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Tesla in Brandenburg: Umweltpartei will gegen Elon Musks Fabrik vorgehen

  • Lukas Rogalla
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Elon Musk ist zu Besuch in Deutschland. Nahe Berlin möchte der Unternehmer seine Tesla-Fabrik 2021 eröffnen. Die ÖDP Brandenburg lehnt den Standort ab.

  • Elon Musk ist zu Besuch in Deutschland.
  • Zunächst trifft sich Musk mit dem Biopharma-Unternehmen Curevac, das nach einem Corona-Impfstoff forscht.
  • Im Sommer 2021 sollen die ersten Autos in der Tesla-Fabrik vom Band rollen. Nicht jeder ist für das Werk.

Update vom Donnerstag, 03.09.2020, 14.49 Uhr: Nicht jeder freut sich über Elon Musks geplante Tesla-Fabrik nahe Berlin. Auch die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) ist gegen das Werk und hat nun förmlich Einwendungen bei der Gemeinde erhoben. Die Partei rügt das Genehmigungsverfahren und das Fehlen eines umfänglichen Umweltgutachtens. Außerdem seien die ausgelegten Unterlagen intransparent.

„Der ÖDP-Landesverband Brandenburg lehnt die Standortwahl für in Grünheide (Mark) aufgrund der hohen ökologischen Risiken, die mit einem Fabrikbau vor Ort eingegangen werden, ab“, heißt es in einer entsprechenden Pressemitteilung der Partei. Außerdem habe es keine Prüfung gegeben, ob nicht ein anderes Gelände für das Tesla-Werk von Elon Musk besser geeignet wäre.

Wie es weitergeht, ist noch offen. Im nächsten Schritt muss der Gemeinderat entscheiden, ob er die Einwände im Bebauungsplan berücksichtigt. Dann müsste der Bebauungsplan für das Tesla-Werk unter Umständen überarbeitet werden. Sieht der Gemeinderat dies als nicht nötig an, bleibt der ÖDP noch die Möglichkeit, gerichtlich gegen den Plan vorzugehen.

Elon Musk in Deutschland: Tesla-Fabrik soll trotz Corona planmäßig eröffnen

Update vom Mittwoch, 18:05: Trotz Corona soll die Tesla-Fabrik in Grünheide bei Berlin im Sommer 2021 eröffnet werden. Das hat die brandenburgische Landesregierung bestätigt. „Elon Musk ist mit allen Details der Gigafabrik Grünheide befasst“, sagte Dietmar Woidke, Ministerpräsident Brandenburgs. Das Gespräch sei sehr angenehm und konzentriert gewesen. „Vor uns steht noch viel Arbeit“, ergänzte der Politiker.  Die geplante Autofabrik habe bereits jetzt eine „Sogwirkung“.

Tesla-Chef Elon Musk war bereits in Tübingen bei Curevac zu Gast.

Elon Musk hatte am Mittwoch auch die Spitzen der Unionsfraktion in Berlin getroffen. Am Sonntag hatte der Tesla-Chef auf Twitter angekündigt, er komme wegen einer Zusammenarbeit mit dem Impfstoffhersteller Curevac und wegen des Baus der Elektroautofabrik in Grünheide bei Berlin nach Deutschland. Ob Musk die Fabrik noch besucht, war zunächst offen.

Update vom Mittwoch, 02.09.2020, 14.58 Uhr: Tesla-Chef Elon Musk trifft sich heute mit Vertretern der CDU in Berlin. Laut „Spiegel“ möchte sich Musk wohl auch mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) austauschen. Fraktionschef Ralph Brinkhaus bestätigte das Treffen bislang nicht ausdrücklich, dementierte jedoch auch nicht. Es „könnte durchaus sein“, dass der Unternehmer vor Ort sei.

Weiteres Indiz: Eine Maschine von Tesla steht laut Brinkhaus im Foyer des Klausurgebäudes, die eine vollautomatisierte Impfstoffproduktion gewährleisten soll. „Schau‘n wir mal, was im Verlauf des Tages passiert“, sagte Brinkhaus.

Tesla-Chef Elon Musk in Deutschland: Besuch bei Curevac

Erstmeldung vom Dienstag, 01.09.2020, 17.55 Uhr: Elon Musk besucht Deutschland. Unter anderem wird sich der Geschäftsführer des Elektroauto-Bauers Tesla den Fortschritt am neuen Produktionsstandort in Grünheide (Brandenburg) ansehen. Zuvor wird Musk allerdings Curevac besuchen, das in der baden-württembergischen Stadt Tübingen seinen Sitz hat. Das biopharmazeutische Unternehmen arbeitet momentan an einem Impfstoff gegen das Coronavirus.

„Tesla baut als Nebenprojekt RNA-Mikrofabriken für Curevac und möglicherweise für andere“, erklärte Musk den Grund für seinen Besuch auf Twitter. RNA steht dabei für Ribonucleinsäuren. Ein Gespräch mit Epidemiologen der Harvard University habe bestätigt, dass ein Hochgeschwindigkeits-RNA-Drucker in der Erforschung eines Impfstoffs und anderer Krankheiten hilfreich sein kann, so Musk. Die EU-Kommission sicherte sich bereits 405 Millionen Dosen eines potenziellen Impfstoffs von Curevac.

Tesla-Gründer Elon Musk ist als Visionär und Exzentriker bekannt.

Elon Musk zu Besuch in Deutschland: Tesla baut in Brandenburg eine neue Fabrik

Im Anschluss wird Elon Musk in Grünheide erwartet. Südöstlich von Berlin ensteht hier die „Gigafactory“ von Tesla. Ab Sommer 2021 sollen in der brandenburgischen Provinz 500.000 Elektrofahrzeuge pro Jahr produziert werden. 12.000 Arbeitsplätze werden voraussichtlich geschaffen. Allerdings prüft das Landesumweltamt noch die Unterlagen für die Genehmigung der Fabrik.

Die genauen Zeitpunkte und Stationen seiner Reise nannte Musk nicht. Der Bürgermeister von Grünheide, Arne Christiani, soll sich nach Informationen des „RBB“ an der Ostsee im Urlaub befinden, hat aber angekündigt, sofort zurückzukehren, wenn Musk kommt. Die Ansiedlung von Tesla bezeichnete er dem „Handesblatt“ gegenüber als „Lottogewinn für die Region“.

Besuch in Deutschland: Elon Musk soll das drittgrößte Vermögen weltweit haben

Mittlerweile soll Elon Musk der drittreichste Mensch der Welt sein. Das berichtet die Nachrichtenseite „Bloomberg“. Mit einem geschätzten Vermögen von etwa 115,4 Milliarden US-Dollar hätte Elon Musk Facebook-Gründer Mark Zuckerberg übertroffen. Sein Vermögen soll in diesem Jahr um etwa 87 Milliarden Dollar gestiegen sein. Zurückzuführen sei das auf einen gewaltigen Wertanstieg der Tesla-Aktie. Der reichste Mensch der Welt soll weiterhin Jeff Bezos sein, Gründer des Onlineversandhändlers Amazon. Sein Vermögen beträgt demnach etwa 200 Milliarden Dollar.

Elon Musk steht jedoch häufig in der Kritik. Bei der Rettung von thailändischen Jungen aus einer Höhle bezeichnete er einen britischen Taucher als Pädophilen, nachdem der den Einsatz von Musks U-Boots als Hilfe ablehnte. Sein Raumfahrtunternehmen SpaceX soll am Nachthimmel für Störungen sorgen - Wissenschaftler warnen. (Von Lukas Rogalla)

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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