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Schüsse auf Geflüchtete – Kleinkind stirbt nach Einsatz der Küstenwache

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Von: Lukas Zigo

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Ein venezolanischer Staatsbürger hält ein Baby in einem behelfsmäßigen Lager. (Archivbild)
Ein venezolanischer Staatsbürger hält ein Baby in einem behelfsmäßigen Lager. (Archivbild) © Álvaro Tavera/dpa

Tausende Venezolaner wagen die 100 Kilometer lange Flucht nach Trinidad und Tobago. Seit 2018 sind dort bei Schiffsbrüchen mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen.

Scarborough – Bei einem Einsatz der Küstenwache in Trinidad und Tobago kam es zu einer Tragödie. Nach Schüssen der Grenzschützer auf ein Boot ist ein Kleinkind gestorben. Nach eigenen Angaben wollte die Küstenwache des Karibikstaates in der Nacht zum Sonntag (06.02.2022) ein Schiff aufhalten, welches illegal in die Hoheitsgewässer des Landes eingedrungen war.

Als sich dieses Schiff den Anweisungen nicht Folge leistete, habe die Küstenwache das Feuer eröffnet. Das unbekannte Schiff habe auch nach ersten Warnschüssen „seine aggressiven Manöver fortgesetzt“. Die Behörden von Trinidad und Tobago erklärten, das Schiff habe versucht, das Schiff der Küstenwache zu rammen. Die Grenzschützer hätten Angst um ihr Leben gehabt und deswegen auf den Motor des Bootes geschossen.

Trinidad und Tobago: Küstenwache erklärt „Säugling nicht ansprechbar“

Als das unbekannte Schiff schließlich anhielt, seien Geflüchtete an Bord entdeckt worden. Demnach wurde eine Frau mit einem Kleinkind verletzt in ein Krankenhaus gebracht. „Bedauerlicherweise wurde festgestellt, dass der Säugling nicht ansprechbar war“, erklärte die Küstenwache in einer Stellungnahme.

Immer mehr Menschen auf der Flucht (18.06.2021)
Grafik: „Immer mehr Menschen auf der Flucht“ (18.06.2021) © dpa-infografik GmbH

Die Geflüchteten waren Angaben von Menschenrechtsorganisationen zufolge im ostvenezolanischen Bundesstaat Delta Amacuro in See gestochen. Schätzungsweise sechs bis zehn Boote mit Geflüchteten legen von dort täglich ab, wie der Menschenrechtsaktivist Orlando Moreno sagte.

Venezuela: Flucht über das Wasser wird vielen Flüchtenden zum Verhängnis

Venezuela steckt seit Jahren in einer schweren wirtschaftlichen und politischen Krise*. Was Armut und Ungleichheit angeht, ordnen Beobachter den südamerikanischen Staat inzwischen hinter afrikanischen Krisenstaaten wie dem Tschad und der Demokratischen Republik Kongo ein.

Zwischen Trinidad und Tobago und dem etwa 100 Kilometer entfernten venezolanischen Festland sind seit 2018 mehr als 100 Menschen bei Schiffsbrüchen ums Leben gekommen. Seit 2015 sind nach Angaben der Vereinten Nationen etwa fünf Millionen Venezolaner außer Landes geflohen. Etwa 25.000 von ihnen gelangten nach Trinidad und Tobago. (lz/afp) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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