Elon Musk bekommt mehr Zeit für Twitter-Kauf

Update vom Freitag, 7. Oktober, 10 Uhr: Der juristische Streit zwischen Tech-Milliardär Elon Musk und Twitter könnte in die Verlängerung gehen. Das Gerichtsverfahren wurde von der zuständigen Richterin bis zum 28. Oktober ausgesetzt. Wenn der Tesla-Chef bis dahin die rund 44 Milliarden Dollar (45 Mrd. Euro) teure Übernahme des Kurznachrichtendienstes nicht abgeschlossen hat, müssen sich die Streitparteien auf einen Prozess im November einstellen.

Der für den 17. Oktober angesetzte Prozessbeginn ist somit vom Tisch. Musk, der monatelang aus dem Deal aussteigen wollte, hatte am Dienstag überraschend seine ursprüngliche Offerte für Twitter bestätigt. Damit ebnete er den Weg für eine spektakuläre Wende in dem Übernahmestreit. Doch es wurde bereits deutlich, dass das Misstrauen auf der Seite von Twitter tief sitzt und der Online-Dienst keine Risiken mehr eingehen will.

Musk und Twitter streiten immer noch um wichtige Details, die geklärt werden müssen, um den Deal abzuschließen. Die Anwälte des Milliardärs beantragten am Donnerstag, das Verfahren zu stoppen und den Prozess zu streichen. Twitter reichte umgehend einen Gegenantrag ein, in dem das Unternehmen dies mit deutlichen Worten ablehnte. Die Richterin setzte den Streitparteien daraufhin eine Frist zur Klärung der Differenzen.

Überraschende Wende: Elon Musk will Twitter doch kaufen

Erstmeldung vom Dienstag, 4. Oktober, 22.06 Uhr: San Francisco – Das ist eine Überraschung. Tech-Milliardär Elon Musk will die milliardenschwere Übernahme des Online-Dienstes Twitter nun doch vollziehen. Das bestätigte der Tesla-Chef am Dienstag in einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC. So könnte der Rechtsstreit um den Milliarden-Deal kurz vor dem mit Spannung erwarteten Gerichtsprozess doch noch vermieden werden.

Musk habe in einem Brief vorgeschlagen, den Deal zum ursprünglich vereinbarten Kaufpreis von 54,20 Dollar pro Aktie durchzuführen, erklärten seine Anwälte – und bestätigten damit einen Bericht des Finanzdienstes Bloomberg. Damit bahnt sich eine spektakuläre Wende im Konflikt um die rund 44 Milliarden Dollar teure Übernahme an. Eine Stellungnahme von Twitter lag zunächst nicht vor.

Elon Musk will Twitter kaufen – und entscheidet sich dann doch anders

Musk hatte die Kaufvereinbarung vom April eigentlich im Juli für ungültig erklärt, weil Twitter angeblich falsche Angaben zur Anzahl von Fake-Accounts auf seiner Plattform gemacht habe. Das Unternehmen pochte jedoch auf die Einhaltung des Kaufvertrags und zog vor Gericht. Eigentlich soll noch im Oktober der Prozess beginnen, bei dem geklärt wird, ob Musk von der Übernahme zurücktreten kann.

Die Gründe für Musks Umdenken blieben vorerst unklar. Viele Experten bewerteten seine Chancen bei dem Gerichtsverfahren von Anfang an als ungünstig. Musk versuchte monatelang, angeblich falsche Angaben von Twitter zur Zahl von Spam- und Fake-Accounts als Bruch der Übernahmevereinbarungen darzustellen. Doch ob das vor Gericht reichen würde, gilt als zweifelhaft.

Musk wollte Kaufangebot für Twitter als ungültig einstufen lassen

Im August hatte Musk mit neuen Argumenten beim Versuch nachgelegt, die milliardenschwere Übernahme von Twitter abzublasen. Dabei brachte der Tesla-Chef Anschuldigungen eines Whistleblowers ins Spiel, der Twitter unter anderem mangelnden Schutz von Nutzerdaten und andere Sicherheitsschwächen vorwarf. Aufgrund dieser „ungeheuerlichen“ Mängel sei Musks Kaufangebot für Twitter als ungültig einzustufen, schrieben seine Anwälte damals an das Unternehmen. (msb/dpa)

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