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Astronauten verlaDie Astronauten Shannon Walker (l-r), Victor Glover, Mike Hopkins und  Soichi Noguchi sitzen im Inneren des SpaceX Crew Dragon Resilience-Raumschiffs an Bord des SpaceX GO Navigator-Bergungsschiffs.ssen die ISS
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Die Astronauten sitzen im Inneren des SpaceX Crew Dragon Resilience-Raumschiffs an Bord des SpaceX GO Navigator-Bergungsschiffs.

Raumfahrt

Elon Musk vs. Jeff Bezos: Der Kampf um den Mond bremst die Nasa aus

  • Alexander Seipp
    VonAlexander Seipp
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Die Nasa will wieder Menschen auf den Mond schicken. Elon Musks SpaceX bekommt den Vertrag zugesprochen. Doch ein Unternehmen von Jeff Bezos protestiert.

Washington – Die amerikanischen Pläne, bis 2024 wieder Astronauten auf den Mond zu schicken, sind temporär pausiert worden. So berichtet Al Jazeera. Die Ursache ist die Beschwerde zweier privater Raumfahrtunternehmen, die gegen die exklusive Vergabe des Vertrags an SpaceX von Elon Musk klagen.

Die beiden Unternehmen haben sich dabei zu einer Partnerschaft zusammengetan. Mit dabei sind Blue Origin, welches Jeff Bezos gehört, sowie Dynetics aus Alabama, USA. Beide Unternehmen haben beim Regierungsbüro für Rechenschaftspflicht (GAO) Beschwerde gegen die Entscheidung der Nasa eingelegt. Sie werfen der Raumfahrtorganisation vor, in letzter Minute die Bedingungen verschoben zu haben, um den Vertrag an SpaceX vergeben zu können. Zu einer Entscheidung zu der Beschwerde soll es erst im August kommen.

Blue Origin und Dynetics: Zorn über Nasa Entscheidung für SpaceX

Der exklusive Vertrag über 2,9 Milliarden US-Dollar sieht vor, mit einer Landefähre Astronauten auf den Mond zu bringen. Dafür soll die „Starship“-Rakete, an der SpaceX derzeit türftelt, um irgenwann auch zum Mars zu fliegen, entsprechend modifiziert werden, berichtet Al Jazeera. Solange die Beschwerde bei der GAO vorliege, sei der Vertrag pausiert, teilte Monica Witt, eine Sprecherin der Nasa mit. Dies sei SpaceX auch mitgeteilt worden.

Der Kampf zwischen Elon Musk’s SpaceX und Jeff Bezos‘ Blue Origin wütet seit Jahren. Den bisherigen Höhepunkt erreichte der Konflikt im vergangenen Jahr, als sich die Unternehmen, nebst anderen Teilnehmern wie Dynetics, um die Entwicklung eines neuartigen, bemannten Landesystems bewarben.

Nasa: Kosten gaben bei der Entscheidung für SpaceX den Ausschlag

Nach einer Planungsphase wählte die Nasa Elon Musk’s SpaceX für die weitere Entwicklung aus. SpaceX gab damals mit 2,89 Milliarden US-Dollar die niedrigsten Kosten an, Blue Origin lag mit 5,9 Milliarden fast doppelt so hoch. Die Kosten des Projektes von Dynetics wurden nicht öffentlich gemacht.

Der ursprüngliche Plan sah vor, zwei Firmen mit der Entwicklung zu beauftragen, nach der Analyse der Nasa wäre dies wohl auf SpaceX und Blue Origin hinausgelaufen. Doch das Budget der Nasa für das Projekt wurde gekürzt und eine Finanzierung beider Projekte stand so außer Frage: „Ich habe nicht genug Mittel, um überhaupt einen Preis für Blue Origin zu verhandeln, um eventuell einen Vertrag zu erzielen“, sagte Kathy Leuders, Nasas Verantwortliche für bemannte Raumfahrt, Al Jazeera.

Konkurrenten um Mondlandefähre: SpaceX dank der Nasa durfte Preis anpassen

Blue Origin und Dynetics glauben, dass Konkurrent SpaceX einen unfairen Vorteil bei der Vergabe hatte. Denn die Nasa fragte wohl dort an, ob das Unternehmen seinen Zeitplan für die Zahlungen ändern könne, damit die Nasa diesem aufgrund des begrenzten Budgets nachkommen kann.

Alles zum Thema Raumfahrt

Mehr zum Thema SpaceX, Nasa und Raumfahrt finden Sie auf unserer Themenseite Raumfahrt-News.

Blue Origin wirft nun der Nasa vor, dass sie SpaceX erlaubt habe, den Preis anzupassen, ohne dies auch den Konkurrenten zu ermöglichen. Obwohl der Preis laut Al Jazeera von Blue Origin ohnehin deutlich über dem von SpaceX lag, hätte das Unternehmen den Preis und den Zahlungsplan entsprechend verändert, hätte man von diesen Veränderungen gewusst.

Blue Origin und Dynamics: SpaceX könnte Raumfahrt für Nasa monopolisieren

Der weitere Vorwurf: Die Nasa bevorzuge Elon Musks Unternehmen. Denn SpaceX plant laut Al Jazeera, eine Variante seines eigenen Raumschiffes zu nutzen, welches inkompatibel mit den Angeboten der Mitbewerber ist. Kurzum: SpaceX drohe die Raumfahrt der Nasa weiter zu monopolisieren. Dynetics argumentiert währenddessen, dass man geglaubt habe, das der Erfolg der Mission das Wichtigste sei – nicht die Kosten. Es gebe mehrere Beschwerden, auch hinsichtlich des Beurteilungsprozesses.

SpaceX-Chef Elon Musk spottete indes auf Twitter, dass die Auswahl seines Unternehmens wohl daran liege, dass Blue Origin bisher keine Rakete habe, die das Weltall erreiche. Sein Unternehmen habe dies bewiesen, wenn auch noch nicht mit dem eigenen „Starship“. Zuletzt etwa brachte SpaceX vier Astronaut:innen von der Internationalen Raumstation zurück zur Erde.

Nasa betont: Entscheidung für SpaceX nur für zwei Missionen

Experten befürchten laut Al Jazeera, dass sich die Pläne der neuen Mondmission aufgrund der Klage weiter verzögern werden. Die Nasa plant, die Astronauten mit einer eigenen Rakete ins Weltall zu schießen. Dort soll die Rakete an eine Mini-Raumstation genannt „Gateway“, zu Deutsch: Tor, andocken, welche den Mond umkreisen soll. Von dort aus sollen die privaten Raumfahrtunternehmen die Astronauten zum Mond bringen.

Die Nasa betont, dass die Entscheidung für SpaceX keine Entscheidung gegen Wettbewerb sei. Der Vertrag gelte für eine Testmission und eine bemannte Mission zum Mond. Was danach passiere, das wissen nur die Sterne. (als)

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